Igel gefunden – was tun? – Hinweise zum Umgang

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Kreis Unna. Zuletzt gab es einen Einsatz der Kreis-Veterinäre in Lünen: Rund 130 Igel sind nach der Kontrolle einer dortigen Igel-Auffangstation in Obhut gebracht worden. Seitdem erreichen das Veterinäramt des Kreises Unna zahlreiche Fragen, wohin sich Bürgerinnen und Bürger denn wenden können, wenn sie einen vermeintlich hilfsbedürftigen Igel finden. Die Veterinärbehörde klärt auf, wie die Kreis-Pressestelle informiert.

„Die Sorge um verletzte, kranke oder geschwächte Tiere ist nachvollziehbar – und fachkundige Hilfe für tatsächlich hilfsbedürftige Igel ist wichtig“, so die Veterinäre. „Dabei gilt jedoch: Nicht jeder gefundene Igel braucht menschliche Hilfe. Igel sind besonders geschützte Wildtiere. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen. Sobald sie sich wieder selbständig erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Natur zurückgebracht werden.“

Prüfen, ob Hilfe nötig ist

Deshalb sollte zunächst geprüft werden, ob ein Igel tatsächlich hilfsbedürftig ist. Hinweise darauf können insbesondere sichtbare Verletzungen, ein deutlich geschwächter oder apathischer Zustand, starke Abmagerung oder verwaiste Igelsäuglinge sein. Auch Igel, die bei winterlichen Bedingungen auffällig aktiv sind, können Hilfe benötigen. Ein Igel, der lediglich tagsüber oder im Herbst unterwegs ist, sollte dagegen nicht allein deshalb der Natur entnommen werden.

Wer einen offensichtlich verletzten oder kranken Igel findet, sollte sich möglichst frühzeitig fachkundigen Rat holen. Ansprechpartner können Tierarztpraxen sowie sachkundige Igel- und Wildtierhilfen sein. Bis zur weiteren Abklärung kann dem Tier Wasser und geeignetes Futter, beispielsweise ungewürztes Rührei oder fleischreiches Katzennassfutter, angeboten werden. Kuhmilch ist für Igel ungeeignet.

„Wir teilen die Sorge vieler Menschen um hilfsbedürftige Igel und sind dankbar für jeden, der nicht wegschaut“, betont die Veterinärbehörde. „Entscheidend ist aber, dass Hilfe auch wirklich dem Tier zugute kommt. Die Versorgung von Wildtieren erfordert Fachkenntnis, geeignete Bedingungen und ausreichende Kapazitäten. Gut gemeinte Hilfe darf nicht dazu führen, dass Tiere länger als notwendig oder unter ungeeigneten Bedingungen in menschlicher Obhut bleiben.“

Wer helfen möchte, kann sich beraten lassen, wie ein hilfsbedürftiger Igel gegebenenfalls vorübergehend selbst fachgerecht versorgt werden kann. Denn gerade in Zeiten hoher Fundzahlen stoßen ehrenamtlich betriebene Auffang- und Pflegestellen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Weitere Hilfestellungen zur Einschätzung eines Fundigels und zur richtigen Erstversorgung bietet beispielsweise Pro Igel e.V. (www.pro-igel.de) mit einer ausführlichen Checkliste und vielen Informationen. Auch die Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. steht unter der Telefonnummer 0231/175555 als Ansprechpartner bei einem Igelfund zur Verfügung und berät zum weiteren Vorgehen. PK | PKU

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