Werne. Zu einem inspirierenden Erntedankpilgergang kamen 13 Pilgerinnen und Pilger in Werne auf Einladung des Fördervereins Jakobsweg Werne zusammen. Pilgerbegleiterin Gabriele Kranemann begrüßte die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein an der Pilgerstele.
Erste Station des drei km langen Weges war die Jakobus-Statue in der St.-Christophorus-Kirche. Hier lud ein Impuls zum Nachdenken über ein bekanntes Jesus-Wort aus dem Markusevangelium ein: „Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre“ (Mk 4,28). „Wie befreiend ist es, dass nicht alles an uns hängt“, gab Kranemann den Teilnehmenden mit auf den Weg.
Ein weiterer Zwischenstopp bot Raum, die Jahreszeit des Reifens und Erntens auf das eigene Leben zu übertragen und der Frage nachzugehen, was im persönlichen Alltag gewachsen ist und wofür man Dankbarkeit empfindet. Begleitet von Liedern und Texten entstand schnell ein tiefer Austausch in der Gruppe. Den Teilnehmenden war dabei besonders wichtig, Erntedank heute weiterzudenken: Es geht nicht mehr nur um die eingefahrene Ernte, sondern um die Verantwortung für die Umwelt. Das Bewusstsein, dass die Schöpfung nur von den kommenden Generationen geliehen ist und es „keinen Planeten B“ gibt, prägte die Gespräche.
Am Bellingholz wurde die Natur dann mit allen Sinnen erfahrbar. An einer idyllisch gelegenen Bank drehte sich alles um die Vielfalt des Apfels. Ein humorvolles Apfelquiz und ein gemeinsames Lied sorgten für große Freude, bevor verschiedene Apfelsorten verkostet wurden.
Mit dem Abschlusssegen brach die Gruppe zur letzten Etappe Richtung Rochus-Kapelle auf. Vor Ort erfuhren die Pilger Wissenswertes über die Geschichte des Gotteshauses und die Legende des heiligen Rochus. Den spirituellen Höhepunkt bildete die gemeinsame Eucharistiefeier mit Pater Ernst in der festlich geschmückten Kapelle.
Zum Ausklang des Tages lud die Martinsgesellschaft Lenklar um ihren Vorsitzenden Arnd Conradi zum anschließenden Erntedankfest ein. In gemütlicher Atmosphäre und bei großartiger Bewirtung genoss die Pilgergruppe einen stimmungsvollen Abend in den mit bunten Lichtern geschmückten Zelten, bevor gegen 20.30 Uhr der Rückweg angetreten wurde.

















