Werne. Vor gut einem Jahr, am 30. Mai 2025, hat sich die Selbsthilfegruppe „Inklusionstreff Werne – Barrierefreie Teilhabe“ im Verein „Rollstuhlgerecht in Stadt Werne e.V.“ gegründet und sich seither in regelmäßigen Treffen, Veranstaltungen und Aktionen für Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe eingesetzt hat.
Der Inklusionstreff ist an die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) Kreis Unna mit ihren 250 Selbsthilfegruppen angegliedert.
Jeweils am letzten Freitag des Monats dienen die Zusammenkünfte des Inklusionstreffs im Bunten Haus der Jugendhilfe Werne dem Austausch, der Information und der Vernetzung von Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Mit Öffentlichkeitsarbeit und politischer Beteiligung haben die Mitglieder der Selbsthilfegruppe die Belange, Ideen und Forderungen für eine inklusive Teilhabe in die Öffentlichkeit getragen. Anlass genug für alle Beteiligten und ihre Gäste, den Jahrestag am Freitag, 29. Mai 2026 dort zu einer kleinen Feier zusammen zu kommen.
In den monatlichen Gesprächsrunden informierten Experten zu verschiedenen Themen etwa aus der Wohn- und Pflegeberatung oder der Medizin und standen unter anderem Vertreter/innen des Landschaftsverbandes-Westfalen Lippe (LWL) und des VdK Ortsverbands Werne als Ansprechpartner zur Verfügung.
Aus der Idee sei in diesem ersten Jahr eine Gemeinschaft geworden, freute sich Vorsitzender Marius Gellert. Ziel sei es, dass niemand ausgeschlossen sein müsse. Dies umzusetzen, sei nicht einfach und die Organisation mit Arbeit verbunden. „Aber der Einsatz lohnt sich“, lautete sein Fazit.
Mitbegründer Kay Hirschhäuser aus Werne lenkte den Blick auf drohende Kürzungen im Sozialbereich oder bei der Bewilligung von Betreuungskräften, die aktuell anstehen. In Zusammenarbeit mit dem Inklusionsmanager der Stadt Werne, Niklas Wilde, dem Kreis Unna und der K.I.S.S. sei ein gutes Angebot entstanden.
Belange von Inklusion und Barrierefreiheit in Öffentlichkeit und Politik getragen
Mit dem Inklusionstreff gelinge es den Beteiligten, für sich selbst einzustehen und die Belange von Inklusion und Barrierefreiheit in die Öffentlichkeit und in die lokale Politik zu tragen, so Wilde.
Hubert Hüppe, langjähriger CDU-Bundestagsabgeordneter und von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, äußerte sich anerkennend. Betroffene würden so Experten in eigener Sache und zeigten, dass man sich beteiligen müsse. „Der Inklusionstreff ist ein gutes Vorbild“, betonte er.
Als Vorsitzender des SovD NRW war Franz Schrewe nach Werne gekommen. Der Verband unterhalte 19 Sozialberatungszentren, die Themen seien breit gefächert und reichten über Bereiche wie Renten Pflege- und Unfallversicherungen. Mit der Beratungsarbeit sei man der „Stachel im Fleisch der Politik“. Aggi Sommer, SovD-Vorsitzende aus Bergkamen, machte auf den Antrag der Selbsthilfegruppe an den Stadtrat aufmerksam, ein „WC für Alle“ für Veranstaltungen in der Stadt zu installieren. „Eine tolle Sache“, fand sie.
Dass der Einsatz für Inklusion und Teilhabe in Werne auch überregional nicht unbemerkt bleibt, belegt das Grußwort für 2026 von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland: „Es beeindruckt mich sehr, mit wie viel Engagement Sie sich vor Ort für eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft einsetzen. (…) Teilhabe scheitert oft an vielen kleinen Hürden im Alltag. Deshalb ist es so wichtig, dass Betroffene, Beteiligte und Verantwortliche sich austauschen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Gerade im Jahr 2025 blicken wir auf eine Zeit, in der soziale Ungleichheit spürbar zugenommen hat. Doch es gibt auch Mutmacher: Ihre Initiative in Werne gehört dazu.“






















