SoLaWi Stadtgemüse in Werne bringt ihre vierte Saison auf den Weg

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Werne. Seit nun drei Jahren versorgt die gemeinschaftsgetragene Gemüsegärtnerei Stadtgemüse in Werne-Stockum über hundert Haushalte in Werne und Umgebung jede Woche mit einer großen Vielfalt an Gemüse und Kräutern.

Am 25. Januar werden in der „Beitragsrunde“ genannten Veranstaltung wieder neue Ernteanteile für die kommende Saison vergeben. Dabei legen die teilnehmenden Haushalte anhand eines Richtwertes fest, wie viel sie zur Finanzierung der Gärtnerei beitragen.

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Solidarische Landwirtschaft, kurz SoLaWi, ist ein direkter Zusammenschluss von Verbrauchern und einem landwirtschaftlichen Betrieb. Anstatt einzelne Produkte mit einem Preis zu versehen, tragen die Verbraucher und der Landwirt gemeinsam die Kosten der Produktion und teilen die Ernte unter den Teilnehmenden auf. „Das Gemüse verliert seinen Preis und erhält seinen Wert zurück“, beschreibt Gemüsegärtner Laurin Liekenbrock das Prinzip. Die Gärtnerei legt dafür ihre
Betriebskosten offen, die von den Ernteteilenden finanziert werden müssen. In der Beitragsrunde wird die Solidarität innerhalb dieser Gemeinschaft gelebt, da die Beiträge zur Deckung der Betriebskosten sich nach den Möglichkeiten der Einzelnen richten.

„Jeder gibt was er oder sie kann. Unsere Betriebskosten müssen am Ende gedeckt sein“, sagt Laurin Liekenbrock. So gibt es keinen festen Beitrag, sondern einen Richtwert von 116,50 Euro im Monat, an dem die teilnehmenden Haushalte ihren individuellen Beitrag ausrichten sollen. Neben den reichhaltigen Gemüseernten schätzen die Ernteteilenden auch die lebendige Gemeinschaft in der SoLaWi, die sich bei gemeinsamen Festen, Mitmachtagen oder dem Erntecafé im Sommer zeigt. Auch die Frische und Vielfalt der Ernte, die jeden Freitagnachmittag abgeholt werden kann, begeistern: „Wir lernen neue Gemüsesorten kennen und das zu jeder Jahreszeit. Erstaunlich, wie reichhaltig auch die Winterernten sind“, beschreibt Ernteteilerin Hannah Ruelmann ihre Motivation, Teil der solidarischen Landwirtschaft zu sein. „Im Sommer freuen wir uns auch über selbstgepflückte Blumensträuße. Und das Highlight am Ende des Sommers ist das Erntefest, bei dem die Kinder Apfelsaft machen können“, sagt Hannah Ruelmann.

Anita und Ina bei der Ernteabholung. Foto: Gärtnerei Stadtgemüse/L.Liekenbrock

Die Gärtnerei entwickelt sich laufend weiter. So haben die Gärtner eine Ausbildungsstelle geschaffen, das Gemüsesortiment um Rhabarber bereichert und auch das mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnete Kooperationsprojekt „We-can-farm“ für Kinder mit der Familienbildungsstätte ins Leben gerufen.

In diesem Jahr werden die rund 80 Gemüse- und Kräuterkulturen mit insgesamt 120 Sorten durch einen weiteren Folientunnel ergänzt, in dem im Sommer Fruchtgemüse wie Auberginen, Tomaten, Snackpaprika aber auch Raritäten wie Ingwer angebaut werden. In dem „Erntepost“ genannten Newsletter werden jede Woche neben Rezepten und der aktuellen Ernte auch Geschichten aus dem Gärtneralltag geteilt. Die Gemeinschaft wird für das Teilen von Ernteanteilen, Rezepten oder die Organisation von Abholgemeinschaften genutzt. „Die Gärtnerei Stadtgemüse ist ein Ort, der unser Leben reicher macht“, sagt Hannah Ruelmann.

Ob Interessierte oder Unterstützer, Feinschmecker oder Gemüseliebhaber, Familien oder Singles sind alle eingeladen, die SoLaWi-Gärtnerei Stadtgemüse kennenzulernen und sich ihren Ernteanteil für 2026 zu sichern.

Die solidarische Beitragsrunde findet am Sonntag, 25. Januar, von 13 bis ca. 16 Uhr im Umweltzentrum Westfalen in Bergkamen (Dr. Detlef-Timpe-Weg 1) statt. Weitere Informationen unter www.solawi-werne.de oder unter unserer Telefonnummer 0151 23154134.

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