Werne. „Eine wunderbare Idee, dass zwei Klöster über einen solchen Weg miteinander verbunden sind“, freuten sich die neun Teilnehmenden an der spirituellen Wanderung vom Bergkloster Bestwig zur Abtei Königsmünster in Meschede. Der Förderverein Jakobsweg Werne e.V. hatte an drei Tagen Anfang August unter Leitung von Gabriele Kranemann zu dieser gut 17 Kilometer langen Pilgertour eingeladen.
Nach der gemeinsamen Zugfahrt kam die Gruppe – acht Frauen und ein Mann – im Gästehaus des Bergklosters an. Nach einem Mittagspicknick im Klostergarten führte Sr. Theresita die Pilger durch das Kloster und berichtete beeindruckend über die Visionen der Ordensgründerin, der heiligen Maria Magdalena Postel. Am Abend nahm die Gruppe am Gottesdienst der Schwestern in der hellen Dreifaltigkeitskirche teil.
Am frühen Freitagmorgen startete die Gruppe vor der Pforte des Bergklosters mit dem Pilgersegen bei bestem Wanderwetter. Der Weg, markiert durch ein geschwungenes weißes K und W auf rotem Grund, führte sie gen Süden hinauf zum Ostenberg. Auf 544 Metern Höhe war der von Wald umgebene höchste Punkt des Klosterwegs erreicht, der die Pilger mit einer wunderbaren Aussicht in das Ruhrtal belohnte. „Hier oben fühle ich mich dem Himmel ein Stück näher“, sinnierte eine Pilgerin. „Die Berge schärfen den Blick für die kleinen Wunder am Wegesrand.“

Pilgerbegleiterin Gabriele Kranemann gab an markanten Punkten Impulse, über den eigenen Lebensweg nachzudenken. Themen wie der Umgang mit der Schöpfung, das Begegnen von Neuem oder eigene Träume brachten die Teilnehmenden in intensiven Austausch. Vorbei an Tannenbaumschulen, der Veledahöhle, dem Fünfwundenkreuz und den 18 hölzernen „Sauerländer Kantenköppen“ im Skulpturenpark schlängelte sich der Weg südlich der A46. Nach der historischen Wallanlage Hünenburg kam endlich die Klosterkirche der Benediktiner-Abtei Königsmünster in Sicht. Noch 101 Stufen – dann war das Ziel erreicht.
Die Pilger bezogen ihre Zimmer in der „Oase“, einer schlichten Unterkunft auf dem Klostergelände, und nahmen nach dem Abendessen an der Komplet der Mönche teil, um anzukommen und still zu werden. Am nächsten Morgen folgte eine Klosterführung mit Benediktinermönch Bruder Emmanuel Panchyrz. Seine Ausführungen zur Entstehung der Abtei und der Architektur der Abteikirche eröffneten den Pilgern eine ganz neue Dimension des Raumes, der am Vorabend noch kühl gewirkt hatte.
Anschließend nahm die Gruppe an der Mittagshore teil. Bruder Emmanuel hatte zuvor erläutert: „Das Mittagsgebet unterbricht die Arbeit. Die 15 Minuten lassen uns innehalten und das Bisherige mit dem Blick des Glaubens neu sehen.“ Zur Abschlussrunde und zum Segen versammelte sich die Gruppe in der Marienkapelle. „Eine wunderbare Auszeit vom Alltag und beeindruckende Begegnungen haben diesen Pilgergang für mich zu etwas Besonderem gemacht“, blickte eine Teilnehmerin begeistert zurück. Die Gruppe bedankte sich herzlich bei Gabriele Kranemann für die einfühlsame Begleitung, bevor es über die 101 Stufen hinab zum Bahnhof Meschede und mit dem Zug zurück nach Werne ging.





















