Mittwoch, März 4, 2026

Viele Neubauprojekte in Werne: Südring und Ovelgönne starten bald

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Werne. „Es gibt einen riesigen Bedarf an Wohnungen“, formulierte es Dezernent Ralf Bülte am Dienstag, 3. Februar 2026, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung. In der Sitzung informierte er über die verschiedenen Wohnbauprojekte im Stadtgebiet, die künftig die dringende Nachfrage nach Wohnraum mindestens besänftigen sollen.

Geplant ist vieles, einige Projekte haben die Nase vorn, andere wie das „Wohnen an der Werthwiese“ befinden sich erst am Anfang der Planungen, wieder andere werden noch anderweitig genutzt. Beim Baugebiet Bellingholz-Süd hingegen hängt alles nach wie vor am Abschluss des städtebaulichen Vertrags. Geplant sind etwa180 Wohneinheiten, davon sollen 54 öffentlich geförderte Wohnungen sein. „Der Ball liegt beim Investor“, so Bülte.

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Dass die Entwicklungspläne für den sogenannten „Hühnerhof“ am östlichen Eingang der Innenstadt ausgebremst werden, schmerzt die Stadtplaner. Für die notwendigen aber teuren archäologische Untersuchungen, die einer Bebauung vorausgehen, ist schlicht kein Geld da, skizzierte Rebecca Sulke-Nettsträter, Leitung Abteilung Stadtentwicklung/ Planung, den Stand der Dinge. Das mache die Investorensuche nicht einfacher, hieß es.

Das Baurecht für das Neubaugebiet zwischen Südring und An den 12 Bäumen kommt im Frühjahr. Abb.: Stadt Werne

Neubauprojekt am Südring: Baurecht im Frühjahr

Am Südring sollen etwa 100 Wohneinheiten entstehen, 30 davon öffentlich gefördert. Für den Bebauungsplan liegt bereits ein Ratsbeschluss vor; anders bei den Änderungen des Flächennutzungsplanes. Hier wurde die im Sinne der Raumordnung vorgesehene Tauschfläche an der Hustebecke nicht anerkannt. Stattdessen sollen im Bereich nördlich der Lünener Straße rund fünf Hektar, die im Flächennutzungsplan (FNP) für die Wohnbebauungdargestellt sind, wiederum in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden. Die FNP-Änderungen stehen in der Ratssitzung am 18. März auf der Tagesordnung. Sind die Beschlüsse gefasst, kommt es im Frühjahr zum Baurecht, signalisierte die Verwaltung.

Mietreihenhäuser an der Ovelgönne: Fertigstellung 2028

Zügig voran geht es auch beim Wohnprojekt Ovelgönne/Overbergstraße. Der Erwerb der Fläche von der Bahn ist an die Bedingung geknüpft, öffentlich geförderten Wohnraum zu errichten. Realisiert wird dies mit dem Bau von 13 Mietreihenhäusern. Der Bebauungsplan ist in Arbeit, die frühzeitig Beteiligung abgeschlossen. Wie Bülte informierte, könnten am 12. Mai beziehungsweise noch vor den Sommerferien, Satzungsbeschluss und öffentlicher Vertrag folgen.

Wohnprojekt folgt auf Postgebäude: Genehmigung Mitte 2026

Positiv gestaltet sich die Entwicklung des Wohnprojekts auf dem ehemaligen Postgelände. Hier entstehen 20 öffentlich geförderte Wohneinheiten und fünf frei finanzierte Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss. Im Erdgeschoss sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Nach der für Mitte 2026 erwarteten Baugenehmigung werden die Abrissarbeiten beginnen.

Wohnen folgt Gewerbe: Wandel auf Flächen von Höttcke und Beckmann

Auf einem Teil des ehemaligen Geländes der Firma Höttcke Holz an der Lippestraße sind etwa 33 Wohneinheiten geplant, zehn davon werden öffentlich gefördert sein. Dafür werden Firmenflächen entsiegelt. Die verbleibende Fläche soll gewerblich genutzt werden. Das Vorhaben werde nach dem neuen Bauturbo (Entfall eines förmlichen Planungsverfahrens) umgesetzt, erläuterte Sulke-Nettsträter. Die Baugenehmigung wird für Ende 2026 erwartet.


Wohnen soll auf Gewerbe folgen. Die Bausubstanz der ehemaligen Druckerei Beckmann wird weitestgehend zu einem Wohnraum-Mix für verschiedene Generationen umgebaut. Die Abbrucharbeiten haben begonnen. Abb.: Stadt Werne

Beim Projekt Beckmann Wohnen wird die Bausubstanz der ehemaligen Druckerei saniert und in vier Wohnkomplexe mit Wohnungen für Senioren, Tagespflege, Familien und Azubi-Wohnungen umgebaut. Geplant sind 120 Wohneinheiten, 25 davon, auch für Wohngemeinschaften, sollen öffentlich gefördert sein. Durch den Teilrückbau von Gebäuden werden auch hier Flächen entsiegelt. Die Bauanträge wurden im Herbst 2025 genehmigt, die Abbrucharbeiten haben begonnen.

Wohnungsbau am Köttersberg: Zwölf Reihenhäuser auf St.-Konrad-Gelände

Zwölf öffentlich geförderte Reihenhäuser sind an der Stockumer Straße auf dem Gelände von St. Konrad geplant. Hier befindet sich der Bebauungsplan in Vorbereitung.

Mehrfamilienhäuser auf Rapunzel-Gelände: Bauturbo möglich

Drei bis viergeschossige Mehrfamilienhäuser sollen auf dem Grundstück der ehemaligen Steintorschule/Jugendzentrum Rapunzel entstehen. Der Beschluss stammt schon aus dem Jahr 2018, eine städtebauliche Studie wurde 2019 erstellt. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Die Planungen könnten ebenfalls im Rahmen des Bauturbos durchgeführt werden. „Das müssen wir wieder anpacken“, so Ralf Bülte im Ausschuss.

Auf dem Gelände der ehemaligen Steintorschule/ Jugendheim Rapunzel sollen innenstadtnah Wohnungen entstehen. Foto: Stadt Werne

Wienbredeschule: Warteschleife für innerstädtisches Wohngebiet

Ein innerstädtisches Wohngebiet für junge Familien auf dem Gelände der ehemaligen Wienbredeschule mit 33 Wohneinheiten (Reihen- und Doppelhäuser) plus elf Wohnungen in öffentlichen geförderten Mehrfamilienhäusern muss in der Umsetzung indes noch nach hinten rücken. Das ehemalige Schulgebäude wird wohl noch länger von der Stadtverwaltung sowie zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt.

Die Standortentwicklung für eine Wohnbebauung mit rund 200 Wohneinheiten als Nachnutzung für den Gewerbestandort Tecklenborg ist laut Verwaltung unklar.

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