Werne. Neuer Wohnraum in Werne ist bei Mietern wie Käufern gleichermaßen begehrt. Aus Sicht vieler Unternehmen ist der ausgedünnte Wohnungsmarkt bei der Suche nach Fachkräften zudem ein Hemmschuh, wie die aktuelle Unternehmensbefragung der Wirtschaftsförderung für das Jahr 2025 belegt.
Neubauprojekte mit knapp 700 Wohneinheiten, davon 240 öffentlich geförderte, sollen Abhilfe schaffen, beispielsweise am südwestlichen Stadtrand auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen (Bellingholz-Süd und Südring) oder als Nachfolger von gewerblichen Standorten (ehemals Höttcke Holz, Beckmann Druck, Postgelände).
An der Ovelgönne/Overbergstraße hat die Stadt Werne ein Grundstück von der Bahn erworben, hier sollen öffentlich geförderte Mietreihenhäuser für Familien mit schmalen Geldbeutel entstehen.

Neuen Schwung soll in die Planung von Wohnbebauung auf dem Gelände der Steintorschule/ Jugendheim Rapunzel kommen und gerade vorgestellt wurde das städtebauliche Konzept für die Bebauung der Werthwiese in Stockum.
Neubauprojekte: 30-Prozent-Anteil für geförderten Wohnraum
Allen größeren Projekten, die Werne gegenwärtig in der Pipeline hat, ist gemeinsam, dass sie einen Mindestanteil an öffentlich geförderten Wohnungen von 30 Prozent vorhalten sollen. Das hatte man 2018 im Fachausschuss Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr so einstimmig festgelegt. Bis 2030, so ging damals der Auftrag an die Verwaltung, solle die Zielgröße von 240 öffentlich geförderten Wohneinheiten planerisch vorbereitet werden.
Das Angebot solle über das gesamte Stadtgebiete verteilt werden, lautete die Vorgabe, die auf eine Mischung von öffentlich geförderten und freien Wohnungen setzt, wie es im Kastanienquartier an der Horster Straße bereits erfolgreich realisiert wurde.
Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (3. Februar 2026) räumte Dezernent Ralf Bülte mit Blick auf das ehrgeizige Ziel ein: „Wir liegen zurück.“ 62 Wohneinheiten seien seither fertiggestellt worden, jedoch sei mit den geplanten Projekten die Zielvorgabe von 240 geförderten Wohneinheiten noch erreichbar. Auch stehe man im Vergleich mit anderen Städten noch relativ gut da.

Ohne den zwischenzeitlich eingetretenen Verzug bei der Entwicklung des Baugebiets Bellingholz-Süd wäre man auch schon weiter. 54 geförderte Wohnungen sind hier vorgesehen. „Der Ball liegt beim Investor“, hatte Bülte im Ausschuss betont.
Über die Vergabe von Wohnraumförderungen entscheidet der Kreis Unna, ordnete er ein. Die Mittel seien allerdings schon zehnfach überzeichnet. Deshalb würden nur noch qualifizierte Projekte berücksichtigt. Für die priorisierten Werner Wohnprojekte Alte Post mit geplanten 20 geförderten Wohneinheiten (von 25 insgesamt) und die 13 Reihenmiethäusern an der Ovelgönne mache man sich berechtigte Hoffnungen, hieß es.






















