Donnerstag, April 30, 2026

„Attacken auf Schulleiterin völlig kontraproduktiv“ – Ein Kommentar

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Werne. Das Thema Grundschulen ist in Werne mit vielen Emotionen besetzt. Das liegt an Zukunftsentscheidungen in der Vergangenheit. Ist der Standort der „neuen“ Wiehagenschule falsch gewählt worden? Ja, wahrscheinlich! Hätte die Einrichtung von Anfang an größer gebaut werden müssen? Ja, ganz sicher!

Ein Kommentar.

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Ein Blick zurück mit Schuldzuweisungen an Politik und Verwaltung helfen nicht weiter. Verständlich ist aber auch die Reaktion der Schulleitung – wenn nicht sogar ihre Pflicht – ,  aus der Situation mit Nachdruck das Bestmögliche für die Schülerinnen und Schüler herauszuholen. Denn gerade junge Kinder fühlen sich in kleineren Schulen deutlich wohler als in fünfzügigen Einrichtungen. Und ich denke, das gilt ebenso für Schulleitung und Kollegium.

Dass eine Debatte, in der es um unsere Kinder geht, immer emotional geführt wird, ist normal. Dass sich Ratsvertreter ärgern, wenn ihnen lange wichtige Informationen vorenthalten werden und sie immer die Haushaltslage im Blick haben müssen, ist absolut verständlich. Nicht in Ordnung war jedoch, wie Schulleiterin Nicola Buschkotte attackiert wurde.

Da freute sich Marita Funhoff (SPD) zunächst, dass „die Emotionalität raus und die Sachlichkeit drin“ sei, um dann direkt wieder Öl ins Feuer zu gießen. Obwohl sie eigentlich Beratungsbedarf für ihre Fraktion angemeldet hatte und daher die folgenden hitzigen Diskussionen schon allein durch diesen Antrag hätten vermieden werden können. Sie verwies auf erhaltene E-Mails von Eltern in der Thematik „Verbindungsbrücke – ja oder nein?“, die der Politik Kindeswohlgefährdung vorwerfen würden – und machte dafür Nicola Buschkotte verantwortlich.

Uta Leisentritt (CDU) fand das Verhalten von Buschkotte gar „anmaßend“ und die Emotionalität, die die Schulleitung in die Debatte hereingebracht habe, „geht gar nicht“. Der dann folgende Schlagabtausch zwischen Leisentritt und Buschkotte, die schon in früheren Sitzungen Privatduelle ausgefochten haben, war der Sache kaum dienlich.

Die Schulleiterin hatte aber völlig Recht mit ihrer Äußerung, dass sie in der Pflicht sei, die Eltern über den Stand der Dinge zu informieren. Und diese hätten wiederum ein gutes Recht als Wähler, sich an die Politik zu wenden. Proteste, Demonstrationen, ja, auch unsachliche E-Mails – selbst wenn darin völlig aus der Luft gegriffen über Pädophile und Amokläufer, die die Sicherheit gefährden, fabuliert wird – müssen die Ratsmitglieder in einer Demokratie nun einmal aushalten.

Und mal Hand auf’s Herz: Wenn Nicola Buschkotte wirklich die Elternschaft aufgewiegelt hätte, wie sich aus Funhoffs Worten interpretieren lässt, dann wären gestern sicherlich mehr Eltern und Schüler mit Plakaten aufgetaucht, um vor dem Stadthaus für ihre Rechte zu demonstrieren als die tatsächlich erschienene kleine Gruppe. Hat sie es doch getan? Dann müssen den Anschuldigungen auch Beweise folgen.

Die Thematik Wiehagenschule wird schon lange durch einen Arbeitskreis, der hinter verschlossenen Türen tagt, begleitet. Dort sitzen alle Hauptdarsteller/innen an einem Tisch. Warum in diesem Gremium keine Kompromisse und Ergebnisse vorbereitet und erzielt werden können, erschließt sich mir nicht.

Hoffentlich glätten sich bis zur Ratssitzung die Wogen wieder, um dann endlich eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem erforderlichen Anbau der Wiehagenschule weitergeht.  

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