Werne. Wie erinnern wir uns an historische Verbrechen? Im Stadtmuseum Werne ist aktuell die Wanderausstellung „Riga. Deportation – Tatorte – Erinnerungskultur“ zu Gast, die sich mit dem Schicksal von nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden während des Zweiten Weltkriegs befasst.
Etwa 25.000 deutsche, österreichische und tschechische Jüdinnen und Juden wurden zwischen 1941 und 1942 in das besetzte Riga deportiert und dort gewaltsam getötet, ein in der deutschen Erinnerungskultur an den Holocaust lange unterrepräsentierter Vorgang. Seit 2000 erinnert das Riga-Komitee, ein Städtebündnis von rund 80 Städten, gemeinsam an dieses historische Verbrechen – auch Werne ist Mitglied dieses Städtebündnisses. Das Bündnis ist ein einzigartiger Zusammenschluss innerhalb der internationalen Erinnerungslandschaft.
Anlässlich des 80. Jahrestages der Ermordung hat das Riga-Komitee 2022 die Wanderausstellung „Riga. Deportation – Tatorte – Erinnerungskultur“ auf die Reise geschickt. Sie thematisiert das Schicksal der zwangsdeportierten Familien, deren Verbleib in deutschen Melderegistern nur als „nach unbekannt“ verzogen vermerkt wurden, den Tatorten und Tätern in Riga sowie den Erinnerungskultur in den Mitgliedsstädten des Riga-Komitees.
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. November 2026 im Stadtmuseum zu den regulären Öffnungszeiten zu besichtigen.
















