Polizei-Statistik Teil 2: Gewaltdelikte durch Jugendliche bereiten Sorge

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Kreis Unna/ Werne. Nach der jüngst vorgelegten Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2023 ist die Zahl der Straftaten im Kreisgebiet leicht zurückgegangen. Allerdings ist ein Anstieg bei Gewaltdelikten durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende erkennbar. Zudem bereiten Straftaten zum Nachteil Älterer der Polizei weiterhin Sorgen.

Wie berichtet, gab es in Werne im Jahr 2023 weniger Kriminalität. Diebstahldelikte wurden 821 angezeigt, im Vorjahr lag die Zahl noch bei 968. Zudem tauchen in der Statistik weniger Körperverletzungen auf (164 statt 170) und auch die Zahl der Diebstähle ist um 147 auf 821 gesunken.

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Angestiegen sind in der Lippestadt die Zahlen im Bereich der Straßenkriminalität (von 480 auf 520 Fälle). Unverändert ist die Anzahl der Delikte im Bereich der Gewaltkriminalität (56 Fälle) geblieben. Dagegen sind mit 116 deutlich mehr Autos als im Jahr davor (85) aufgebrochen worden. Gestiegen ist überdies die Zahl der Sexualstraftaten (von 31 auf 39).

Ein Anstieg ist bei Gewaltdelikten durch Kinder, Jugendliche und Heranwachsende erkennbar. „Wir haben das im Fokus“, so Kriminalhauptkommissarin Christiane Schmitz bei der Vorstellung der Statistik. Die Fallzahlen sind im Kreis auf 234 gestiegen (Vorjahr 205). Mit Präventionsprogrammen, bei denen unter anderem versucht wird, junge Menschen sozial einzubinden, beispielsweise durch die Arbeit in einem Sportverein, sollen diese Zahlen gesenkt werden.

„Bei vielen ändert sich das Verhalten, wenn sie eine Strafe dafür bekommen“, so Christiane Schmitz, stellvertretende Leiterin der Direktion Kriminalität, über junge Täter. Foto: Volkmer

Doch es geht auch noch anders: Für Kinder und Jugendliche, die so stark straffällig werden, dass sie in ein Intensivtäterprogramm aufgenommen werden, gibt es beschleunigte Verfahren. „Die sollen schon erkennen, dass ihr Verhalten nicht folgenlos ist. Bei vielen ändert sich das Verhalten, wenn sie eine Strafe dafür bekommen“, erklärt Christiane Schmitz.

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sind trotz etlicher Präventions-Aktionen bei den meist überregional arbeitenden Tätern weiterhin im Trend. Die Zahl ist mit 687 Fällen (davon 75 in Werne) insgesamt zwar zurückgegangen und in knapp 94 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch, dennoch ist die Schadenssumme im vergangenen Jahr mit 1,1 Millionen Euro so hoch wie nie. 2022 lag die Schadenshöhe noch bei knapp 332.000 Euro.

„Wir sind mit den Banken im engen Austausch. Das nützt aber nichts, wenn ältere Menschen der Meinung sind, dass das Geld zu Hause sicherer aufgehoben ist, als in der Bank“, so Bernd Pentrop, Leiter der Polizei-Pressestelle. Dass es trotz viel Aufmerksamkeit für das Thema noch immer viele Fälle von Enkeltrick und Co. gibt, macht auch Polizeidirektor Torsten Juds nachdenklich. Wer gute Ideen zur Abhilfe habe, könne sich gern bei der Polizei melden.

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