Werne. Es brennt, ein Unfall auf der Autobahn, Hilfe bei einem Sturz im Treppenhaus. Für all diese Aufgaben und noch viel mehr wird die Feuerwehr gerufen – und sie ist da: gesetzlich vorgeschrieben im Normalfall innerhalb von acht Minuten am Einsatzort. Tobias Tenk, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Werne, machte vergangenen Donnerstag (6. November) bei der Dialogveranstaltung von „mehrWerte“ auf die Aufgaben und Herausforderungen im Job aufmerksam.
Unter dem Titel „Freiwillige Feuerwehr – Mehr als nur Blaulicht“ kommen beide Referenten schnell auf einen gemeinsamen Nenner: die Rolle der Wertschätzung im Ehrenamt und im gesellschaftlichen Miteinander.
Warum aber überhaupt ein Ehrenamt bei der Feuerwehr wagen? „Du bist nicht allein, hilfst anderen, bist ein Vorbild und vor allem bist du hier richtig, wenn du interessiert an einem starken Team und Technik bist. Ehrenamt bedeutet, dich mit den Werten einer Gemeinschaft identifizieren zu können“, so Vereinsvorsitzender Dr. Thomas Willerding von „mehrWerte – Gesellschaft für Dialog in der Region e.V.“.

Dem stimmt auch Tobias Tenk zu: „Wo habe ich heute noch die Chance, nachts um 3 Uhr, wenn nötig, 150 voll ausgebildete Einsatzkräfte hinter einer gemeinsamen Aufgabe zu wissen?“. Der Feuerwehrchef beschreibt den Zusammenhalt als Kameradschaft, in der lebensentscheidende Entscheidungen gefällt werden und die Angst vor dem Ungewissen zurücksteht. Sie löschen, bergen, schützen und retten und sind darüber hinaus auch für Präventionsmaßnahmen zuständig, in Fällen von Hochwasser und beispielsweise Türöffnungen in Zusammenhang mit Notarzteinsätzen zur Stelle. Über 450 Einsätze im Jahr, ein Team aus knapp 300 freiwilligen Kräften mit Standort in Werne, Holthausen, Langern und Stockum steht dahinter.
„Wenn ihr morgens beim Bäcker mal jemanden von uns seht, meist an einem Funkgerät am Hosenbund erkennbar, klopft dem doch mal auf die Schulter und sagt einfach mal: Klasse, danke für Eure Arbeit“, wünscht sich Tobias Tenk. Die Wertschätzung fehle zunehmend in der Gesellschaft und das sei besonders hart, wenn man einer Tätigkeit neben einem festen Job nachgeht, die einem nicht selten die Nacht kosten kann. „Man braucht zuhause eine starke Infrastruktur und Vertrauen. Ich bin dankbar, dass es mir meine Frau und meine beiden Kinder nicht übelnehmen, dass ich spontan los muss, sondern sogar stolz darauf sind, wenn es auf dem Schulweg heißt: Papa muss zum Einsatz, hier ist dein Rucksack“, schildert Tenk Alltagssituationen.

Die Wünsche an die Zuhörer sind auch klar: Zum Schnuppern vorbeikommen, ein Ehrenamt in Erwägung ziehen und mit dem Arbeitgeber über berufliche Vereinbarkeit ins Gespräch kommen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren, auch zu den zuverlässigsten Arbeitnehmern zählen.
In den kommenden Jahren ist eine Kinderfeuerwehr geplant, für die bereits bestehende Jugendfeuerwehr gibt es bereits eine Warteliste. So hilft natürlich auch jede Spende für die Freiwillige Feuerwehr, wie auch das Bewusstsein, dass ihre Arbeit keine Selbstverständlichkeit ist.






















