Sakristei: Marode Stahlkonstruktion wird durch modernen Leichtbau ersetzt

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Werne. „Wir bekommen ein modernes Gebäude, das zum historischen Gebäude passt.“ So fasste der Baudezernent der Stadt Werne, Ralf Bülte, den Entwurf der neuen Sakristei zusammen, der am Donnerstagabend, 12. September, im Pfarrheim St. Christophorus der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bülte und rund 30 Interessierte waren der Einladung von Pfarrdechant Jürgen Schäfer zu dieser Informationsveranstaltung gefolgt. Der Neubau sei erforderlich, weil die Sanierung der fast 30 Jahre alten Sakristei wirtschaftlich nicht vertretbar sei, gab Schäfer zunächst einen Überblick über die Gründe, die zur Abriss-Entscheidung führten.

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Das Vorhaben, die Stahlkonstruktion zu sanieren, sei wegen erheblicher konstruktionsbedingter Mängel nicht durchführbar, wie Gutachten ganz klar ergeben haben. Also haben sich Kirchenvorstand, Pfarreirat, Stadt Werne und das Bistum gemeinsam auf den langen Weg gemacht, einen Neubau zu planen. Zahlreiche Ideen seien diskutiert worden, es wurde sogar die Möglichkeit erörtert, die Sakristei in das Gebäude der Pfarrkirche St. Christophorus zu bauen.  

Letztendlich durchgesetzt hat sich der Entwurf des Architektenbüros Schoeps & Schlüter aus Münster. Die Planungsdetails stellte Geschäftsführer Tobias Haverbeck vor. Der Neubau werde auf das Fundament der alten Sakristei aufgesetzt – auch aus Kosten- und Zeitgründen, denn der Standort ist ein ehemaliger Friedhof und Bodendenkmal. Auffälligstes Merkmal des neuen, in Leichtbauweise konstruierten Gebäudes ist die runde Form bestehend aus drei ineinandergreifenden Kreisen. Mit etwa 3,3 Metern Höhe tritt der Neubau längst nicht so dominant in den Vordergrund wie sein Vorgänger-Modell. Dazu trägt auch die Wahl von beige-grauen Schindeln als Material für die Außenwand bei. „Was auf dem Kirchplatz wichtig ist, so wie die Kirchenfassade, möchten wir freistellen, möglichst sichtbar und erlebbar machen“, erläutert Haverbeck die Grundidee des Entwurfs.

Die Pläne für die neue Sakristei wurden vorgestellt. Dezent fügt sich der Neubau (roter Kreis) in das Kirchplatz-Ensemble an der Nordseite ein. Ein Glasgang verbindet das runde Gebäude mit dem Kirchenschiff (kleines Bild).
Die Pläne für die neue Sakristei wurden vorgestellt. Dezent fügt sich der Neubau (roter Kreis) in das Kirchplatz-Ensemble an der Nordseite ein. Ein Glasgang verbindet das runde Gebäude mit dem Kirchenschiff (kleines Bild).

Durch eine filigrane Glaskonstruktion – ähnlich wie der jetzigen – gelangt man von der Kirche ins Innere des neuen Gebäudes. Hier dominiert ein großer Tisch in der Mitte mit viel Ablagefläche. Allem voran gehe es um Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Sakristei. Wandschränke bieten viel Stauraum, der Keller ist über eine Treppe zu erreichen. Durch zwei bodentiefe Fenster, ein kleineres Wandfenster und eine große Lichtkuppel kommt Tageslicht ins Innere. Barrierefrei angelegt ist das vorgelagerte WC, das auch benutzt werden kann, wenn die Sakristei geschlossen ist.      

Haverbeck vermittelte den Zuhörenden einen detaillierten Überblick über das Bauvorhaben, das an sensibler Stelle in der Stadtmitte voraussichtlich im nächsten Frühjahr starten soll. „Es gehe nicht darum, die jetzige Sakristei zu übertrumpfen, sondern etwas Neues zu bauen, das in die heutige Zeit passt“, so Jürgen Schäfer.

Nachfragen aus dem Publikum bezogen sich auf Details, ansonsten fand der Entwurf breite Zustimmung bei den Anwesenden. Wichtig sei, dass sich das moderne Gebäude vom historischen absetze, betonte Baudezernent Bülte. „Da haben wir mit der Fassadengestaltung eine gute Lösung gefunden.“

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