Werne. Dem Festtag der Heiligen Drei Könige (6. Januar) war es nicht allein geschuldet, dass die Klosterkirche brechend voll war. Während der abendlichen Eucharistiefeier verabschiedete sich Bruder Harald Weber offiziell von Werne und hieß seinen Nachfolger Bruder Laurentius Wenk sowie die Mitbrüder Romuald Hülsken und Jürgen M. Böhm willkommen.
An sich hätte der Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, Bruder Helmut Rakowski, die Messe zu diesem Anlass zelebrieren sollen. Doch er musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Harald Weber erhielt von ihm noch eine launige Handlungsanweisung für die Feier, die der scheidende Guardian amüsiert mitteilte: „Es ist ganz einfach, nach Werne kommen drei neue Könige und das Jesuskind flüchtet nicht nach Ägypten, sondern nach Irland.“
Dort widmet sich Bruder Harald seiner neuen Aufgabe: Er wird Novizenmeister des neuen englischsprachigen Noviziats mehrer europäischer Kapuzinerprovinzen. Eine Flucht ist das aber keinesfalls. „Ich darf in Irland ein neues Projekt begründen, aber ich könnte auch hier bleiben, denn ich habe mich in Werne sehr wohl gefühlt“, betonte der scheidende Guardian.

Er hatte das Amt des Hausoberen nach dem Tod von Bruder Norbert Schlenker im Oktober 2024 vorübergehend übernommen. Es sei eine schwierige Zeit gewesen, in der ihm von Anfang an klar gewesen sei, dass er die Leitung nicht allein schaffen könne. Musste er auch nicht. „Ich bedanke mich bei all jenen in Werne, die mich in diesem Jahr begleitet und aufgenommen haben“, sagte er ausdrücklich an die Gemeinde gewandt.

Mit den Brüdern Laurentius, Romuald und Jürgen M. kämen neue Impulse nach Werne. In einem Fall ist es allerdings ein vertrauter Impuls: Bereits zweimal stand Bruder Romuald Hülsken der Ordensniederlassung in Werne vor. Nun kehrt er aus dem Kapuzinerkloster in Clemenswerth zurück. Die Kirchenbesucher begrüßten ihn als neuen Klostervikar mit kräftigem Applaus. Bruder Jürgen M. Böhm wechselt aus Frankfurt nach Werne. „Jemand sagte mir, dort wäre ich dann der Bruder Jürgen von der Lippe“, sprach er augenzwinkernd ins Mikrofon.

Als neuer Guardian erinnerte Bruder Laurentius Wenk noch einmal an Norbert Schlenker, der im vergangenen Jahr auf einer Pilgerfahrt plötzlich gestorben war. Außerdem würdigte er seinen Vorgänger Bruder Harald: „Du bist ins kalte Wasser gesprungen und hast ohne Vorbereitung die Leitung in Werne übernommen.“

Anders als er und seine beiden Mitbrüder – sie hätten eine gute, von Harald begleitete Übergabe erleben dürfen. Man spüre, fuhr Wenk fort, einen guten Geist in der Werner Gemeinschaft. Und – damit wandte auch er sich an die Gemeinde – „wahrscheinlich gäbe es dieses Kloster als Kapuzinerkloster längst nicht mehr ohne die vielen Ehrenamtlichen hier.“ Als er gefragt worden sei, ob er nach Werne gehen wolle, sei das ein wichtiger Punkt für ihn gewesen: „Ihr seid ein Geschenk für diese Gemeinschaft.“























