Werne. Ein Kindertraum wird in der Freilichtbühne Werne zum Leben erweckt: ein magisches Tier als besten Freund an der Seite zu haben. Das Stück nach der Buchreihe von Margit Auer brach bereits zum Saisonstart am Samstag (9. Mai 2026) einen Rekord. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Restkarten gibt es nur noch für die Abendvorstellung am 27. Juni und für eine Sondervorstellung an Fronleichnam, 4. Juni.
60 Darstellende zeigten die Premiere „Die Schule der magischen Tiere – Voller Löcher“ vor 750 Zuschauerinnen und Zuschauern bei bestem Freilichtbühnenwetter. Hier und da lugten außerdem Stofftiere aus Taschen oder Kinderhänden. Die Jüngeren im Publikum hatten ihre Lieblinge aus der Buchreihe in Plüschform mitgebracht.
Auch in den Szenen, in denen sie mitmachen durften, erwiesen sich die Kinder als gute Kenner der Geschichte. Wenn nur Hausmeister Wondraschek auf sie gehört hätte, als sie ihm zuriefen, wer des Nachts auf dem Schulhof die Löcher gegraben hat. Am Ende sind es die Kinder mit ihrem lautstarken „Haltet sie!“, die die Bande zu Fall bringen.

Schulalltag samt Klassenzicke
Das idyllische Freilichtbühnenrund inmitten grüner Bäume, die sorgfältig abgestimmten Kostüme und das aufwendige Bühnenbilds machten es leicht, in die Welt der magischen Schule einzutauchen. Mortimer Morrison (Markus Brinkmann) rollte mit einem zauberhaften roten Omnibus voller „magischer Tiere“ auf die Bühne. Das Haupthaus war in ein Klassenzimmer verwandelt worden. Darüber befand sich ein Dachboden mit ausrangierten Schulutensilien, vom Globus bis zum Skelett. Ein Spielplatz fehlte ebenso wenig wie das Haus von Opa Theodor. Schildkröte Henrietta wackelte mit einem sperrigen Panzer daher, Chamäleon Caspar schillerte in leuchtendem Orange und Türkis, Fuchs Rabbat zog eine buschige Lunte hinter sich her.

Buchreihe und Stück punkten mit Magie, Spannung und Komik. Dazu kommen Alltagsszenen, in denen Kinder sich wiederfinden können. Samt mobbender Klassenzicke, übereifrigem Erziehungsberechtigten und der Frage, wie weit man der besten Freundin vertrauen möchte. Gut, wer da ein magisches Tier als Ratgeber zur Seite hat.
Auf den Punkt brachte das die Regie von Franca Neumann und Holger Schulte in einer wunderbar vertrauten Szene mit Anna-Lena und ihrem neuen Freund, dem Chamäleon (Neele Frieg). Es ermunterte das schüchterne Mädchen, „die Sterne anzuknipsen“. Selbstvergessen begann Karla Treese als Anna-Lena auf dem Dachboden zu tanzen, mit dem Chamäleon ebenso wie mit dem vergessenen Skelett. Samuel, genannt „Schoki“, wurde von Pinselohrschwein Peperoni (Alexandra Meyer) ermutigt, sich wieder mit seinem Großvater Theodor zu versöhnen.

Panzertrockene Komik
Die Existenz der magischen Tiere ist selbstverständlich streng geheim, was zu ulkigen Missverständnissen führen kann. Während Ida (Emma Schmucker) mit ihrem Fuchs Rabbat (Charlotte Bispinghoff) beriet, ob sie ihrer besten Freundin Miriam (Johanna Gäßner) das Geheimnis verraten soll, schlug diese einen Kinobesuch vor – und wunderte sich über die merkwürdigen Antworten von Ida.

Neumann und Schulte wissen um das Timing komischer Momente. Jutta Neugebauer platzierte als verfressene Schildkröte ihre panzertrockenen Bemerkungen auf den Punkt, stets garniert mit dem Wunsch nach einem Stück Gurke oder Salatblatt. Oliver Keuth amüsierte als griesgrämig schlurfender Hausmeister, Sophie Förster mimte als Helene die Klassenzicke mit versierter Affigkeit. Thormen Ehrhardt steigerte sich als Opa Theodor in Erinnerungen an selige Zeiten als Schauspieler hinein, die einer Freischütz-Inszenierung Ehre gemacht hätten. Karin Zurstraßen stahl die Schau in nur einem Augenblick, in dem sie als aufgebrachte Passantin mit Möffken über Morrisons qualmenden Omnibus schimpfte.

Die Regie sorgte außerdem dafür, dass die Szenen im Klassenzimmer, die der Buchvorlage folgen, nicht statisch wirken. Immer war irgendwer in Bewegung, und sei es nur, dass eines der magischen Tiere etwas zappelte. Beim Vorsprechen für ein Stück-im-Stück, nämlich Robin Hood, wurden das Schießen mit Pfeil und Bogen imitiert und flammende Ansprachen gehalten. Mit dem Omnibus von Mr. Morrison nahmen die Szenen im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Und der Schluss gab mit einer wilden Verfolgungsjagd durch die Zuschauerreihen noch einmal richtig Tempo.
Weitere Infos zum Stück: https://freilichtbuehne-werne.de/dieschuledermagischentiere
Jede Menge weiterer Fotos von der Premiere in der Freilichtbühne finden Sie in unserer Bildergalerie.

















