Montag, Februar 26, 2024

Konzert der Musikfreunde Werne setzt Zeichen für die Ukraine

Anzeige

Werne. Der Ukraine-Krieg erforderte am Donnerstagabend eine Programmänderung in der Kammerkonzertreihe der Musikfreunde Werne. Das ursprünglich eingeladene Künstlerduo konnte nicht auftreten, da der Violinist Aleksey Semenenko als wehrfähiger Mann nicht aus der Ukraine ausreisen darf.

Hubertus Steiner, der künstlerische Leiter der Musikfreunde, fand mit den Schwestern Gusachenko zwei Künstlerinnen, die bereit waren, kurzfristig einzuspringen. Und musikalisch ein Zeichen zu setzen: Die beiden jungen Frauen stammen ebenfalls aus der Ukraine.

- Advertisement -

„Wir freuen uns, hier in diesem schönen Haus auftreten zu dürfen und hoffen, in diesen Zeiten mit unserer Musik etwas bewirken zu können“, sagte die Violinistin Victoria Gusachenko. Trotz der düsteren Zeiten in ihrem Heimatland hatte das Duo – mit Galina Gusachenko am Piano – ein „helles Stück“ zum Einstieg gewählt: Mozarts Violinen-Sonate G-Dur erklang wie ein frisches Aquarell mit fröhlichen Klangfarben, leicht aufgetragen und transparent. Violine und Piano ließen die Zuhörer an einem munteren Geplauder teilhaben. Die beiden Schwestern bildeten ein perfekt aufeinander eingestimmtes Team. Tänzelnd umspielten sie einander mit fein akzentuierten Tönen. Dann wieder wiegte sich die Violine im Takt weicher Melodiebögen, während die Pianistin mit schnelleren Klavierläufen gegensteuerte.

Mit Beethovens Violinensonate 7 in C-moll betrat ein völlig anderer Charakter das musikalische Geschehen. Ein dramatischer Auftritt, für den das Piano im 1. Satz ein aufwühlend-bassiges Timbre lieferte, während die Violine stürmisch aufbegehrte. Wie eine wohlmodulierte poetische Erzählung mutete dagegen das Adagio an. Im zweiten Teil des Programms widmeten sich die Schwestern virtuos osteuropäischen Musikern – von Frédéric Chopin (1810–1849) über dessen polnischen Landsmann Karol Szymanowski (1882–1937) bis zum dem erst 2020 verstorbenen ukrainischen Komponisten Myroslaw Skoryk.

Dr. Susanne Vedder-Laurenz, die Vorsitzende der Gesellschaft der Musikfreunde, bat vor dem Konzert um Spenden für die Ukraine. Foto: Schwarze

Auch die Veranstalter und Zuhörer bekundeten ihre Solidarität mit dem kriegsgebeutelten Land: Bereitwillig folgten die Konzertbesucher einem Spendenaufruf der Gesellschaft der Musikfreunde und füllten eine dafür am Eingang aufgestellte Box.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

Versuchte Tötung in Dortmund: Mann aus Werne verhaftet

Dortmund/Werne. In der Nacht von Freitag auf Samstag (24.02.2024) kam es gegen 1.30 Uhr auf Höhe des Nordausgangs des Hauptbahnhofs in Dortmund zu einem...

TV-Handballdamen lassen vor dem Tor zuviele Chancen liegen

Werne. Die Landesliga-Handballerinnen des TV Werne haben bei der ETG Recklinghausen eine bittere Niederlage kassiert. Landesliga Damen: ETG Recklinghausen - TV Werne 27:24 (13:14) Zur Halbzeit...

Frauentag: Märchenabend in der Fabi – Hexe oder Heilige?

Von Constanze Rauert Werne. Frauen sind vielschichtig. Das belegen Alltag und Märchenwelt gleichermaßen. Für den Internationalen Frauentag haben die Märchenerzählerinnen Mechthild Blind und Reinhild Niehues...

Werner SC muss sich mit torlosem Remis zufrieden geben

Werne. Nach fünf Siegen in Serie musste sich der Werner SC 2000 am Sonntag mit einem torlosen Unentschied gegen Warendorf zufrieden geben. Bezirksliga 7: Werner...