Donnerstag, April 25, 2024

Oratorienchor begeistert in Werne mit Requiem

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Werne. Wut, Angst, Trost und Hoffnung: Es war eine geballte Ladung an Emotionen, die der Dortmunder Oratorienchor am Sonntag (20. November) auf fast 200 Zuhörer in St. Christophorus einströmen ließ.

Fast greifbar war die andächtige Aufmerksamkeit, mit der die Menschen der Trauermusik von Purcell und Mozart lauschten – bis sich die zurückgehaltene Begeisterung am Ende in stehenden Ovationen Bahn brach. Zu dem Konzert unter der Leitung von Heiko Waldhans hatte die Stiftung Musica Sacra Westfalica geladen.

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Eine Sprecherin des Dortmunder Oratorienchores hatte zu Beginn des Konzerts darum gebeten, auf Zwischenapplaus zu verzichten. Denn die drei aufgeführten Stücke – begleitet vom Neuen Collegium Herford – sollten sich zu einem klanglichen Gesamtbild vereinen. Am Anfang stand die
„Begräbnismusik für Königin Mary“ von Henry Purcell (1659–1695), es folgten das „Ave verum
corpus“ (KV 618) und das Requiem (KV 626) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791).

Der Engländer Purcell hatte sein knappes und einprägsames Werk so symmetrisch angelegt wie ein barockes Schloss: Eingerahmt von zwei Trauermärschen am Anfang und am Ende, die wiederum flankiert wurden von zwei Chorsätzen und jeweils einer lyrischen Canzona, stand im Mittelpunkt ein Part der vier Solisten: „In the midst of life“ – „Mitten im Leben (sind wir des Todes)“. Dumpf fallende Trommelschläge und feierliche Trompetenklänge kontrastierten mit schwermütigen Chorpassagen. Mit angemessen schlanker Stimmführung interpretierten die Solisten – Inga-Britt Andersson (Sopran), Andra Isabel Prins (Alt), Joachim Streckfuß (Tenor) und Richard Logiewa Stojanovic (Bass) – dann das berührende, aber auch Trost spendende Mittelstück.

Zu dem Konzert unter der Leitung von Heiko Waldhans hatte die Stiftung Musica Sacra Westfalica geladen. Foto: Schwarze

Das „Ave verum corpus“ entfaltete der Oratorienchor in einem schön ausformulierten Melodiefluss. Den Nachhall dieser atmosphärischen Stimmung zerriss der mächtige erste Satz von Mozarts Requiem. Die wogenden Klangmassen türmten die Sängerinnen und Sänger weiter auf, zu einem Kyrie, das sich in einem wuchtigen Forte brach. Die „Tage des Zorns“ wurden mit geballter Ausdrucksstärke und forciertem Tempo vorgetragen. Der vierte Satz gehörte wieder den Solisten.

Deren Stimmlagen waren prägnant besetzt: Die sattdunklen Stimmen von Prins und Stojanovic schufen eine spannungsreiche Grundierung für den agilen Tenor von Streckfuß und Anderssons nachdrücklichen Sopran. Sehr innig und wie aus Herzensnot vorgetragen ließen die vier das Gebet „Recordare Jesu“ (6. Satz) erklingen.

Groß war die Begeisterung unter den Zuhörer/innen. Foto: Schwarze

Der Chor griff die beklemmende Stimmung auf und ließ sie in ein elegant geschwungenes „Lacrimosa“ münden, wobei pointierte Pausen wie abgehackte Schluchzer anmuteten. Das „Domine Jesu Christe“ zum Offertorium wurde von Chor und Solisten mit einem fast aufbegehrenden Schwung getragen, das Benedictus wirkte wie eine lyrische Momentaufnahme nach den vorangegangenen aufwühlenden Emotionen. Nach einem zurückhaltenden „Agnus Dei“ erklang das „Lux aeterna“ als hoffnungsvolles Fanal, entzündet vom strahlenden Solo-Sopran und vom Chor zum lichterfüllten Finale verdichtet.

Das nächste Konzert der Stiftung Musica Sacra Westfalica

Am Sonntag, 27. November, ist ab 17 Uhr der Philharmonische Chor Dortmund zu Gast in der
Christophorus-Kirche in Werne. Unter der Leitung von Granville Walker präsentiert er mit der
Sopranistin Julia Grüter und Mitgliedern der Dortmunder Philharmoniker sein diesjähriges
Adventskonzert. Aufgeführt werden Werke von Bach, Brahms, Mendelssohn, Mozart und
Rheinberger.

Der Eintritt beträgt 15 Euro (ermäßigt 10 Euro). Karten gibt es in Werne im Vorverkauf bei Bücher Beckmann, Magdalenenstr. 2, Tel. 02389 / 25 26.

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