Anima Quintett begeistert mit Kammermusik, die Grenzen überwindet

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Werne. Was für ein Triumph für die Kammermusik: Am vergangenen Donnerstagabend (15.10.2026) erlebte das Publikum in Werne eine Sternstunde des Konzertlebens. Mehr als 150 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um das frisch im Jahr 2025 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln gegründete Anima Quintett zu erleben.

Die jungen Musiker bewiesen eindrucksvoll, dass Musik die universellste aller Sprachen ist. Vier Saxophonist/innen und eine Pianistin aus fünf verschiedenen Nationen – Portugal, der Ukraine, Spanien, Taiwan und China – formten einen gemeinsamen Klangraum, der von der ersten Note an vollkommen in seinen Bann zog.

Das Ensemble legte mit Gerónimo Giménez’ Intermedio aus „La boda de Luis Alonso“ einen fulminanten, von andalusischem Temperament sprühenden Start hin. Bereits hier zeigte sich das blinde Verständnis zwischen den Musikern, das von tiefer Spielfreude geprägt war. Mit einer packenden stilistischen Wendung folgte Kurt Weills Kleine Dreigroschenmusik. Das Quintett transportierte den bissigen, rauchigen Sound des Berlins der späten 1920er Jahre mit einer grandiosen rhythmischen Schärfe in den Saal, die unter die Haut ging.

Einen Moment puren Innehaltens schenkten die Künstler dem Publikum mit Johannes Brahms’ Intermezzo A-Dur op. 118 Nr. 2. Dem Ensemble gelang das Kunststück, dieses zutiefst melancholische und intime Spätwerk in einer Bearbeitung erstrahlen zu lassen, die dem Klavier und den Saxophonen Raum für zärtlichste, fast wortlose Nuancen bot. Die sensible und vielfach preisgekrönte Pianistin Kewen Wang bettete die warmen, sehnsuchtsvollen Linien der Bläser in ein samtiges Fundament. Vor der Pause zeigten sich die Musiker bei Dmitri Schostakowitschs „Fünf Stücken“ von ihrer charmantesten Seite: Voller Humor, Leichtigkeit und feiner Nostalgie fesselten die Miniaturen die Zuhörer.

Nach der Pause zog das Anima Quintett alle Register seines orchestralen Könnens. Gioachino Rossinis weltberühmte Ouvertüre zu „La gazza ladra“ sprühte nur so vor Esprit, Dynamik und spielerischer Eleganz. Als absolute Virtuosen erwiesen sich die Musiker daraufhin bei Franz Liszts „Ungarischer Rhapsodie Nr. 2“. Hier entfesselte das Ensemble eine regelrechte „Lisztophenie“ im Saal: Atemberaubende Tempi und eine ekstatische Energie rissen die Zuhörer förmlich von den Sitzen.

Anima Quintett bereitetet den über 150 Zuhörenden einen unvergesslichen Abend.

Der krönende Höhepunkt des Abends gehörte George Gershwins „Rhapsody in Blue“. Das berühmte, aufsteigende Eröffnungs-Glissando – virtuos intoniert von João Rodrigues am Sopransaxophon – ging durch Mark und Bein. Zusammen mit Daniela Melikova (Altsaxophon), Silvia Martín González (Tenorsaxophon) und Hung-Yu Chen (Baritonsaxophon) entfaltete das Quintett die jazzige DNA der Instrumente in absoluter Perfektion. Der Puls der Großstadt, die synkopierten Ragtime-Rhythmen und die schwelgenden Blue Notes verschmolzen mit der grandiosen Wucht des Klavierspiels zu einem packenden Gesamtkunstwerk.

Die Gesellschaft der Musikfreunde erlebte einen inspirierenden, unvergesslichen Abend, der mit langanhaltendem, begeistertem Applaus belohnt wurde.

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