Drei Chöre, zwei Klangwelten: Keltische Messe trifft Gounod

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Werne. Wie eine Landschaft breitete sich die Musik der keltischen Messe vor den Ohren des Publikums aus: Weite, Erdverbundenheit, Wind, zerklüftete Felsen und sanfte Hügel – als das ließen die drei Chöre Life Line Werne, Singekreis Kamen-Heeren und der Evangelische Kirchenchor Methler die Menschen in der voll besetzten St. Christophorus-Kirche spüren.

Ebenso atmosphärisch dicht hatten sie zuvor die „Messe brève“ von Charles Gounod interpretiert. „Die Stücke könnten unterschiedlicher nicht sein“, sagte Inna Sender, Sprecherin von Life Line, vor Beginn des Konzerts am Sonntagabend (1. Februar 2026). „Sie treffen sich an einem Punkt, in unseren Herzen.“

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Auf diese Weise entfalteten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Thomas Klein bei Gounods „Messe brève No. 7 in C aux chapelles“ eine Klangwelt zwischen Poesie und dramatischen Kontrasten. Das Gloria gestaltete sich nach eindringlichen Rufen als lebendiger Dialog zwischen der Sopransolistin Nicole Klein und den Chören, deren Dynamik zum Amen hin aufblühte. Im Sanctus ließen die Frauenstimmen das Hosanna leuchten. Im Benedictus griffen die Töne dagegen fließend ineinander, bevor sie sich wieder in die Höhe schraubten.

Die Chöre sangen unter der musikalischen Leitung von Thomas Klein.

Innig modulierte Nicole Klein das Agnus Dei, die Chöre ließen die abschließende Bitte um Frieden wirkungsvoll anschwellen. Das „O salutaris hostia“ wurde mit schwebender Anmut interpretiert, passend zur romantischen Komposition Gounods.

Zwischen ihr und der keltischen Messe „Das Licht in unserem Herzen“ liegen etwa 150 Jahre. Doch auch die zeitgenössische Komposition des Kirchenmusikers Peter Reulein und des Studentenpfarrers Eugen Eckert bedient sich einer bildhaften Klangsprache. Zu hören war das unmittelbar beim Schöpfungsgesang „In the beginning God made the world“: ein Hauch Querflöte, eine archaischer Rhythmus am Schlagwerk, ein sachtes Streicheln der Geige – wie eine Brise, die durch Grashalme streift. In dieser verhaltenen Stimmung setzten die Sopranistin und die Chöre ein, mit einer strömenden Melodie, die Weite atmete und sich zu einem Gänsehaut-Forte steigerte.

Die Sopransolistin Nicole Klein und das Instrumental-Quintett „folk4you“ bereicherten das Klangspektrum.

Die Schöpfer dieser Messe hatten uralte geistliche Texte und Melodien aus Irland und Schottland mit moderneren Elementen verknüpft. Das klang beispielsweise durch das wie ein Reigen inszenierte Gloria. Zum lebhaften Geigen-Solo hätte man auch tanzen können. Die Chöre taten das – nur eben mit ihren Stimmen, nicht mit Füßen. Andere Sätze folgten einem erzählerischen Duktus, bauten Spannung auf, zu spüren etwa in den dumpfen Trommelschlägen bei „A Thiarna“ oder „Is Naofa“. Die Spielweise des Instrumental-Quintetts „folk4you“ weckte irisches Feeling, inklusive Bildern von weiten grünen Panoramen.

Hunderte Menschen hörten das Chorkonzert in Wernes St. Christophorus-Kirche.
Hunderte Menschen hörten das Chorkonzert in Wernes St. Christophorus-Kirche.

Zum bodenständigen Tonfall der Messe passte die leicht dunkle Klangfärbung des Soprans von Nicole Klein. Ein ganz klein wenig rau intonierte sie, gerade so, dass es mit der Ursprünglichkeit der alten Texte und der iroschottischen Landschaft harmonierte. In dieser Weise unterbreitete sie irische Segenswünsche, untermalt vom Chor zu einer Musik, die trägt.

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