Donnerstag, April 23, 2026

Corona-Krise: Kein Ansparen gegen die Verluste

Anzeige

Werne. Die Corona-Krise hat in Wernes Stadtkasse deutliche Spuren hinterlassen (WERNEplus berichtete). In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss gab Bürgermeister Lothar Christ am Dienstag einen Überblick über die finanziellen Auswirkungen. Ein Mehraufwand von 606.697 Euro entstand durch Kosten für Desinfektionsmittel, Sicherheitsdienst, mobile Arbeitsplätze etc. Die Mindererträge wurden unter anderem durch die Herabsetzung der Gewerbesteuer und Mindereinnahmen bei den Kita-Beiträgen verursacht. 3,175 Millionen Euro stehen aktuelle zu Buche. Die Minderaufwendungen zum Beispiel für Maikirmes Bürgerbüro, Bücherei oder Museum betragen dagegen bei 180.058 Euro.

Generell sei aber ein Ansparen gegen die Verluste nicht geraten, gab Christ die Einschätzung im Rathaus wieder. Selbst wenn man auf alle freiwilligen Leistungen verzichten würde, könnte man dieses Volumen dennoch nicht erreichen. Das zerstöre vielmehr Strukturen, da der Haushalt bereits eng bemessen sei. Die Stadt liege damit auch auf der Linie des Landes. „Keine Haushaltssperren, keine Nachtragshaushalte, Investitionen nicht zurückfahren“, lauten die Empfehlungen aus Düsseldorf.

- Advertisement -

Für Entlastung in den Kommunen sorgen die Staatshilfen aus dem Maßnahmenpaket, dass der Koalitionsausschuss am 3. Juni beschlossenen hatte. So sollen krisenbedingte Gewerbesteuerausfälle pauschal kompensiert werden. Als wichtige und nachhaltige, weil strukturelle Verbesserung, bewertete Christ die Übernahme von Sozialkosten durch den Bund. 25 Prozent der Kosten für Unterkunft und Heizung in der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden künftig übernommen. Für den Kreis Unna bedeute dies eine Entlastung von 1,26 Millionen Euro in diesem Jahr, sagte Christ.

Für das Krisenmanagement der Stadtverwaltung erntete der Bürgermeister viel Anerkennung. „Die Mitarbeiter der Verwaltung haben einen Wahnsinnsjob gemacht und die ständigen Änderungen und Nachsteuerungen gut bewältigt. Großen Respekt vor dieser Leistung“, fand SPD-Fraktionsvorsitzender Lars Hübchen und stieß damit auf einhellige Zustimmung im Ausschuss. Gleichzeitig regte er an, die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Umgang mit der Krise festhalten, zu bewerten und daraus zu lernen.

Lothar Christ hatte zuvor das disziplinierte und ruhige Verhalten der Bürger – bis auf einige wenige Ausnahmen – gelobt. „Die Bevölkerung hat alles mitgetragen“, stellte er fest.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

U13 des TV Werne geht mit Rückenwind der Damen in die „WM“

Werne. Am 25. und 26. April (Samstag/Sonntag( finden in der Lindert-Sporthalle die Westdeutschen Meisterschaften der U13-Mädchen im Volleyball statt. Werne wird an diesem Wochenende...

„Anfassen, umblättern, zurückblättern“: Lesepatinnen über den Wert des Buches

Werne. Der UNESCO-Welttag des Buches feiert am 23. April das Lesen und das Buch. Trotz digitaler Medien wollen vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder noch...

STADTRADELN: Klima-Radtour für Groß und Klein im Mai

Werne. Im Rahmen des STADTRADELN bieten das Mobilitäts- und Klimaschutzmanagement der Stadt Werne eine Klimaradtour für Bürgerinnen und Bürger an. "Gemeinsam sammeln wir nicht...

„Sinne in Bewegung“ feiert Einjähriges: Kinder spielerisch (früh)fördern

Werne. Jedes Kind ist besonders und erlebt diese Welt zum ersten Mal. Dazu gehört auch, dass nicht alle von ihnen sofortigen Anschluss finden können,...