Auch FDP Werne für „Nordlippestraße-Nord“

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Werne. Nach Grünen und SPD folgt nun die FDP und nimmt zum geplanten Gewerbegebiet an der Nordlippestraße Stellung. Dabei sprechen sich die Liberalen in einem Positionspapier erwartungsgemäß für die Entwicklung der nördlichen Fläche am Kreisverkehr B54/Nordlippestraße aus und nehmen, wie die Sozialdemokraten, zu den in der öffentlichen Diskussion von den Gegnern des Projektes angeführten Behauptungen Stellung. 

Die Zeiten, in denen man der Industrie freie Hand gelassen habe und diese sich um die Umwelt keine Gedanken habe machen müsse, seien längst vorbei. Die Auflagen für Industrie und Gewerbe hinsichtlich Klima- und Umweltschutz seien in Deutschland so hoch wie in kaum einem anderen Land. Auch könne man durch eine umweltbewusste Planung des Gebiets die negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren, schreibt Fraktionschefin Claudia Lange in einer Pressemitteilung.

„Man kann nicht pauschal sagen: Industrie ist schlecht für die Umwelt. Vielmehr muss man zwischen Industrie und Industrie unterscheiden. Niemand hat die Absicht, eine Aluminiumhütte oder eine Erdölraffinerie nach Werne zu holen – aber ein weniger emittierender Lebensmittelproduzent oder ein High-Tech Unternehmen? Bitte gern“, stellt Lange klar.

Der Bedarf an Gewerbeflächen sei in der Stadt ungebrochen hoch und der Nutzen für die Stadt und die Werner Bevölkerung enorm. Die Stadt benötige die Steuereinnahmen, um den Lebensstandard in Werne halten und auch ausbauen zu können. Dies beziehe sich auf die Innenstadtgestaltung, die Schullandschaft und nicht zuletzt die Freizeitinfrastruktur, wie das Solebad und Sportanlagen. Man dürfe solche Projekte daher nicht nur schwarz oder weiß sehen. „Gewerbegebiete sind keine Kunstwerke, sie sind aber auch ein Grundpfeiler des Wohlstandes der Bürger“, stellt Lange fest.

„Wir sagen natürlich Ja zum Naturschutz. Naturschutz mit Augenmaß bitte. Selbstverständlich möchten wir unseren Kindern eine Zukunft bieten, indem wie ihnen ein gesundes Ökosystem hinterlassen. Aber eine Zukunft für unsere Kinder heißt auch, dass sie in einer Stadt mit einer optimalen Bildungslandschaft aufwachsen, Ausbildungen beginnen und später hier arbeiten können“, wird Parteivorsitzender und Ratsmitglied Artur Reichert in der Mitteilung zitiert.

Die Zahl junger Arbeitslosen im Kreis Unna sei im vergangenen Jahr um 30,2 Prozent gestiegen. „In einer Zeit, in der man deutschlandweit 240.000 jungen Erwachsenen keinen Job oder einen Ausbildungsplatz bieten kann, ist es dekadent zu behaupten, wir bräuchten die Industrie nicht“, fasst Ratsmitglied Benedikt Lange abschließend die FDP-Position zusammen.

Das komplette Positionspapier der Werner Liberalen zum Kooperationsstandort ist auf der Homepage der Partei nachzulesen: www.fdpwerne.de

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