Freitag, März 13, 2026

Akute Hitze und Dürre – Grüne für Entsiegelung von Flächen

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Werne. Für die Entsiegelung von städtischen wie privaten Flächen setzt sich die Ratsfraktion von Bündnis ´90/ Die Grünen in einem Antrag an den Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung (ASPW) ein.

Im Beschlussvorschlag für die Sitzung am 18. Oktober 2022 regt man als einen ersten Schritt die Kartierung von städtischen Flächen an, die sich zeitnah durch wasserdurchlässige Oberflächen ersetzen lassen.

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Auch private Flächen sollten demnach nicht außen vor bleiben und Privateigentümer Förderungen erhalten, um bestehenden Versiegelungen entgegenzutreten. Ob städtisch oder privat, für beide Bereiche solle die Verwaltung prüfen, ob dafür Fördergelder zur Verfügung stehen. Maßnahmen zur Begrünung und Versickerung müssten dann folgen.

„Die akute Hitze macht auch in der Stadt Werne in diesem Sommer wiederholt zu schaffen und zeigt deutlich, wie akut die Klimakrise das alltägliche Leben beeinflusst. Neben Hitze und Dürre sieht man sich immer wieder auch mit Starkregen und der Hochwassergefahr konfrontiert“, begründet Fraktionschef Benedikt Striepens den Vorstoß.

„Der Boden ist essentieller Bestandteil kommunalen Grunds, der gerade in der Werner Innenstadt durch Aufschüttung, Verdichtung, Schadstoffeinträge und Entwässerung stark negativ beeinflusst wird”, erläutert Grünen-Ratsmitglied Klaus Schlüter.

Die durch den Klimawandel verursachten Hitzetage und Dürren bewirkten aus Sicht der Grünen zudem, dass ausgetrocknete Böden im Allgemeinen nur schlecht Wasser aufnehmen könnten. Hinzu käme, dass versiegelte Böden das Wasser nicht versickern, sodass es direkt in die Kanalisation laufen ließe.

„Eine für Flora und Fauna notwendige Wasserreserve kann so nicht aufgebaut werden”, stellt Christoffer Diedrich, neuer Sprecher des Ortsverbandes der Grünen, fest. Neben der dauerhaften Beschädigung der Böden führe der hohe Versiegelungsgrad vor allem im Sommer zu einer starken Hitzebelastung mit negativen Folgen für die Menschen in der Stadt. „Die Klimakrise hat uns alle schon längst erreicht und es wird Zeit für Taten”, fordert der Sprecher, der auch Mitglied im ASPW ist, geeignete Maßnahmen.

Eine dieser Maßnahmen seien Programme zur Flächenentsiegelung. Insbesondere in den dicht besiedelten Bereichen Wernes machten sich die negativen Folgen des Grünflächenverlusts stark bemerkbar. Durch die Entsiegelung des Bodens könne zumindest ein gewisser Ausgleich für die durch Verbauung verloren gegangenen Flächen geschaffen werden, ist man überzeugt.

Die Entsiegelung als wichtige Gegenmaßnahme fördere zudem die Lebens- und Wohnqualität. Die Stadt Werne würde nicht nur einen natürlichen Schutz gegen Hitze in der Stadt und im Wohnumfeld erhalten, sondern auch ein aufgewertetes Stadtbild. Die so gewonnene Attraktivität stärke den sozialen Zusammenhalt und erhöhe die Lebensqualität in der Stadt.

Ohnehin fordere die Bürgerschaft zunehmend eine stärkere Beteiligung an der Stadtentwicklungsplanung. Dies könne auch im Zuge der Ideenfindung zur Flächenentsiegelung durch Informationsabende, Umfragen oder auch durch Urban Gardening gefördert werden.

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