Begegnungen im Rahmen der Partnerschaft mit Wałcz und Bailleul 

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Werne. Städtepartnerschaftliche Aktivitäten – neue Ziele und Schwerpunkte: Auf Einladung der Stadtverwaltungen und der Partnerschaftsvereine in Wałcz und Bailleul reisten Delegationen aus Werne kürzlich unter der Führung von Bürgermeister Christ in die Partnerstädte nach Polen und Frankreich.

Alle Beteiligten hoben hervor, wie wichtig die nach der Corona-Krise nun wieder möglichen persönlichen Begegnungen sind. Da seit 2015 alle Partnerstädte von Werne miteinander und untereinander vertraglich verschwistert sind, verdichten sich die Begegnungen nicht nur terminlich sondern auch inhaltlich und stärken die freundschaftlichen Bande der Akteure.

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Anlass der kürzlichen Besuche in nur 14-tägigem Abstand waren Jubiläen und Jahrestage der vier Städte Bailleul, Izegem, Kyritz, Werne und Wałcz. Dabei wurden neue Zielsetzungen der Zusammenarbeit zwischen den Städten entdeckt und ausgelotet.

Ein Arbeitstreffen nord-französischer Städte in Bailleul unter Beteiligung des „Internationalen Clubs Werne“ (ICW) hatte im Herbst vergangenen Jahres die Bedeutung der Vernetzung herausgestellt: Jede Partnerstadt bringt ihre lokalen Gegebenheiten und teils 50-jährige Erfahrung ein und informiert über die Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dabei werden Themen von der europäischen Ebene auf die Ebene der Kommunen und der Zivilgesellschaft geholt.

So war in Walcz der Krieg in der Ukraine Thema, denn die Stadt liegt nicht nur geografisch näher am Kriegsgebiet, sondern ist auch mit zwei ukrainischen Städten partnerschaftlich verbunden. Insofern hat sie eine Relaisfunktion für Hilfeleistungen aus den Partnerstädten. Nicht jedem in Werne und insofern nicht jedem der Delegationsmitglieder war bekannt, dass die Mehrzahl der heutigen Einwohner von Walcz infolge von Vertreibung und Umsiedlung 1945 aus dem westlichen Teil der Ukraine stammt. 

Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der schulischen und betrieblichen Bildung und Ausbildung. Die Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien und die dadurch ermöglichte pädagogische Arbeit erstaunten die Besucher aus den Partnerstädten. 

In Bailleul stand am 8. Mai (Nationalfeiertag) das in Frankreich landesweit erinnerte Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 im Mittelpunkt. Der dortige Partnerschaftsverein präsentierte eine interaktive Ausstellung „Vom Elysée-Vertrag zum Aachener Vertrag“. Am folgenden Tag lag der Schwerpunkt auf stadtplanerischen und stadtökologischen Fragen unter dem Thema: „Biologische Vielfalt und Natur in unseren Städten“. Die Tagung fand, dem Thema angemessen, im Pflanzensoziologischen Zentrum statt, das seit 1984 auch eines von fünf nationalen Konservatorien der pflanzlichen Vielfalt beherbergt.

Die Lage der ganzen Forschungseinrichtung auf dem Gelände eines ehemaligen flämischen Bauerhofs beeindruckte die Teilnehmenden durch den Umfang der Bibliothek und des wissenschaftlichen Auftrags. Erholsam und lehrreich war der Rundgang durch den Wildpflanzen- und Heilpflanzengarten mit 1250 Pflanzenarten und das umgebende Gelände mit der Vegetation Flanderns und der Küstenregion. Abgerundet wurde der Tag durch die Besichtigung einer aufgelassenen Tongrube, die von einem Verein renaturiert und kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Wernes Bürgermeister Lothar Christ dankte in Wałcz wie in Bailleul den städtischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren für die freundliche Aufnahme und lobte ihre engagierte Arbeit für die Ziele der Städtepartnerschaft. Die Bedeutung und Wertschätzung der Arbeit der Städtepartnerschaften wird zunehmend auf europäischer Ebene deutlich, nicht zuletzt durch die Förderung dieser Begegnungen durch den im Aachener-Vertrag  neu geschaffenen „Bürgerfond“.

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