Runder Tisch gegen häusliche Gewalt

Anzeige

Kreis Unna. Auf einem Fachtag des Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt im Kreis Unna wurden im Spiegelsaal auf Haus Opherdicke die Auswirkungen der sogenannten Istanbul-Konvention auf Kommunen intensiv beleuchtet. Darüber berichtet die Kreis-Pressestelle.

Zu Gast war Dagmar Freudenberg, Staatsanwältin i.R und Referentin für Opferschutz i.R. aus Göttingen, die in ihrem Fachvortrag zunächst die rechtlichen Grundlagen der Istanbul-Konvention erläuterte. Die Istanbul-Konvention, auch bekannt als die „Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“, ist ein bedeutendes internationales Abkommen, das Maßnahmen zum Schutz von Frauen und von häuslicher Gewalt Betroffener beinhaltet. Seit dem Inkrafttreten der Ratifizierung in Deutschland am 1. Februar 2018 steht sie im Range eines Bundesgesetzes, das über den jeweiligen Landesrechten steht.

- Advertisement -

Dagmar Freudenberg wies darauf hin, dass die Einhaltung und Umsetzung der Konvention auf allen Ebenen, also für Bund, Land und Kommunen eine Pflichtaufgabe darstellt und empfahl daher die Einrichtung einer Koordinierungsstelle.

Deren Aufgabe besteht darin, eine kreisweite Datensammlung nach dem jeweiligen Geschlecht und Kontext der Gewalttaten zu initiieren. Dabei sind ebenfalls mehrfachdiskriminierte und vulnerable Personengruppen wie Menschen mit Behinderung, Migrationsgeschichte oder diverser Geschlechtsidentität besonders in den Blick zu nehmen.

Problematik wird nicht von alleine verschwinden

Auch eine Gesamtstrategie für die Vernetzung der lokalen Akteurinnen und Akteure, sowie die Durchführung umfassender Maßnahmen zur Information und Prävention sind erforderlich. Einen Schwerpunkt legt die Istanbul-Konvention außerdem auf die Täterarbeit sowie auf Multiplikatorenschulungen für das Personal an Kitas, Schulen und in Vereinen. Das alles bedarf einer finanziellen Ausstattung in Form personeller Ressourcen sowie eines Budgets für Fortbildungen, Konferenzen und Öffentlichkeitsarbeit.

„Seit Jahren beobachten wir wachsende Zahlen bei Gewalttaten gegen Frauen. Die Problematik wird leider nicht von alleine verschwinden – ganz im Gegenteil. Daher ist es erforderlich, Strukturen zu schaffen, die das Thema umfassend angehen und dem gesetzlichen Auftrag gerecht werden“, so Leonie Engelhardt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Unna und Koordinatorin des Runden Tisches. PK | PKU

Weitere Artikel von Werne Plus

TV-Hockey: Herren schlagen Spitzenreiter – MU16 und WU14 Erste

Werne. Die Hockey-Herren des TV Werne haben dem bislang ungeschlagenen Tabellenführer THC Münster 2 die erste Saisonniederlage beigebracht. Bei hochsommerlichen Temperaturen setzte sich Werne...

Kirche unter Druck: Stadt soll sich an Friedhofskosten beteiligen

Werne. Der Friedhof am Südring befindet sich teilweise in einem extrem ungepflegten Zustand, wie WERNEplus vor wenigen Tagen in einem Bericht die Kritik von...

Kontrolle am Gersteinwerk: Ein Pkw-Fahrer doppelt so schnell als erlaubt

Stockum. Der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde Unna hat am Dienstag (23.06.2026 )eine Geschwindigkeitsmessung in Werne durchgeführt. In der Zeit von 7.25 bis 15:.5 Uhr wurde an...

Sanierung der K17 Hansastraße in Bergkamen: Baubeginn am 29. Juni

Bergkamen/Kreis Unna. Am Montag, 29. Juni, beginnen ab 7 Uhr die Bauarbeiten zur Sanierung der Fahrbahn der K17 Hansastraße in Bergkamen. Das rund 1.200...