Kirche unter Druck: Stadt soll sich an Friedhofskosten beteiligen

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Werne. Der Friedhof am Südring befindet sich teilweise in einem extrem ungepflegten Zustand, wie WERNEplus vor wenigen Tagen in einem Bericht die Kritik von Besucherinnen und Besucher an der Grünpflege widerspiegelte. Nun diskutierte die Politik im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne am gestrigen Dienstag (23.06.2026).

Zu Gast war der Kirchenvorstand der katholischen Pfarrgemeinde St. Christophorus, angeführt von Dechant Jürgen Schäfer, sowie Felix Reinertz aus der Zentralrendantur Hamm-Nord/Lüdinghausen/Werne. Sie wiederholten ihre Schilderungen zur veränderten Friedhofskultur und die dadurch bedingte Reduzierung der Friedhofspflege aus dem Pressegespräch im April 2025.

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Waren noch vor wenigen Jahrzehnten Erdbestattungen die Norm, werden die Verstorbenen heute zu 80 Prozent in Urnengräbern bestattet. Das habe zur Folge, dass die Freiflächen in den einst geschlossenen Reihen von Gruften und Einzelgräbern immer mehr und größer werden, berichtete der Pfarrdechant. Um den „Friedhof aufzuräumen“ dauere es aber 25 bis 40 Jahre. Aber: „Wir sind dabei! Die Pflegekosten sind nämlich wegen des Flickenteppichs so hoch.“

Weil diese Entwicklung einerseits einen Anstieg der Kosten und andererseits sinkende Einnahmen bedeutet, hatte die Katholische Kirchengemeinde St. Christophorus entschieden, dem gestiegenen Pflegeaufwand mit einer deutlichen Reduzierung der Friedhofspflege zu begegnen. „Wären wir eine private Person, müssten wir Insolvenz anmelden“, so Jürgen Schäfer weiter.

Sechs Hektar ist der katholische Friedhof groß. Seit 1.223 Jahren führt die Kirche Beerdigungen durch, geplant als Sargbestattungen. Bis vor zehn Jahren habe das auch gut funktioniert. Dass die Pfarrgemeinde nun städtische Unterstützung benötigt, ließ sich schon bei einem Blick auf den Tagesordnungspunkt 13 in der nicht-öffentlichen Sitzung vermuten – dort aufgeführt: „Friedhofsangelegenheiten – Bezuschussung kath. Kirchengemeinde“.

Felix Reinertz verdeutlichte die finanziellen Probleme und äußerte den Wunsch, die Stadt mit zu beteiligen. „20 bis 25 Prozent der Betriebskosten halten wir für angemessen“, sagte der Mitarbeiter der Zentralrendantur. Der Friedhof zähle zu den stadtbildprägenden Gedenkstätten Wernes, er erfülle eine öffentliche Aufgabe, es seien bislang keine kommunalen Betriebskosten entstanden. „Kirche raus, Stadt rein“ – so beschrieb Reinertz das „Worst-Case-Szenario“, bei dem sich die Kommune alleine um den Friedhof kümmern müsste.

Hinter verschlossenen Türen diskutierte das politische Gremium mit dem Kirchenvorstand weiter. „Die Nichtöffentlichkeit diente dem Schutz der laufenden Vertragsverhandlungen und der vertraulichen Behandlung der dabei erörterten Inhalte“, begründete Sven Linnemann (SPD) diesen Schritt. Verwaltung und Kirchengemeinde wollen die Öffentlichkeit in Kürze über die Ergebnisse der Gerspräche informieren, hieß es.

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