Samstag, April 25, 2026

Mehr Tempo für Klimaschutz und Mobilität gefordert

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Werne. Wie geht es voran mit den Konzepten zum Klimaschutz und zur Mobilität? Im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am Dienstag, 18. Februar 2025, berichtete Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebs Werne und zuvor Klimaschutzmanager, zum Stand der Dinge bei beiden Konzepten (Projektlisten mit Bearbeitungsstatus im Bürgerinformationssystem abrufbar).

In einem Antrag hatte die FDP explizit Berichte zu den oben genannten Konzepten, zur kommunalen Wärmeplanung und zur Vorstellung des Straßenkatasters mit Schwerpunkt auf die Situation der Radwege beantragt. Dass sich letzterer nicht auf der Tagesordnung wiederfand, monierte Christoph Dammermann (FDP) und nicht nur das: „Was ist beim Klimaschutzkonzept passiert, welche Maßnahmen wurden umgesetzt, das ist seit 4,5 Jahren Top-Thema?“, fragte der Bürgermeisterkandidat der Liberalen und gab sich die Antwort selbst: „Nüchtern betrachtet sind wirklich umgesetzte Projekte nicht erkennbar, das geht super langsam“, sagte er.

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Dr. Gehrke verwies unter anderem auf den Sanierungsplan Straßenbeleuchtung für Umrüstung auf LED, auf mehrere Projekte für Freiflächen-Photovoltaik, Klimaschutz im Projekt Surfworld etc., die von der Verwaltung begleitet würden. Von 55 Maßnahmen des Konzeptes seien 18 abgeschlossen, zwölf in Bearbeitung und 25 noch nicht begonnen, bilanzierte er.

„Es hat sich wenig bewegt“, fand auch Ulrich Höltmann (SPD), sah aber auch die knapp einjährige Vakanz bei der Stellenbesetzung des Klimaschutzmanagers als einen Grund. Das Thema Baumpflanzungen ließ er nicht ruhen. Es gebe noch viele Stellen zum nachpflanzen. Dies sei ein Dauerthema und werde Jahr für Jahr fortgeführt, auch wenn im Bearbeitungsstatus „abgeschlossen“ stehe. Allerdings sei der Planungsaufwand hoch und die Personaldecke kurz.

Andreas Drohmann (B´90/ Die Grünen) lenkte den Blick auf das „große Ganze“. So sei die kommunale Wärmeplanung immer geschoben worden. Man müsse die Perspektiven weiterdenken und mit der KWP im Galopp vorankommen, forderte er.

Planungsdezernent Ralf Bülte hielt dagegen: Man habe im Kreis-Vergleich die meisten Windkraftanlagen, das Repowering-Projekt von Klingele begleitet, ebenso gebe es mehrere Freiflächen-PV-Projekte. Schwierig seien allerdings immer neue Erlasse und gesetzliche Regelungen, die Investoren verunsicherten. Die Klimaschutzsiedlung am Becklohhof sei fertig, das Projekt haben man stark unterstützt, das Feuerwehrgerätehaus in Stockum mit vielen Klimaschutzmaßnahmen sei fertig, auch in die Turnhallenplanung Klöcknerstraße seien etliche Aspekte des Klimaschutzes eingeflossen, wehrte er sich gegen den Pauschalvorwurf, es sei nichts passiert.

Der Zustand der Straßen Becklohhof ist katastrophal - ein Beispiel für marode Straßen in Werne. Foto: Wagner
Der Zustand der Straßen Becklohhof ist katastrophal – ein Beispiel für marode Straßen in Werne. Foto: Wagner

Politik erhöht Druck in Sachen Straßenkataster

Ein Thema, das den Ausschussmitgliedern quer über alle Fraktionsbänke unter den Nägeln brennt, ist die lange geforderte Aufstellung eines Straßenkatasters, das außerdem die Erfassung von Radwegen einschließt. Auf Basis des Katasters soll eine Priorisierungsliste jene Straßen, Wirtschaftswege und Radwege führen, die zuerst saniert werden sollen.

Im Planungsausschuss stand das Thema wie berichtet ebenfalls schon auf der Tagesordnung. Hier hatte Dr. Gehrke bereits erklärt, dass die Erfassung des jeweiligen Straßenzustands per Spezial-Fahrzeug geschieht. Sind Radwege in den Fahrbahnbereich eingegliedert, werden sie mit erfasst. Anders verhält es sich mit denen, die getrennt von der Straße verlaufen. Die habe man mit dem Fahrzeug nicht befahren können.

Dass man inzwischen seit acht Jahren auf ein Straßenkataster warte, kritisierte Adelheid Hauschopp-Francke (sachkundige Bürgerin SPD) nicht zum ersten Mal. Auch mit Blick auf die Wirtschaftswege, die rund um Werne auch als Radwege genutzt würden, gebe es erheblichen Sanierungsbedarf. Zur Jahresmitte, wie im ASPW angekündigt, wolle man das Ergebnis sehen.

Bei der Initiative Rad (IR) und beim ADFC sei man „maximal frustiert“, sparte auch Andreas Drohmann nicht mit Kritik. Wenigstens besonders unfallträchtige Stellen müsse man doch direkt anfassen, forderte er sinngemäß. Oft seien es einfache Dinge wie das Fehlen von Schildern oder Markierungen.

Der KBW-Leiter sah die Radwege zwar teils in schlechtem, grundsätzlich aber in einem erträglichen Zustand. „Wir halten sie instand“, entgegnete er.

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