Freitag, April 12, 2024

Lenklar 2022: Packendes Finale, Heimsiege und bester Juniorenreiter

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Werne. Die Deutsch-Schweizerin Kaya Lüthi war am Ostermontag beim finalen S****-Springen auf der Anlage Gripshöver zum Abschluss der Lenklarer Reitertags um rund drei Sekunden schneller als Marco Kutscher. Er hatte das abschließende Springen vor drei Jahren gewonnen und ging deshalb als Titelverteidiger in diesen Wettbewerb.

Am Ostersonntag stand eine andere Reiterin im Rampenlicht der Siegerehrung. Die für den Werner St.-Georg-Reitverein startende Chiara Mecke legte mit zwei Bilderbuchdurchgängen im ersten und zweiten Umlauf und dem damit verbundenen Sieg im Zwei-Sterne-S-Springen den Grundstock für den intensiven Jubel der Werner Reitsportfans.

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Ostermontag

Schätzungsweise über 5.000 Zuschauer verfolgten das S-Springen. Das Vier-Sterne-S gilt als die schwerste Prüfung, die es bei einem nationalen Reitturnier in Deutschland überhaupt gibt. Die Hinternisse sind 1,60 Meter hoch und noch dazu so aufgestellt, dass die Reiter die Galoppsprünge ihrer Pferde genau einteilen müssen und nicht zu früh oder zu spät abspringen dürfen. Immerhin sind die Pferde hier in einem Tempo von bis zu 350 Meter pro Minute unterwegs und legen mit jedem Galoppsprung zwischen 3,50 und vier Metern zurück.

Die zwölf ersten Starter mussten sich im Ziel mit Fehlerpunkten begnügen. Ein Reiter musste wegen dreimaligem Ungehorsam seines Tieres die Bahn ohne Wertung verlassen. Doch dann kam Kaya Lüthi in den Parcours. Ihre 14 Jahre alte Holsteiner-Stute Amelia erwies sich als sprungsicherer Wirbelwind. Das Paar meisterte den ersten Umlauf fehlerfrei. Die Wirbelwindzeit von 81,02 Sekunden wurde unter den acht Startern des ersten Umlaufs mit Nullfehlerritten nur einmal und zwar von Sönke Fallenberg (Wessenhorst) mit 78,63 Sekunden unterboten. Im Stechen lag Fallenberg mit einer Zeit von 39,47 Sekunden zwar vor Lüthi. Allerdings machte ein Abwurf am letzten Hindernis den Siegtraum zunichte. Der Wessenhorster musste sich mit dem fünften Platz in der Endwertung begnügen.

Nur rund drei Sekunden trennten Marco Kutscher vom Sieg im Großen Preis. Foto: Steinmüller

Viele im Publikum fieberten dem Auftritt von Marco Kutscher entgegen. Der Pferdemann hatte den Großen Preis bei den letzten Lenklarer Reitertagen 2019 gewonnen und ging somit als Titelverteidiger in den Wettbewerb. Sein Null-Fehler-Ritt im ersten Umlauf lief in professioneller Routine ab. Alles passte, bis auf die Zeit, die Lüthi vorgegeben hatte. Wollte Kutscher der Deutsch-Schweizerin den Sieg im Stechen streitig machen, musste er nicht nur fehlerfrei sondern auch schneller sein. Die ohnehin schon vorhandene Spannung im Publikum steigerte sich deshalb, als Marco Kutscher auf seinem Oldenburger Schimmel-Wallach Lastrup in den Stechparcours einritt. Würde er den Großen Preis verteidigen können? Sein Null-Fehler-Ritt war aber wie erwähnt rund drei Sekunden zu langsam, um der Alpenkonkurrenz die Schau zu stehlen.

Kaya Lüthi ist Schweizerin, lebt aber in Deutschland und ist mit Markus Ehning liiert. Ehning und sein Bruder Johannes sind selbst bekannte Springreiter. Sie startet daher für einen deutschen Verein, wird aber ihrer Nationalität wegen in den Starterlisten als Schweizerin geführt.

Hier die Ergebnisse des Stechens um den Großen Preis: 1. Kaya Lüthi (RFVg St.Martin Stadtlohn), auf Amelia (40,81), 2. Marco Kutscher (Riesenbeck) auf Lastrup (43,91), 3. Jan André Schulze Niehues (Warendorf) auf Fitch (45,23).

Noch zwei weitere Reiter erhielten an diesem Ostermontag zündenden Beifall von den Zuschauern. Lutz Gripshöver jun, Enkel von Turniermitgründer Ludger Gripshöver, gehörte zu den erfolgreichsten Jungreitern der zwölf Turniertage. Im E-Springen, einem Einstiegswettbewerb, der an prominenter Stelle vor dem S-Springen ausgetragen wurde, ging der Schüler mit gleich drei Pferden an den Start. Mit Vanillia Sky und Dakota holte sich der Junge die beiden ersten Plätze. Auf J-Barolo erreichte Gripshöver unter den 17 Teilnehmern Platz neun. Zu den Platzierten in diesem Wettbewerb gehörte Angeli Lampmann, die ebenfalls für den gastgebenden St.-Georg-Reitverein startet und mit der Oldenburger-Stute Qwendolyn Rose den sechsten Rang belegte. Als besondere Ehrung erhielt der Elfjährige den Bernhard-Evelt-Gedächtnispreis für den erfolgreichsten Juniorenreiter der Turniertage.

Das Goldene Reitabzeichen als höchste sportliche Ehrung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung erhielt im Rahmen der Turniertage die St.-Georg-Reiterin Amelie Koppenberg. Die Amazone kann unter anderem auf zahlreiche S-Siege und weitere Platzierungen seit dem Jahr 2009 zurückblicken. Ihr bisher größter Erfolg in der Springszene war 2019 die Qualifikation für das internationale Turnier in Aachen.

Ostersonntag

Der sportliche Fokus des Sonntags lag auf dem abschließenden Zwei-Sterne-S-Springen. Unter den über 50 Startern zeigte sich die St.-Georg-Pferdesportlerin Chiara Mecke überragende Reiterin. In zwei temporeichen Ritten durchquerte sie den Parcours auf ihrem Holsteiner-Schimmel-Wallach Capintellin nicht nur zwei Mal fehlerfrei, sondern im entscheidenden zweiten Umlauf auch noch mit der besten Zeit von 39,75 Sekunden. Ihre Vereinskameradin Amelie Kappenberg erreichte auf Quibelle, einem als schwierig geltenden Pferd, das ausschließlich von Kappenberg geritten wird, den dritten Rang mit (42,12 Sekunden). Den zweiten Platz holte sich mit 41,24 Sekunden Antonia Ercken (Recklinghausen) auf Chaja Lotta. -hps-

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