Die LippeBaskets Werne haben am Samstagabend zum Start in die Saison 26/27 der 1. Regionalliga West zwar mit 81:87 bei den Elephants Grevenbroich verloren, aber lange an einer Überraschung gearbeitet.
Grevenbroich – Werne 87:81 (22:21, 7:20, 27:16, 31:24)
Mit Mohammed Ali Sahin (Wulfen), Fynn Lucas, Florian Heusingfeld (beide Münster), Brian Eka (Zwickau) und den US-Amerikanern Sean Ealy und Nathaniel Ogbu kamen im 10er-Aufgebot der Gäste alle Zugänge zum Einsatz, hingegen standen kurzfristig Felix Blome sowie weiterhin auch Lucas Wiedey und Max Sonntag nicht zur Verfügung.
„Ich habe ganz viele positive Dinge gesehen, die es uns möglich gemacht haben, das Spiel vielleicht sogar gewinnen zu können“, meinte LBW-Trainer Christoph Henke, und: „Wir sind knapp an einer Überraschung vorbei, nachdem wir eine sehr starke erste Halbzeit gespielt haben.“
Dass die LippeBaskets zur „großen Pause“ beim amtierenden WBV-Pokalsieger und Hauptrundenmeister der vergangenen Spielzeit mit 41:29 führten, war verdient. „Da hat vieles von dem geklappt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte der Werner Trainer. Bemerkenswert: Im zweiten Viertel ließen die LippeBaskets lediglich sieben Punkte der Hausherren zu. „Die Halbzeitpause kam dann zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die Grevenbroicher haben sich geschüttelt, neu sortiert und sind dann mit neuem Dampf wieder raus.“
Entsprechend wuchs der Druck auf die Werner. „Aber die haben letztes Jahr von den 13 Heimspielen der Hauptrunde keines verloren, da war klar, dass das eine schwierige Nummer wird“, hatte Henke die Steigerung der Gastgeber erwartet. Immerhin gingen die LippeBaskets noch mit einer Ein-Punkt-Führung in das Schlussviertel (57:56) und erhöhten durch zwei schnelle Dreier von Fynn Lucas und Nathaniel Ogbu auf 63:56, doch es folgte die stärkste Phase der Gastgeber. Henke: „Es war unsere letzte Führung, und dann war der Sieg für Grevenbroich auch verdient.“ Mit dem Korb zur 72:71-Führung hatten die Gastgeber die Partie bereits entscheidend gedreht.
In der zweiten Halbzeit kassierten die LippeBaskets in Summe 57 Punkte, darunter neun Dreier. „Da hat dann defensiv bei uns nicht mehr so viel gepasst“, sagte Henke. Dabei hatten Nilo Tautz und Fynn Lucas den US-amerikanischen Spielmacher der Elephants, Darius Beane, für lange Zeit „sehr gut an die Kette gelegt“ (Henke) und auf lediglich acht Punkte gehalten. „Deshalb hat er bei der stärksten Phase der Grevenbroicher bereits von der Bank aus zugeschaut, aber da hat bei uns die defensive Rotation schon nicht mehr gegriffen“, meinte der LBW-Trainer.
Entscheidend war auch, dass am Ende in der Offensive die Ruhe am Ball gefehlt hat. Henke: „Und die ist wichtig, wenn die Spiele auf des Messers Schneide sind. Insgesamt hat sich schon der Eindruck aus der Vorbereitung bestätigt, dass die Jungs gut zusammenspielen. Wir nehmen jetzt viele positive Dinge mit, müssen nun aber für das erste Heimspiel schnell lernen, unter Druck bessere Entscheidungen zu treffen und die Ordnung und die Ruhe zu bewahren.“
Denn mit Bayer Leverkusen II stellt sich am Samstag, 26. September, um 19.30 Uhr in der Ballspielhalle die Mannschaft vor, die nach Henkes Meinung in der Liga am meisten Druck auf den Gegner ausübt: „Die sind sehr fit, pressen extrem, rennen und springen… Die werden uns fordern.“ Bayers Zweite war mit dem Einzug in die Playoffs die große Überraschung der vergangenen Saison. „Eine U22-Mannschaft, ein spannendes Projekt für den Nachwuchs“, ordnet Henke den ersten Heimgegner der neuen Saison ein.
Die Vorfreude auf das Spiel ist nicht nur beim Trainer groß, denn „endlich dürfen wir mal wieder vor eigenem Publikum antreten“. Weil die LippeBaskets alle Vorbereitungsspiele auswärts ausgetragen haben, liegt das letzte Heimspiel fast ein halbes Jahr zurück: Im März gab’s vor 500 Fans ein furioses 78:49 im „Abstiegs-Endspiel“ gegen den UBC Münster II, das dem Aufsteiger eine weitere Saison in der 1. Regionalliga sicherte.
LippeBaskets: Sahin (13 Punkte), Ealy (21/3 Dreier), Bromisch (8), Lucas (9/1), Ogbu (19/3), Tautz (5/1), Brinkmann (6), Heusingfeld (1), Eka, Gluch




















