Hamburg/Werne. Beim Ironman Hamburg am vergangenen Wochenende gingen auch die beiden Triathleten André Kerschek und Martin Siemann von den TV Werne Wasserfreunden an den Start. Während Kerschek nach einem langen Wettkampftag das Ziel erreichte, wurde Siemanns Rennen durch großes Pech auf der Radstrecke vorzeitig beendet.
Bereits beim Schwimmen warteten anspruchsvolle Bedingungen auf die Athleten. Ein starker Wellengang erschwerte das Vorankommen. „Das Schwimmen lief trotzdem gut“, berichtete Kerschek nach dem Rennen. Allerdings habe er aufgrund der Wellen auch einiges an Wasser geschluckt. Der Wechsel auf das Fahrrad gelang anschließend problemlos.
Auf der Radstrecke erwischte Kerschek zunächst einen etwas zu schnellen Start. „Die erste Runde bin ich wohl etwas zu flott angegangen“, resümierte er. Hinzu kamen schwierige äußere Bedingungen mit Gegenwind und Regen. Deshalb nahm er bewusst Tempo heraus und schaltete sprichwörtlich einen Gang zurück. Entlang der Strecke fielen ihm zahlreiche Athleten auf, die aufgrund technischer Defekte anhalten mussten.
Auch Vereinskollege Siemann gehörte zu den Betroffenen. Bereits in der ersten Radrunde erlitt er einen Platten, den er noch reparieren konnte. Doch in der zweiten Runde erwischte es ihn erneut. Diesmal war an eine Fortsetzung des Rennens nicht mehr zu denken. Wie sich später herausstellte, waren mutmaßlich Metallsplitter auf einem Teil der Strecke verteilt worden, die zahlreiche Reifenschäden verursachten. Siemann entschied sich daraufhin zur Aufgabe.
Kerschek brachte die Radstrecke dagegen erfolgreich zu Ende. In der zweiten Wechselzone erfuhr er jedoch vom Aus seines Vereinskameraden. „Das hat mich schon beschäftigt“, sagte er. Entsprechend bedrückt startete er auf die abschließende Marathonstrecke.
Dort fand er jedoch schnell seinen Rhythmus. Das Laufen verlief insgesamt sehr gut. Lange Zeit lag er auf Kurs für eine Marathonzeit von unter 4:30 Stunden. Mit zunehmender Renndauer machten sich jedoch die Strapazen der vorherigen Disziplinen bemerkbar, und die Beine wurden zunehmend schwer.
Am Ende überquerte Kerschek nach 10:09 Stunden die Ziellinie. Damit verpasste er die angestrebte Marke von unter zehn Stunden zwar knapp, zeigte sich mit seiner Leistung aber dennoch zufrieden. Angesichts der schwierigen Bedingungen auf dem Wasser und der Radstrecke sowie der emotionalen Belastung durch das Ausscheiden seines Vereinskollegen überwog bei ihm am Ende der Stolz über eine starke Gesamtleistung.
Für die TV Werne Wasserfreunde bleibt damit ein Wochenende mit gemischten Gefühlen: Freude über Kerscheks erfolgreichen Zieleinlauf auf der einen Seite, Enttäuschung über das unglückliche Ausscheiden von Siemann auf der anderen. Beide Athleten bewiesen jedoch eindrucksvoll Ausdauer, Kampfgeist und die Leidenschaft für den Triathlonsport.












