3:3 gegen Hammer SpVg: WSC verlässt erstmals die Abstiegsplätze

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Werne. Der Werner SC hat in der Fußball-Landesliga (4) durch ein 3:3 (0:0)-Unentschieden gegen die favorisierte Hammer SpVg erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge verlassen – auch wenn das Team von Pascal Harder nach sechs Spielen weiter auf den ersten Dreier warten muss.

Vor offiziell 350 Zuschauern im Lindert sicherte der eingewechselte Tim Abdinghoff mit einem clever verwandelten Freistoß den Punkt für die Gastgeber – und damit den Sprung auf Rang zwölf.

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Eigentlich war die Partie für den Sport Club in der 89. Minute ja gelaufen – wovon offenbar auch Harder überzeugt war. Denn als Niclas Erkeling nach einem weit geschlagenen Ball von Fabian Holthaus den Stellungsfehler in der WSC-Abwehr zum 3:2 für die Gäste genutzt hatte, war der Werner Trainer restlos bedient, verpasste der Eisbox neben seiner Bank einen heftigen Tritt und ließ seinen Ärger an einer Plastikflasche aus.

Doch es eröffnete sich eine letzte Chance, als Hamms Noel Dülek im Zweikampf mit Jannik Prinz den Ball mit der Hand spielte. Abdinghoff legte sich die Kugel 18 Meter mittig vor dem Gästetor zurecht – und erwischte Keeper Janis Kindler ein wenig auf dem falschen Fuß (90.+3).

Hart umkämpft waren die Außenbahnen, hier den Wernern Tom Kleimann und Marvin Stöver gegen die Hammer Eric Kommoroski und Tomas Delcio Mateus. Foto: Rainer Gudra
Hart umkämpft waren die Außenbahnen, hier den Wernern Tom Kleimann und Marvin Stöver gegen die Hammer Eric Kommoroski und Tomas Delcio Mateus. Foto: Rainer Gudra

Nicht mit Wut und Wucht („Aus 18 Metern bringt das nichts“), sondern mit Überlegung flach unten rechts: „Ich habe auf die Mauer geguckt, eine kleine Lücke gesehen und gedacht, den versuche ich einfach mal“, meinte Abdinghoff, der bewusst die Torwartecke anvisierte: „Mit einem Aufsetzer bei Regen wird der ekelig, da kann er nur hinterhergucken. Der Ball wird schnell auf dem Platz“, sagte er, und: „Nach dem Training übe ich auch immer wieder Freistöße. Und da habe ich mir heute mal ein Herz gefasst.“

Der Last-Minute-Ausgleich war allemal verdient. „Wir kommen zweimal gut ins Spiel zurück. Ich finde es ärgerlich und finde, es hätten verdiente drei Punkte werden können – unter dem Strich ist das jetzt einer, der okay ist“, meinte Harder, und: „Hamm hat eine super Offensive, wir haben es größtenteils gut wegverteidigt, haben teilweise guten Fußball gespielt, aber so der letzte Pass, da fehlt die Konzentration oder man will es zu gut machen.“

Jannik Prinz und der ehemalige WSC-Angreifer Mirac Sahin im Laufduell. Foto: Rainer Gudra
Jannik Prinz und der ehemalige WSC-Angreifer Mirac Sahin im Laufduell. Foto: Rainer Gudra

Vor der Pause verteidigte der WSC in seiner 4-4-2-Grundordnung stabil und ließ den Gästen wenig Räume. „Du bist in der ersten Halbzeit wieder die klar bessere Mannschaft, aber kommst vorne nicht zu den zwingenden Abschlüssen“, meinte Harder. Der WSC bezahlte defensive Stabilität mit offensiver Harmlosigkeit: Einzig ein Distanzschuss von Jonas Pettendrup, der nur um Zentimeter das Lattenkreuz verfehlte, stand nach 45 Minuten zu Protokoll. Die HSV umrahmte mit ihren beiden Gelegenheiten die erste Halbzeit: Nach 80 Sekunden ließ sich Mirac Sahin den Ball vom ehemaligen Teamkollegen Henrik Pollak vom Schuh angeln, kurz vor der Pause parierte der WSC-Keeper Sahins Schuss aus leicht spitzem Winkel.

Nach 64 Minuten ging der Sport Club in Führung: Xavier Enakimio behauptete den Ball in einem Luftduell, Luis Dombrowski traf aus der Drehung. Doch die HSV antwortete schnell. „Und dann schenken wir uns die Dinger wieder selber ein“, ärgerte sich Harder. Zunächst war HSV-Kapitän Louis Hein nach einem Eckball seines Innenverteidiger-Kollegen Fabian Holthaus hellwach und glich aus, dann traf Tomas Delcio Mateus nach einem Pass von Leo Elbing frei vor Pollak zum 1:2 (72.) – die funktionierte die Abseitsfalle der Gastgeber nicht.

Harder reagierte, brachte schon früh Chris Thannheiser – und damit auch deutlich mehr Unordnung in die Defensive der Gäste. Mit der Einwechslung von Zoran Martinovic stellte der WSC-Trainer später auf eine Dreier-Abwehr um und schob mit seinem Offensivtrio Prinz-Abdinghoff-Thannheiser das Geschehen deutlich weiter nach vorne. „Ich hatte das Gefühl, da geht noch was“, meinte der WSC-Coach, der in seiner Meinung mit dem 2:2 durch Thannheisers Kopfball nach einer Ecke bestätigt wurde (80.).

Mehr Erleichterung als Jubel: Leon Becker und Nico Holtmann gratulieren Tim Abdinghoff zu dessen Ausgleichstor weit in der Nachspielzeit. Foto: Rainer Gudra
Mehr Erleichterung als Jubel: Leon Becker und Nico Holtmann gratulieren Tim Abdinghoff zu dessen Ausgleichstor weit in der Nachspielzeit. Foto: Rainer Gudra

 „Wir sind nach den Rückschlägen gut zurückgekommen, haben immer alles reingeworfen“, meinte Jonas Woitaschek, der gegen seinen ehemaligen Verein bis in die Schlussphase hinein auf der Sechs abräumte, den dritten Gegentreffer aber von der Bank aus anschauen musste und nach Abdinghoffs Ausgleich noch feststellte: „Alle hatten richtig Bock.“

Das, sagte Harder, habe sich schon im Vorfeld gezeigt: „Die Trainingswoche war sehr gut, und wir hatten am Freitag ein super Abschlusstraining. Wir haben in einer kleinen Turnierform gespielt: Torhüter gut, Abschlüsse gut, da war richtig Feuer drin – und das hat man heute auch gemerkt. Die Jungs haben sich reingehauen, haben Gas gegeben. Aber das musst du Woche für Woche abrufen. Unsere Qualität kommt dann automatisch durch.“

„Die drei Punkte wären drin gewesen. Dass wir in der Liga mitspielen können, haben wir ja in den letzten Wochen bewiesen, nur der letzte Schritt mit einem Sieg fehlt noch – am besten schon nächste Woche in Heessen“, ergänzte Woitaschek. Der spielstarke Aufsteiger ist am kommenden Sonntag, 20. September, der nächste Gegner des WSC in der Liga (15.15 Uhr, Kunstrasen Marienstadion).

Werner SC: Pollak – Kleimann, Becker, Holtmann, Lachowicz – Stöver (63. Thannheiser), Jonas Pettendrup (78. Martinovic), Woitaschek (88. Drücker), Dombrowski – Prinz, Enakimio (74. Abdinghoff)

Tore: 1:0 (64.) Abdinghoff, 1:1 Hein (69.), 1:2 Delcio Mateus (72.), 2:2 Thannheiser (80.), 2:3 Erkeling (89.), 3:3 Abdinghoff (90.+3)

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