WSC jubelt über ersten Saisonsieg – starke Premiere von Linnemann

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Werne. Im letzten Spiel vor der Erneuerung des Kunstrasens im Lindert hat Fußball-Landesligist Werner SC am Sonntag mit dem 3:1 (0:0) gegen den SuS Stadtlohn verdient seinen ersten Saisonsieg gefeiert – gerade rechtzeitig vor den fünf Auswärtsspielen in Folge, die der Austausch der Spielfläche bis Mitte Dezember zur Folge hat.

Bereits am kommenden Freitag kann das Team von Pascal Harder die Abstiegsränge wieder verlassen, wenn es beim Schlusslicht Westfalia Gemen zum Kellerduell antreten wird (19.30 Uhr, Jugendburg).

Nach den insgesamt 100 hart umkämpften Minuten gegen Stadtlohn bekam Pierre-Benou Linnemann seinen Ritterschlag. Für seine Landesliga-Premiere erhielt der A-Junior im Spielerkreis ein Sonderlob vom Trainer – und reichlich Applaus seiner Teamkollegen. „Erstaunlich, mit welcher Ruhe er das spielt“, lobte Kapitän Henry Poggenpohl den jungen Innenverteidiger, der neben Torhüter Jan Pettendrup sowie Chris Thannheiser und Leon Becker einer von vier Startelf-Neulingen war.

Eins mit Sternchen: A-Junior Pierre-Benou Linnemann gab in der Werner Innenverteidigung eine bemerkenswerte Vorstellung. Foto: Rainer Gudra
Eins mit Sternchen: A-Junior Pierre-Benou Linnemann gab in der Werner Innenverteidigung eine bemerkenswerte Vorstellung. Foto: Rainer Gudra

„Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können“, meinte der so Gelobte, „und ich hatte auch nicht erwartet, dass ich heute von Anfang an spielen darf, zumal ich in dieser Woche auf Klassenfahrt war.“ Linnemann hatte von seinem Einsatz erst erfahren, als Coach Harder die Aufstellung in der Kabine bekannt gab. „Ich bin dankbar, dass man mir so vertraut und alle mich unterstützen“, sagte er – und zahlte mit einer bemerkenswerten Leistung zurück.

„Riesiges Lob an Pierre. Alle waren sehr gut, haben Vollgas gegeben, aber er hat das so abgeklärt und souverän gemacht“, meinte Harder, und ergänzte: „Das gilt auch für Jan Pettendrup, der in der Schlussphase drei, vier richtig schwierige Dinger festgehalten hat. Heute haben wir uns endlich mal belohnt.“

Alessandro Persighe besaß kurz nach Leon Beckers Führungstreffer die Chance auf das 2:0, scheiterte aber an Torhüter Justin Mess. Foto: Rainer Gudra

Kleine Zeitreise: Im November 2010 hatte der Werner SC im Lindert das bekommen, was viele Vereine im Umkreis bereits hatten: einen Kunstrasen. Der damalige Bürgermeister Lothar Christ weihte das Geläuf ein, und in einem der ersten Punktspiele darauf trennten sich der WSC und der SV Stockum 1:1. Das war in der noch bis 2016 existierenden Kreisliga A Lüdinghausen.

Fast genau 16 Jahre und viele Schambein-Entzündungen später verabschiedeten sich die Werner nun von dem kurzflorigen und harten Geläuf, das vielen Spielern ein Gräuel war und dessen Bespielbarkeit in der Endphase der Werner Trainer sogar mit der eines Aldi-Parkplatzes verglichen hatte.

Nach dem Tor zum 3:0 genoss Leon Becker seinen Doppelpack, während Vorbereiter Jonas Woitaschek jubelnd zur Gratulation anrückt. Foto: Rainer Gudra
Nach dem Tor zum 3:0 genoss Leon Becker seinen Doppelpack, während Vorbereiter Jonas Woitaschek jubelnd zur Gratulation anrückt. Foto: Rainer Gudra

Und sie verabschiedeten sich mit großem Engagement: „Alle haben gewollt, keiner hat den Ball aufgegeben, das hatte mir in den letzten Wochen gefehlt. Heute grätschen wir lieber mit zwei Mann rein, bevor keiner hingeht, und das macht den Unterschied am Ende auch aus. Ich hoffe, dass das jetzt in den Köpfen bleibt“, meinte Harder, der am Donnerstag mit Trainerteam und Spielern einen Tacheles-Abend angesetzt hatte: „Ich wollte mal hören, was aus der Mannschaft so kommt. Vieles, was wir besprochen haben, hat sofort gefruchtet. Manchmal hilft reden, und wenn es nur zwei, drei Sätze sind. Sicherlich ein Punkt, der dazu beigetragen hat, heute zu gewinnen.“

In einer hitzigen Begegnung mit zehn Gelben Karten war der Sport Club gegen die unbequem zu bespielenden Gäste über weite Strecken präsenter und spielerisch besser. Alessandro Persighe und Leon Becker besaßen in der Frühphase die ersten Chancen. Die größte Möglichkeit vergab Xavier Enakimio kurz vor der Pause, als er sich an der Torauslinie durchgesetzt hatte und Keeper Justin Mess aus spitzem Winkel prüfte, statt einen Rückpass auf den freistehenden Thannheiser zu spielen (45.+1).

Bei Vorbereiter Jannik Prinz entlud sich die Anspannung nach dem 1:0-Führungstreffer von Leon Becker. Foto: Rainer Gudra
Bei Vorbereiter Jannik Prinz entlud sich die Anspannung nach dem 1:0-Führungstreffer von Leon Becker. Foto: Rainer Gudra

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel schloss Becker mit einem Flachschuss aus elf Metern eine Drangphase der Gastgeber mit dem Führungstor ab (50.). Vier Minuten später hätte Persighe das beruhigende 2:0 erzielen können, scheiterte aber am Stadtlohner Keeper.

Der WSC verlor in der Folge nach drei Wechseln und diversen Positionsveränderungen zwar für einige Minuten seinen Rhythmus, fand diesen aber spätestens nach einem 20-Meter-Schuss von Becker (75.) wieder. Finn Drücker sorgte schließlich für das 2:0, als er durch beherztes Anlaufen für Verwirrung bei SuS-Spielertrainer Niklas Niehuis und Torhüter Mess sorgte und den Ball unbedrängt über die Linie schieben durfte (78.). Wenig später verpasste er in einer ähnlichen Situation das Tor zum 3:0.

Kurz nach seinem Treffer zum 2:0 hätte Finn Drücker seinen Doppelpack schnüren können, scheiterte aber an Torhüter Justin Mess. Foto: Rainer Gudra
Kurz nach seinem Treffer zum 2:0 hätte Finn Drücker seinen Doppelpack schnüren können, scheiterte aber an Torhüter Justin Mess. Foto: Rainer Gudra

Stadtlohn drängte in den letzten zehn Minuten gegen nun sehr tief stehende Werner auf den Anschluss, doch Jan Pettendrup erwies sich als Ruhepol – auch wenn er tief in der Nachspielzeit das Gegentor durch Jesse Perl kassierte (90.+4). Doch da war die Partie bereits entschieden. Denn Jonas Woitaschek hatte sich bei einem Konter zwei Minuten zuvor den Ball mit einer Energieleistung erlaufen und auf Leon Becker gespielt, der wiederum aus etwa elf Metern mit dem 3:0 für die Entscheidung und jede Menge Erleichterung sorgte (90.+2).

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