Werne. Der Werner SC ist auch nach dem vierten Spieltag in der Fußball-Landesliga sieglos, doch ein Rückkehrer nährte trotz des 1:2 (0:1) gegen Borussia Emsdetten durch Taten und Worte die Hoffnung, dass sich bald etwas daran ändern wird – auch, weil sich schnell etwas ändern muss.
„Wir müssen uns in dieser Situation das Glück richtig hart erarbeiten“, sagt Henry Poggenpohl. „Eigentlich haben wir das ganz gut gemacht, sind über die Leidenschaft und den Willen gekommen und haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt als zuletzt“, meinte der 28-Jährige. „Ich würde es einfach so zusammenfassen, dass es wirklich Pech war. Wir wurden leider nicht belohnt.“
So belegt der WSC nach der Niederlage gegen den Westfalenliga-Absteiger in der 17er Staffel (vier Absteiger) den vorletzten Tabellenplatz – mit einem Torverhältnis von 9:17 und dem Punkt aus der Heimpremiere gegen Senden (2:2). Schon das harte September-Programm wird zeigen, ob der Plan von Trainer Pascal Harder, sich möglichst schnell aus dem Abstiegskampf heraushalten zu können, aufgehen kann.
Bringen die Partien bei den starken Aufsteigern Raesfeld (6.9.) und Heessen (20.9.) sowie daheim gegen die Hammer SpVg (13.9.) und Altenrheine (27.9.) nicht mindestens den ersten Dreier, wird es extrem schwer, den Anschluss zu halten – und das nach gerade einem Viertel der Saison.
Henry Poggenpohl stand bei seinem ersten Saisoneinsatz nach überstandener Muskelverletzung gleich in der Startelf, und war gegen die Borussia der erhoffte Stabilisator auf der linken Abwehrseite. Er bildete erstmals mit den Innenverteidigern Zoran Martinovic und Nico Holtmann sowie Marvin Stöver auf rechts die bewährte Viererkette. Und die machte nach zuvor 15 Gegentoren in drei Spielen Hoffnung auf Besserung. „Das erste Gegentor ist ein Freistoß, da kassierst du einen Sonntagsschuss“, beschrieb Poggenpohl den Führungstreffer der Gäste. Ansonsten war bis auf eine Ausnahme (Pfostenschuss Julian Dirks) die Werner Abwehr erst wieder durchlässiger, als Harder im Bemühen um den Ausgleich deutlich mehr Risiko eingegangen ist – und sein Team als Folge das 0:2 nach einem Konter hinnehmen musste.

Auf der anderen Seite waren beim WSC die Defizite im Abschluss unübersehbar. „Für uns war auf jeden Fall mehr drin, wir hatten sieben oder acht Hundertprozentige, die wir liegen lassen“, rechnete Poggenpohl vor. Für seinen Trainer war der Chancenwucher eine Folge „fehlenden Selbstvertrauens in Anbetracht der Tabellensituation“, für den Linksverteidiger „eine Frage der Effizienz“ – wobei letztlich das eine die Folge des anderen ist. „Es ist ja nicht so, dass wir es nicht können. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir zu 100 Prozent klar in die Aktionen kommen, dann bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Offensive, dass alle, die auf dem Platz stehen, diese Effizienz wieder zeigen werden“, sagte Poggenpohl.
Insgesamt ist er davon überzeugt, dass „es trotz der Niederlage ein Schritt in die richtige Richtung“ gewesen sei. „Ich glaube, das haben die Zuschauer auch gesehen. Wir als Mannschaft sind gefestigt und es ist nur eine Frage der Zeit, wann der erste Dreier kommt“, sagte der Routinier, und machte gleich Mut für den kommenden Sonntag; „Jetzt geht es zu einem Aufsteiger. Da zeigen wir eine Leistung wie heute – nur eben mit mehr Effizienz.“
Die muss der WSC bereits zwei Tage nach seinem Auftritt in Raesfeld auch in der zweiten Runde um den Pokal des Fußballkreises Münster zeigen. Das Spiel beim A-Ligisten SV BW Aasee wird am Dienstag, 8. September, um 19 Uhr (Kunstrasen Bonhoefferstraße 54) angepfiffen. Beide gewannen ihre Erstrundenspiele übrigens mit 12:0 – der WSC bei der DJK RW Milte, BW Aasee beim VfL Gievenbeck (jeweils aus der Kreisliga C).





















