WSC wartet weiter auf ersten Sieg – beim SVE Heessen 0:1 in Unterzahl

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Werne. Der Werner SC bleibt in der Fußball-Landesliga (4) auch nach dem siebten Spieltag ohne Sieg. Nach zuletzt zwei Unentschieden in Raesfeld (2:2) und gegen die Hammer SpVg (3:3) zeigte das Team von Pascal Harder beim heimstarken SVE Heessen erneut eine Top-Leistung. Doch am Ende stand – unter unglücklichen Umständen und in mehr als 30-minütiger Unterzahl – eine 0:1 (0:0)-Niederlage durch ein spektakuläres Tor von Mathis Paschko (84.).

„Wir spielen deutlich besseren Fußball als in der vergangenen Saison, aber wir gewinnen einfach nicht“, ärgerte sich Routinier Jannik Prinz. „Wenn du alles reinhaust, dann kannst du am Ende auch als Verlierer mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Die Jungs haben wirklich alles versucht, aber wenn du unten stehst, dann kassierst du wieder so einen späten Sonntagsschuss“, meinte sein Trainer.

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Die eigentlich entscheidende Szene hatte sich aber schon in der 59. Minute vor der Werner Bank abgespielt. Luis Dombrowski wollte in der Heessener Hälfte einen Einwurf schnell in Richtung Xavier Enakimio ausführen und warf Jawad Foroghi – der das mit aller Macht verhindern wollte – den Ball aus kurzer Distanz ins Gesicht. Für Schiedsrichter Felix Maluck gab es nur eine Entscheidung: Rot für Dombrowski (59.). „Wenn er beiden Spielern Gelb gibt, dann ist das in Ordnung“, meinte hingegen Harder, „denn Foroghi provoziert das und haut dann auch noch eine schauspielerische Leistung vom Allerfeinsten raus…“

Harders Trainerkollege Kevin Schulzki war am Ende erleichtert, denn: „Werne spielt krass auf lange und zweite Bälle, damit hatten wir eine Zeit lang Probleme. Wir kamen weder ins Anlaufen noch in unser gewohntes Aufbauspiel. Das klappte dann erst nach der Roten Karte.“

Luis Dombrowski liegt nach einem Zupfer von Rouven Meschede am Boden, der von den Wernern geforderte Elfmeterpfiff bleibt aus.

Bis dahin hatte der WSC das Geschehen bestimmt. Schon nach fünf Minuten gab es den ersten Aufreger: Rouven Meschede legt bei Dombrowski im Strafraum Hand an, doch für den Unparteiischen war das nicht elfmeterwürdig. „Er hatte keine klare Linie“, ärgerte sich Harder, der bereits kurz vor der Pause Marvin Stöver ersetzen musste. Der Rechtsverteidiger hatte mit Fouls gegen den schnellen Yassin Ibrahim zwei Konter unterbunden und stand kurz vor Gelb-Rot. Dies, aber auch eine konsequente Abwehrarbeit des WSC sorgte dafür, dass die spielstarken Gastgeber weit unter ihren Möglichkeiten blieben.

Auf der Gegenseite hatten die Werner Pech, als SVE-Keeper Christos Tarambuskas den Ball nach ejner Flanke von Henrik Warnecke an den Innenpfosten lenkte. Kurz zuvor hatte Meschede nach einem sehenswerten Werner Angriff über Jonas Pettentrup und Tom Kleimann den Schuss von Colin Lachowicz in höchster Not abgewehrt. Und spätestens in den ersten Minuten der zweiten Hälfte hätte der WSC zwingend in Führung gehen müssen. Doch zunächst rettete einmal mehr der Innenpfosten, dann Giulianu Nieddu für den geschlagenen Tarambuskas auf der Linie.

Zweikampf zwischen Tom Kleimann und Fabio Calascibetta.

In dieser Phase wechselte Heessens Trainer mit Mathis Paschko, Leon Müsse und Pierre Jaspert geballte Offensivpower ein, während Harder gezwungen war, defensiv zu denken. Nach Stöver verließ mit Henry Poggenpohl auch der zweite Außenverteidiger das Feld, wenig später erwischte es Innenverteidiger Nico Holtmann. Harder war daher gezwungen, nicht nur wegen des Platzverweises seine Abwehr massiv umzubauen.

Der Heessener Druck und die Chancen nahmen zu, doch erst sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit fiel das Tor des Tages. Nach einem Eckball von Muhammed Cakir nahm Paschko den Ball aus der Luft und jagte ihn aus halblinker Position rechts oben in den Winkel. Ein Traum-Volley, wie er nicht alle Tage zu sehen ist.

Der WSC kämpfte unverdrossen weiter: Harder riskierte alles, stellte hinten auf Dreierkette um und brachte vorne für die knapp 10-minütige Nachspielzeit Chris Thannheiser. Dies fast mit Erfolg, denn nach dem Ballgewinn im Zweikampf mit Foroghi zog der Werner Joker aus 25 Metern ab, und nur die Fingerspitzen ihres Keepers bewahrten die Heessener vor dem Ausgleich (90.+4).

„Unter dem Strich ist das ärgerlich, nach diesem Kampf hätten die Jungs wenigstens einen Punkt verdient gehabt“, meinte Harder – und blickt mit ein wenig Sorge auf das Kellerduell am 27. September daheim gegen den SC Altenrheine (15 Uhr, Lindert). Dann soll der sehnlichst erwartete Dreier festgemacht werden, doch neben Rotsünder Dombrowski wird wohl auch Holtmann ausfallen. Harder: „Er hat gesagt, es hat in der Leiste richtig geknackt, das ist bitter.“ Dass der Verteidiger in Heessen das Feld nur von Kollegen gestützt verlassen konnte, lässt nichts Gutes erahnen.

Während der WSC in der Liga weiter auf das erste echte Erfolgserlebnis wartet, klappt es wenigstens im Pokalwettbewerb des Kreises Münster. Unter der Woche gab’s in der zweiten Runde nach 4:0-Führung einen 4:2-Erfolg beim A-Ligisten SV BW Aasee. Die Tore erzielten Daniel Durkalic (2), Leon Becker und Alessandro Persighe.

Im Achtelfinale wartet am Mittwoch, 30. September, ein weiteres Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten der Bezirksliga 12, DJK Wacker Mecklenbeck. Anstoß an der Egelshove ist um 19 Uhr.

WSC: Pollak – Stöver (42. Enakimio), Martinovic, Holtmann (72. Persighe), Poggenpohl (71. Abdinghoff) – Lachowicz, Jonas Pettentrup – Kleimann, Warnecke (89. Thannheiser), Dombrowski – Prinz

Tor: 1:0 Paschko (84.)

Bes. Vork.: Rote Karte Dombrowski (59.)

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