TV-Handballerinnen spielen gegen den Spitzenreiter eine klasse Halbzeit

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Werne. Am Samstagabend erlebten rund 200 lautstarke Zuschauer in der Linderthalle ein Handball-Spitzenspiel. Mit 21:28 (11:9) mussten sich die Damen des TV Werne dem Tabellenführer ASC Dortmund II geschlagen geben – doch wer nur auf das Ergebnis schaut, verpasst die Geschichte eines leidenschaftlichen Kampfes.

Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen die Gastgeberinnen das Kommando und spielten den Spitzenreiter phasenweise an die Wand. Die Abwehr stand wie ein Bollwerk, und vorne wurde mutig abgeschlossen. Nach 17. Minuten leuchtete eine verdiente 8:4-Führung auf der Anzeigetafel auf.

„Das war die beste erste Halbzeit, die wir in der gesamten Saison gespielt haben“, schwärmte Trainer Ingo Wagner. Dass es zur Pause „nur“ 11:9 stand, war das einzige Manko: Mehrfach klatschte der Ball gegen Pfosten oder Latte, dazu parierte die Dortmunder Torhüterin glänzend. Werne hätte zu diesem Zeitpunkt längst mit fünf Toren Vorsprung führen können.

Vor allem in der ersten Halbzeit ließ die Werner Defensive nicht viel zu. In dieser Szene wird die Dortmunderin Lotte Bergsen (rotes Trikot) von Myriam Hins gestoppt. TVW-Torfrau Sophia Boecker braucht nicht einzugreifen.   Foto: MSW
Vor allem in der ersten Halbzeit ließ die Werner Defensive nicht viel zu. In dieser Szene wird die Dortmunderin Lotte Bergsen (rotes Trikot) von Myriam Hins gestoppt. TVW-Torfrau Sophia Boecker braucht nicht einzugreifen. Foto: MSW

Wende durch Siebenmeter und Rote Karte

Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. Dortmund nutzte eiskalt jede Chance, während das Schiedsrichterglück nicht auf Wernes Seite war. Insgesamt acht Siebenmeter wurden gegen den TVW verhängt – Dortmund verwandelte sicher. Auf der Gegenseite blieb das Pech treu: Alle drei zugesprochenen Strafwürfe für Werne fanden nicht den Weg ins Netz.

Der emotionale Tiefpunkt folgte Mitte der zweiten Halbzeit: Jana Schindelbauer sah nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte. In diesem Moment wurde die dünne Personaldecke der Wernerinnen zum Verhängnis. Während Dortmund mit einer vollen Bank und Verstärkung aus der ersten Mannschaft frische Kräfte bringen konnte, mussten die TV-Damen dem hohen Tempo Tribut zollen.

„Meine Mannschaft hat 50 Minuten lang ein echt gutes Spiel gezeigt. Wir hatten den Spitzenreiter am Rand einer Niederlage“, resümierte Wagner. Erst in den Schlussminuten schwanden Kondition und Gegenwehr, was das Ergebnis am Ende deutlicher aussehen ließ, als es der Spielverlauf war.

Erst am 18. April um 14 Uhr geht es in der Lindert-Halle weiter – dann im nächsten Kracher gegen den punktgleichen FC Vorwärts Wettringen.

TV Werne: Sophia Böcker, Lara-Joyce Kristan – Sonja Plotek (3), Myriam Hins (3), Denise Heinrich (2), Annika Sprau (1), Martha Wegemann (2), Lea Schaaf (7), Larissa Lessing (2), Jana Schindelbauer (1), Jana Meyer

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