Freitag, April 12, 2024

Familienkonzert: Musikalische Zeitreise fasziniert junges Publikum

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Werne. Mädchen können in der heutigen Zeit alles schaffen – und werden: Musikerin, Komponistin oder Dirigentin. Das war die wichtigste Botschaft beim Familienkonzert der Musikfreunde, dem wieder Klein und Groß lauschten, am vergangenen Sonntag (26.03.2023) in der Aula der Marga-Spiegel-Schule.

Das Ensemble „mini-musik – große Musik für kleine Menschen” führte die Kleinsten in die Welt der klassischen Musik ein. Im Mittelpunkt der kurzweiligen Geschichte standen die Geschwister Fanny und Felix Mendelsohn.

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Auf Yoga-Matten vor der Bühne machten die Mädchen und Jungen begeistert mit. Sie wurden aktiv bei der Reise ins frühe 19. Jahrhundert, der sogenannten Biedermeierzeit, mit eingebunden. Dort war die Musik von Johann Sebastian Bach angesagt, während das Publikum auf Nachfrage eher Michael Jackson oder Depeche Mode bevorzugt.

Zurück zur Geschichte: Felix und Fanny sind dicke Freunde. Obwohl sie Geschwister sind. Kein Streit, kein Ärgern, kein Neid. Sie mögen sich einfach. „Ist das bei euch auch so?“, wollte die Erzählerin auf der Bühne wissen. Ein langgezogenes „Nein!“ sorgte für das erste fröhliche Lachen – besonders bei den Eltern.

Spielerisch lernten die jungen Musikfreunde das Geschwisterpaar Fanny und Felix Mendelsohn kennen. Foto: Wagner

Beide Sprösslinge der Mendelsohns turnen gern im Garten herum, beide spielen Klavier, beide lieben es, sich Musik auszudenken. Ja, sie sind sogar echte Wunderkinder.

Die Werke von Felix Mendelsohn Bartholdy, Fanny Hensel und Johann Sebastian Bach umrahmten den Handlungsstrang, in dem die Kinder spielerisch den Unterschied zwischen Komponieren und Improvisieren lernten, oder was eine Fuge ist. Sie erstaunten das Ensemble mit ihrem Wissen zu den drei Instrumenten Geige, Cello und Klavier – und erfuhren doch auch immer wieder Neues.

Etwas ernster wurden die Mienen der Kleinen, als die Geschichte von Felix und Fanny weitererzählt wurde. Das Mädchen, von ihrem Bruder auch liebevoll „Fenchel“ genannt, weil sie ihm mit dem gleichnamigen Tee einmal half, als er krank war, hatte Pech. Sie durfte ihre Leidenschaft für die Musik nicht ausleben. „Mädchen durften damals nicht auf der Bühne stehen und Musik zu ihrem Beruf machen.“

Als Felix Mendelsohn vor seiner ersten großen Bewährungsprobe als Dirigent stand, packte ihn das Lampenfieber und er bekam Bauchschmerzen. Vor allem die kleinen Mädchen im Publikum wünschten sich sehr, dass nun Fanny an seiner Stelle einspringen würde. Doch die treue Schwester kochte ihrem Bruder – na, klar – Fencheltee, so dass er seinen Auftritt meisterte und eine beeindruckende Weltkarriere startete.

Musikerinnen und Erzählerin nahmen die Kinder beim Familienkonzert mit auf eine Zeitreise ins frühe 19. Jahrhundert. Foto: Wagner

Die Kompositionen von Fanny „Fenchel“ Hensel – so hieß sie nach ihrer Heirat – verschwanden erst einmal in der Schublade. Die Werke wurden später entdeckt, so dass die begabte Musikerin lange nach ihrem Tod erst zu Weltruhm gelangte.

Mit Staunen folgten die vielen Mädchen und Jungen der kindgerechten Einführung in die klassische Musik und sparten nicht mit Applaus für das Quartett auf der Bühne.

Das Interesse am von der Peter Pohlmann Stiftung ermöglichten Familienkonzert war schon im Vorfeld riesengroß. „Wir mussten noch mehrere Stühle dazu stellen, damit auch alle Platz finden konnten“, berichtete Hubertus Steiner, künstlerischer Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde Werne e.V.

Mehr Fotos zum Familienkonzert der Musikfreunde finden Sie in unserer Bildergalerie.

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