„Werne und seine Märkte: Von Pferden, Bier und Beleidigungen“

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Werne. Tiefer in Wernes Stadtgeschichte eintauchen und dabei kompakt Neues entdecken? Dazu laden die Veranstaltungen „Geschichte(n) und Kaffee. Sonntagsführungen im Stadtmuseum“ ins Stadtmuseum Werne ein.

Jeweils am letzten Sonntag im Monat wird in einer Kurzführung von circa 30 Minuten jeweils ein Einzelthema aus den Ausstellungen betrachtet. Anschließend besteht die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee oder Tee sowie einer kleinen Stärkung in der Westfälischen Stube über das Gehörte ins Gespräch zu kommen.

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Am Sonntag, 27. April, um 15 Uhr geht es unter dem Titel „Werne und seine Märkte – Von Pferden, Bier und Beleidigungen“ um die Entwicklung der Märkte in Werne. Die Teilnahme kostet pro Person fünf Euro, das Heißgetränk ist im Preis inbegriffen.

Ein Blick zurück ins Mittelalter offenbart: Ohne seine Marktfreiheiten gäbe es das moderne Werne in seiner heutigen Form wohl nicht. Es war das Privileg, Märkte abhalten zu dürfen, welches Städte einst zur Blüte verhalf – und Werne ist dafür ein Paradebeispiel. Als Bischof Adolph von Münster im Jahr 1362 Werne das Recht verlieh, jährlich einen Markt zu Simon Juda abzuhalten, war dies mehr als nur eine wirtschaftliche Geste: Es war ein machtvoller Schritt in Richtung Selbstständigkeit und städtischer Identität. Denn während der Markttage lag die Gerichtsbarkeit allein beim Stadtrat.

Zahlreiche historische Märkte wie der Simon-Juda-Markt, der Michaelis-Viehmarkt oder die traditionsreiche Maikirmes sind Ausdruck dieser bewegten Geschichte – einige davon leben bis heute fort. Die Ratsprotokolle belegen: Der Marktfrieden war nicht immer gewahrt. Ob Streit um Bierpreise, schwere Beleidigungen oder der Skandal um ein beschlagnahmtes Pferd im Jahr 1600 – Märkte waren Orte der Begegnung, des Handels, aber auch der Konflikte.

„Die Dauerausstellungen im Stadtmuseum geben Einblicke in rund 1000 Jahre Stadtgeschichte. Nicht alles können wir da vertieft abbilden. Mit diesem neuen Führungsformat bieten wir nun die Möglichkeit, etwas mehr in die Tiefe zu schauen, ohne dass man gleich eine ganze Gruppenführung buchen muss“, erklärt Museumsleiter Flemming N. Feß die Idee hinter „Geschichte(n) und Kaffee“.

Jeweils von September bis Mai soll immer am letzten Sonntag des Monats eine Führung stattfinden. Bei einem anschließenden Kaffee oder Tee bietet sich im Anschluss die Möglichkeit, sich über das Gehörte auszutauschen oder offen gebliebene Fragen zu erörtern. Damit soll auch der Plan, das Museum zu einem Ort der Begegnung uns des Austausches zu machen, weiter umgesetzt werden.

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