Werne. Bäume spenden Schatten, Feuchtigkeit, Kühlung, filtern das Treibhausgas CO2 aus der Luft und speichern Kohlenstoff dauerhaft in ihrem Holz. Kurzum: sie sind speziell über den versiegelten Flächen der Innenstadt der wirksamste Klima- und Hitzeschutz.
In der Werner Politik ist der Ruf nach mehr Stadtgrün seit Jahren nicht nur Konsens sondern vehement vorgetragene Forderung. In diesem Herbst nun sollen 48 Nach- oder Neupflanzungen – so erlaubt es das Budget von 50.000 Euro – als grüne Hitzeschilde in spe gesetzt werden. Elf Bäume sollen es mit einer teuren, weil aufwändigeren Standortverbesserung sein, 37 sollen bestehende Baumscheiben ohne Verbesserung füllen.
Im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (2. Juli 2026) stieß der vorgesehene Pflanzplan für Ahorn, Hainbuche, Linde, Birke & Co allerdings gelinde gesagt auf Unverständnis. Denn die Straßen, die Christian Neugebauer (Abteilung Straßen, Verkehr, Stadtgrün) als Standorte für neue Bäume vorstellte, liegen ausnahmslos an den Rändern der Innenstadt und nicht in ihrem Kern.

Forderung im Fachausschuss: Innenstadt zuerst begrünen
Ulrich Höltmann (SPD) wurde deutlich: „Ich bin nicht zufrieden.“ Die Verwaltung kenne die Forderungen nach mehr Bäumen in der Innenstadt der Politik, kritisierte er, dass nicht etwa Baumpflanzungen in den vorhandenen leeren Baumscheiben in der Kleinen Burgstraße geplant seien, sondern zum Beispiel an der Horneburg nahe dem Stadtpark-Grünzug. Dort hätten sie nur eine Alibi-Funktion. Der Auftrag an die Verwaltung, dass zuerst in der Innenstadt gepflanzt werden solle, sei eindeutig, beharrte der Sozialdemokrat, und schlug vor, in einem kleinen Arbeitskreis der Politik innerstädtische Pflanzorte zu suchen.
Adelheid Hauschopp-Francke schob für die SPD Kritik nach. Es werde von außen nach innen geplant, anstatt von innen nach außen. Die Innenstadtbegrünung brenne aber unter den Nägeln.
Dass die Standortplanung insbesondere für Neupflanzungen Einschränkungen durch die Vielzahl von Versorgungsleitungen im Boden, Rettungs- und Fluchtwegen sowie freie Flächen für Wernes Veranstaltungen wie Sim-Jü unterworfen seien, gab Christian Neugebauer zu bedenken. Auch das Budget setze Grenzen der Realisierung, hieß es sinngemäß.
Verwaltung signalisiert Zustimmung
„Die Kritik trifft uns nicht unvorbereitet“, äußerte Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebs, angesichts der Forderungen Kompromissbereitschaft. Mit Blick auf das Budget schlug er vor, zulasten der Gesamtzahl weniger Bäume, dafür aber mit verbesserten Standorten in der Innenstadt zu platzieren. Er zeigte Bereitschaft, gemeinsam mit der Politik nach geeigneten Standorten zu suchen.
Von einem Arbeitskreis wollte Claudia Lange (FDP) aber nichts wissen. „Wir haben Juli, jetzt kommt die Sommerpause und danach ist es bald September“, warnte sie vor neuerlichem Verzug. Denn dann reiche die Zeit nicht, die Pflanzungen im Herbst umzusetzen. Die Verwaltung kenne die Forderung des Ausschusses, sie solle entscheiden.

Der KBW-Leiter signalisierte Einverständnis. Man werde vor innen nach außen planen. Freie Flächen für Sim-Jü und die Leitungen seien aber gesetzt, hieß es, bevor der Vorsitzende Maximilian Falkenberg mit dem kurzen Auftrag „Handeln“ den Tagesordnungspunkt schloss.





















