Werne. Es ist Sonntag – es klingelt an der Tür und es raschelt. Die Luft duftet nach frischen Brötchen. Für einige Familien gehört die Nachbarschaftshilfe „Brötchenfelix“ von Felix Ickhorn am Wochenende einfach mit dazu.
Dann liefert er mit der Unterstützung zweier Freunde Brötchen in der Nachbarschaft aus. Seit Januar dieses Jahres wurde das Sortiment auch auf saisonal erhältliche Lebensmittel von regionalen Hofläden ausgeweitet. Für den 17-jährigen Schüler des Gymnasiums St. Christophorus beginnt ein Hobby, das zukünftig als kleines Start-Up in Werne expandieren soll.
Bald wird Felix 18 Jahre alt und doch kann er schon jetzt auf mehr als vier Jahre Hobby und gesellschaftliches Engagement zurückblicken. „Angefangen hat es im Alter von etwa 13 Jahren. Ich bin über eine NDR-Dokumentation gestolpert, in der junge Menschen Brötchen geliefert haben. Ich fand die Idee super und dachte: Das kann ich auch machen“, erinnerte sich der Schüler.

„Brötchenfelix“ arbeitet nun fortlaufend mit der Konditorei Telgmann an der Selmer Straße zusammen. Sonntags nimmt er etwa zehn bis fünfzehn Bestellungen entgegen, holt die Tüten mit Gebäck gefüllt mit einem Lastenrad ab und bringt sie frisch vor die Haustür an die Abnehmer. „Ich beliefere junge Pärchen, Familien, Alleinstehende, Rentner und Großfamilien“, erzählt Felix Ickhorn. Ebenso vielfältig wie die Kunden ist sein Sortiment. Das Angebot umfasst seit Januar auch Artikel wie Fruchtsäfte, Marmeladen, Obst, Spargel, Eier, Nudeln oder Suppen und ist über WhatsApp ganz unkompliziert zu bestellen. Dort ist auch eine Schritt-für-Schritt Anleitung von der Bestellung bis zur Lieferung einsehbar.
Die letzten Jahre waren für Felix Ickhorn nicht immer leicht und dennoch wusste er immer kreativ damit umzugehen: „Ich habe bereits 1,5 Jahre vor Gericht hinter mir“, erinnert sich Felix. „Eine absolute Vollkatastrophe“, fasst er die Erfahrungen und Besuche mit dem Amtsgericht zusammen. Dort versuchte er, die Gewerbeanmeldung zu erstreiten, da er mit unter 18 Jahren nur teils geschäftsfähig ist. Da es sich dabei um ein nicht standardisiertes Verfahren und Einzelfallprüfungen handelt, gab Felix Ickhorn ohne Ausblick auf Erfolg im Januar 2025 schließlich vor Gericht auf.
„Gerade in der Gründerszene fragt man sich dann schon, warum es einem so schwer gemacht wird, als junger Mensch was auf die Beine stellen zu wollen“, fasst er zusammen. Unterstützung erfährt er stattdessen durch Start-Up-Organisationen, auf Messebesuchen und durch Kontakte außerhalb der Schule. „Als ich mich mit dem Gewerbe auseinandergesetzt habe, bin ich auf Startup-Teens aufmerksam geworden und habe ein Ticket für die Hinterland Konferenz gewonnen“, summiert Felix nur einige seiner Zwischenstationen. Die Hinterland Konferenz wird von der Founders Foundation organisiert. Felix Ickhorn besuchte die Veranstaltung im ersten Jahr zuerst nur als Interessent und durfte ein Jahr später bereits als Volunteer mit Frank Thelen („Höhle der Löwen“) zusammenarbeiten.

Mit dem Status als Speaker Runner bestanden seine Aufgaben zum Beispiel darin, Sprecher auf der Konferenz ganztägig zu betreuen und rechtzeitig zur Bühne zu bringen, darunter auch Unternehmer und Investor Carsten Maschmeyer. Als Head of Volunteer gibt Felix seine Erfahrungen nun auch an andere Einsteiger auf der Konferenz weiter und ist einmal jährlich für ein 50-köpfiges Team auf der Hinterland of Things Konferenz zuständig.
Das LinkedIn-Netzwerk des Schülers wächst währenddessen mit jedem Jahr an und zählt schon jetzt mehr als 1.000 Unterstützer. Als die ersten Anfragen für Spenden von Unterstützern kamen, erstellte Felix Ickhorn eine Go-Fund-Me-Kampagne. „Wir haben schon 755 Euro von 1.400 Euro zusammen. Das Geld ist eine große Unterstützung auf freiwilliger Basis für mich. Es wird für die Erstellung von Flyern, Werbung und Ausstattung genutzt werden.“
Für die nächsten Jahre möchte sich Felix Ickhorn noch nicht festlegen: „Vielleicht Work and Travel und mit dem Start-Up schauen, wie es funktioniert“. Was mit Fahrrad und Fahrradkorb begann, wird jetzt schon mit Lastenrad und 45 km/h Auto umgesetzt – vielleicht auch zukünftig nach erfolgreicher Anmeldung des Gewerbes mit Kleintransporter und kleinem Team.
Wie genau die Zukunft aussehen wird, bleibt aber ungewiss. Erstmal möchte der Schüler, der sich als Schülervertreter und im Schulsanitätsdienst engagiert, das Abitur schaffen. Und danach? „Egal, wie erfolgreich mein Vorhaben sein wird, die Erfahrungen und Kontakte sind für mich mehr als Gold wert“, hält Felix Ickhorn abschließend fest.
Anfragen und Kontaktaufnahmen können per Mail an info@brötchenfelix.de gerichtet werden.





















