Werne. Die Stadt Werne erwartet für das Jahr 2026 im Bereich der Jugendhilfe ein Budgetdefizit von 69.066 Euro. Damit fällt die Prognose besser aus als im Controllingbericht, den die Verwaltung im Juni vorgelegt hatte.
Zu dem Zeitpunkt wurde noch mit einem Defizit von 266.935 Euro gerechnet. Das prognostizierte Defizit sinkt damit um etwa 200.000 Euro. „Das ist ein erfreuliches Ergebnis, auch wenn dieser Betrag die Haushaltssperre nicht verhindern konnte“, sagte Jugendamtsleiter Maik Rolefs am Dienstag (29. September 2026) im Jugendhilfeausschuss.
Bei den Aufwendungen erwartet die Stadt derzeit Ausgaben von 10,135 Millionen Euro. Der Haushaltsansatz liegt bei 10,006 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine Überschreitung von 128.669 Euro. Gleichzeitig werden Erträge von rund 1,414 Millionen Euro erwartet, 59.603 Euro mehr als im Ansatz vorgesehen. Unter Berücksichtigung von Aufwand und Erträgen ergibt sich das prognostizierte Gesamtdefizit von 69.066 Euro.
Eine entscheidende Rolle für die günstige Entwicklung spielen die Fallzahlen bei der ambulanten Eingliederungshilfe und der ambulanten Hilfe U18. Beide Bereiche haben erheblichen Einfluss auf die Ausgaben der Jugendhilfe. Nach Angaben der Verwaltung seien die Fallzahlen 2026 bislang überwiegend stabil geblieben; bei den ambulanten Hilfen für unter 18-Jährige seien sie sogar zurückgegangen. Die Verwaltung führt die Entwicklung auf die Fortführung der Qualitätsstandards zurück.
Auffällig ist die Entwicklung bei der ambulanten Eingliederungshilfe. In diesem Bereich wurde für die Schulbegleitung eine Buchungsstelle nachträglich neu eingerichtet. Deshalb hat sie zunächst keinen eigenen Budgetansatz, der als Bezugsrahmen für eine Verbesserung und Verschlechterung von Defiziten dienen kann. Für 2026 wird bei der Schulbegleitung ein Aufwand in Höhe von 2,113 Millionen Euro erwartet.
Rolefs wies im Ausschuss darauf hin, dass sich durch die neue Buchungsstelle ein Teil der Veränderungen lediglich zwischen den Buchungsstellen verschiebt. Entsprechend muss die Verringerung des Defizits bei der ambulanten Eingliederungshilfe unter Vorbehalt gelesen werden: 171.519 Euro werden statt der ursprünglich angesetzten 1,795 Millionen Euro erwartet. Positiv zu Buche schlug das Konzept eines Mitarbeiterpools bei der ambulanten Eingliederungshilfe. Das ermögliche, so die Verwaltung, einen effizienteren Einsatz von Personal. Zudem seien die Fallzahlen stabil geblieben und Mittel für ein weiteres Pool-Projekt, das im vierten Quartal beginnt, reduziert worden.
Auch bei der stationären Eingliederungshilfe fällt der Aufwand geringer aus als geplant. Statt 518.000 Euro werden derzeit 157.581 Euro erwartet. Die Verwaltung verweist auf eine stabile Fallentwicklung und darauf, dass die Fallzahlsteigerung unter der ursprünglichen Planung liegt. Allerdings gibt es auch Bereiche mit höheren Ausgaben. Für Hilfen für Heimkinder unter 18 Jahren werden 2,513 Millionen Euro erwartet. Das sind 167.419 Euro mehr als geplant. Bei den stationären Hilfen für über 18-Jährige liegt die Prognose 150.800 Euro über dem Ansatz. Als Gründe nennt die Verwaltung unter anderem kostenintensive Maßnahmen sowie einen leichten Anstieg der Fallzahlen.
Der Jugendhilfeausschuss nahm den Controllingbericht zur Kenntnis.




















