Werne. Der Werner SC hat im Abstiegskampf der Fußball-Landeslige (4) einen weiteren Befreiungsschlag verpasst: Nach zuletzt zwei Dreiern in Folge gab es am Sonntag im Gastspiel beim Tabellenvierten SpVg Emsdetten eine 0:3 (0:1)-Niederlage.
„Unschlagbar waren die nicht“, meinte Pascal Harder. „Offensiv haben die eine gute Mannschaft, aber in der Verteidigung waren die nicht gerade überragend.“
Um das über die 90 Minuten entscheidend ausnutzen zu können, hatte der WSC-Trainer allerdings keine Alternativen. Denn neben seinen länger verletzten Innenverteidigern Zoran Martinovic und Nico Holtmann musste Harder gleich auf fünf Spieler aus seiner Abteilung Attacke verzichten: Jannik Prinz fehlte wegen seiner Gelb-Rot-Sperre, Leon Becker wegen eines im Training erlittenen Bänderrisses, Xavier Enakimio wegen einer Zerrung und auch Luis Dombrowski war nicht dabei. Er hätte nach seiner Rotsperre aus der Partie in Heessen wieder auflaufen dürfen, war aber durch Fieber und Schüttelfrost außer Gefecht gesetzt. Dass zudem Alessandro Persighe mit Wadenproblemen von der Bak aus zuschauen musste, passte da ins Bild.
„Ich fand uns insgesamt nicht viel schlechter, aber die machen in den entscheidenden Situationen ihre Tore“, meinte Harder, der bei seinem Team auf dem tiefen Naturgrün dennoch Probleme bei der Ballannahme, Ballmitnahme und im Passspiel sah – und zumindest zwei „dumme Gegentore“.
Der erste Emsdettener Treffer ging zum Großteil auf die Kappe von Jan Pettendrup. Einen Freistoß von Christopher Brüning – mittig aus gut 30 Metern an der Drei-Mann-Mauer vorbeigeschossen – wehrte der WSC-Keeper nach vorne ab. Dort reagierte Julin Muthulingam gedankenschnell und war im Nachsetzen erfolgreich. „Ein Flatterball“, meinte Harder, „und wir hatten vorher noch besprochen, dass wir genau in solchen Situationen hellwach sein müssen bei den zweiten Bällen.“
Beim 2:0 für die Gastgeber nach einem Konter über die linke Werner Seite spazierte der nachrückende Semih Daglar unbedrängt durch die Abwehr, umkurvte auch Jan Pettendrup und schob den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (51.). Und beim 3:0 reichte den Gastgebern gegen aufgerückte Werner, die den Anschlusstreffer erzwingen wollten, ein langer Abschlag von Torhüter Nick Gumenschaimer auf Christopher Brüning. Der setzte sich mit seiner Erfahrung im Eins-gegen-eins-Duell mit A-Junior Pierre Linnemann durch und war mit einem Flachschuss aus 16 Metern erfolgreich.
Auf der Gegenseite besaß Jonas Woitaschek kurz nach dem 1:0 mit einem 20-Meter-Schuss die Chance zum Ausgleich, doch lenkte der Emsdettener Keeper den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Zudem kam Finn Drücker im weiteren Verlauf zu zwei guten Abschlüssen, auch mehrere Eckbälle sorgten für Gefahr. „Bis zum dritten Gegentor haben wir Gas gegeben und waren dran“, meinte Harder, „aber insgesamt waren die galliger. Und am Ende war bei uns kein Aufbäumen mehr und der Gegner spielt das dann clever herunter.“
Ärgern musste sich der Werner Trainer auch noch über Gelb-Rot für Drücker nach einem Foulspiel (88.) und über die „vielen Karten, wie in einem Kartenspiel, dies aber ungleich verteilt“. Während sein Team acht Gelbe sammelte, war es bei den Gastgebern nur eine. Harder: „Meine Jungs werden ungestraft drei-, viermal weggeknüppelt, weil sie trotzdem weiterlaufen. Da waren wir nicht clever genug.“
So wird Drücker am kommenden Sonntag im dritten der insgesamt fünf Auswärtsspiele in Folge (bedingt durch die Erneuerung des Kunstrasens im Lindert) zuschauen müssen. Gastgeber ist Tabellenführer SV Rot-Weiß Deuten (15 Uhr, Weseler Straße). Dessen Heimbilanz: Sechs Spiele, 18 Punkte, 22:7 Tore. Zahlen, die eher wenig Hoffnung machen.
Werner SC: Jan Pettendrup – Stöver, Jonas Pettendrup, Linnemann, Poggenpohl (55. Abdinghoff) – Lachowicz (67. Durkalic), Woitaschek (90.+3 Wagner) – Kleimann, Thannheiser (46. Schwenniger), Warnecke – Drücker
Tore: 1:0 Muthulingam (29.), 2:0 Daglar (51.), 3:0 Brüning (84.)
Bes. Vork.: Gelb-Rot für Drücker (88.)
















