Bekenntnisschule als Gewinn für Werne? – Politik ist skeptisch

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Werne. Laura Erbach und Frank Wagner, Vorstandsmitglieder des „Trägervereins zur Förderung freier christlicher Bildung und Erziehung NRW“, stellten im Schul- und Sportausschuss am vergangenen Dienstag (03.09.2024) das pädagogische Konzept und den Planungsstand einer sogenannten Bekenntnisschule vor.

Zur Erinnerung: Vor der Sommerpause machte Uta Leisentritt (CDU) in der Ausschusssitzung völlig überraschend eine in Gründung befindliche private Grundschule in der Öffentlichkeit bekannt, die möglicherweise eine Fünfzügigkeit und den dadurch bedingten Anbau der Wiehagenschule überflüssig machen könnte.

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Der Vortrag von Grundschullehrerin Laura Erbach und Frank Wagner, Leiter der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Bockum-Hövel, „brachte Licht ins Dunkle“, wie Leisentritt betonte. Sie äußerte – genau wie auch andere Ausschussmitglieder – nicht nur Skepsis mit Blick auf das geistlich-pädagogische Konzept, dessen Grundlage das christliche Glaubensbekenntnis ist, sondern auf allgemeine pragmatische Fragen.

So räumten die Angehörigen der Christlichen Gemeinde an der Waldstraße ein, noch auf der Suche nach Lehrkräften und einem Gebäude für eine zweizügige Grundschule zu sein. Erst danach könne eine Antragsstellung bei der Bezirksregierung Arnsberg erfolgen. Man wolle mit einer Klasse starten; dass die Bekenntnisschule schon im nächsten oder übernächsten Jahr an den Start gehen könne, hält Erbach für „unwahrscheinlich“.

Philipp Gärtner (CDU) hakte in Sachen Sportunterricht bzw. Sporthalle nach. „Sie müssen trotz der Unterstützung durch das Land NRW einen immensen Eigenanteil aufbringen (13 Prozent, Anm. d. Red.). Über welche Summe reden wir, wie realistisch ist die Umsetzung?“, fragte der stellvertretende Ausschussvorsitzende. Laura Erbach antwortete, dass man keine konkreten Zahlen nennen könne, die Zahl von Bekenntnisschulen würde aber für sich sprechen: „Viele Eltern wünschen sich diese Art der Schule und wollen, dass ihre Kinder unter so einem Bekenntnis erzogen werden. Sie bringen sich dann auch ein.“

Schuldezernent Frank Gründken sieht keine Chance für die Stadt Werne, Räume zur Verfügung zur stellen: „Die ehemalige Barbaraschule und auch die Wienbredeschule haben kein Potenzial und unterliegen derzeit auch einer anderen Nutzung.“ Auf die einstige Förderschule im Beckingsbusch hatte der Trägerverein wohl eine Auge geworfen.

Mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus warben Laura Erbach und Frank Wagner für die private Grundschule. „Wir hätten die gleiche Stundentafel wie öffentliche Schulen“, beantwortete Wagner die Frage nach womöglich zuviel Religionsunterricht. Es sei eine Schule für alle Kinder geplant, die das Bekenntnis teilen. „Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Es wird kein Schüler aus finanziellen Gründen abgelehnt, ein Schulgeld wird es nicht geben“, betonte Erbach. Wagner ergänzte: „Wir brauchen mehr exzellente Schulen für unsere Kinder.“

Für ein Foto standen beide Referenten im Anschluss nicht zur Verfügung. Sobald der Antrag eingereicht oder ein Gebäude gefunden sei, stünde man dafür auf jeden Fall bereit, hieß es.

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