Donnerstag, April 25, 2024

Bistum Münster: Austritte auf hohem Niveau – Werne keine Ausnahme

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Münster. Die Zahl der Gläubigen, die im Jahr 2021 der katholischen Kirche den Rücken gekehrt haben, ist im Bistum Münster auf einen historischen Höchststand gestiegen: 22.614 Katholiken erklärten ihren Austritt, das waren 9.916 mehr als im Vorjahr, meldet die Pressestelle des Bistums.

Bisher hatte es demnach im Jahr 2019 mit 16.654 Katholiken die höchste Zahl an Kirchenaustritten gegeben. Hingegen seien 257 Personen, die die katholische Kirche früher einmal verlassen hatten, 2021 wieder eingetreten, hinzu kamen 105 Eintritte andere christlicher Konfessionen.

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Wie die Bischöfliche Pressestelle am 27. Juni weiter mitteilte, wurden 2021 im Bistum 12.993 Menschen durch die Taufe in die Kirche aufgenommen, das waren 3.189 mehr als 2020. Die aktuelle Katholikenzahl im Bistum lag Ende 2021 somit bei 1.763.393. Das sind rund 34.176 weniger als ein Jahr zuvor. Münster ist hinter dem Erzbistum Köln das zweitgrößte Bistum in Deutschland.

Deutliche Veränderungen zeichneten sich der Pressestelle zufolge auch bei der Teilnahme an den Gottesdiensten ab. So sank die Zahl derer, die im Bistum zu den sonntäglichen Gottesdiensten in die Kirchen gingen, um 24.046 auf 65.016 Katholiken.

Einen Anstieg habe es hingegen bei Firmungen (2021: 10.334; 2020: 8.099), Erstkommunionen (2021: 13.929; 2020: 11.428) und kirchlichen Trauungen (2021: 1.609; 2020: 903) gegeben, ebenso wie bei den Bestattungen (2021: 19.559; 2020: 19.487).

In Werne sieht es nicht besser aus

Der Bistumstrend spiegelt sich auch in Werne wider. „In 2021 gab es 146 Kirchenaustritte, in 2022 liegen uns bereits 113 Austritte vor“, berichtet Pfarrsekretärin Mechthild Stengl auf Anfrage von WERNEplus.

Aktuell zählt die Pfarrgemeinde St. Christophorus rund 13.400 Mitglieder.

Bischof Dr. Felix Genn zu den Zahlen

„Es ist schön, dass nach der Pandemie die Feier der Sakramente wieder lebendiger geworden ist. Gleichwohl wirkt die Pandemie gerade bei den Gottesdienstbesuchern noch nach. Und natürlich haben vor allem gravierende Fehler kirchlicher Verantwortungsträger im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu den hohen Kirchenaustrittszahlen beigetragen. Von daher bedauere ich es sehr, habe aber auch Verständnis dafür, dass viele Menschen mit der Institution Kirche nichts mehr zu tun haben wollen.

Von daher gilt für mich das, was ich vor kurzem bereits im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Studie der Westfälischen Willhelms-Universität Münster (WWU) zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster in einem Schreiben an die Haupt- und Ehrenamtlichen betont habe: Das, was viele engagierte Christinnen und Christen nur noch als übermächtige Institution, als erdrückende Struktur, als Amtskirche bezeichnen und wahrnehmen, muss sich verändern. Viele von denen, die in der Kirche Verantwortung tragen, müssen ihre Haltung und ihr Verhalten ändern.

Insgesamt müssen wir als kirchliche Verantwortungsträger – und da schließe ich mich selbst ausdrücklich ein – Kirche in dieser Haltung leben: zugewandt, veränderungsbereit, lebendig, vielfältig, offen, dialogorientiert, im Dienst an den Menschen stehend, Gewalt, Unrecht und sexuellen Missbrauch bekämpfend. So verkünden wir die frohe und befreiende Botschaft Jesu Christi glaubhafter und überzeugender – in Wort und Tat.

Dafür werde ich mich einsetzen. Und ausdrücklich danken möchte ich allen, die bei der Kirche bleiben. Mir ist sehr bewusst: Die Verantwortungsträger in der katholischen Kirche – vielleicht auch ich persönlich – haben es vielen engagierten Christinnen und Christen teilweise über Jahreoft schwer gemacht. Das muss sich ändern.

Zugleich bleibt es für mich beeindruckend, wie viele Menschen sich trotz allem und nach wie vor aus einem tiefen Glauben heraus im Bistum Münster engagieren. Diesen Menschen möchte ich von Herzen danken für ihren Einsatz, für ihre Glaubenszeugnisse und dafür, dass sie nicht wie viele andere sagen: Mir reicht’s. Ich gehe.“

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