Mittwoch, April 17, 2024

Elternabend an der MSS dreht sich um Gefahren in der digitalen Welt

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Werne. Cybergrooming, Sexting, Cyberbaiting oder Happy Slapping – nicht wenige Erziehungsberechtigte hörten diese Begriffe beim Elternabend an der Marga-Spiegel-Sekundarschule (MSS) zum ersten Mal. Wie sich Kinder und Jugendliche vor diesen und weiteren internetbasierten Cybercrime-Phänomen schützen lassen, erläuterte Kriminalhauptkommissar Paul Chmara am vergangenen Donnerstag in seinem Vortrag.

„Die Nutzung des Internets ist heute bei Kindern und Jugendlichen Standard. Leider gibt es eine Vielzahl an Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Internet ausgesetzt sind“, sagte Rita Lefering, Didaktische Leiterin der Sekundarschule.

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Welche Gefahren es gibt, welchen Straftaten Kindern im Internet begegnen können und wie man sie davor schützt, Opfer oder auch Täter zu werden – dazu hatte der Polizeibeamte im Kommissariat Kriminalpräventation und Opferschutz jede Menge Informationen, Fallbeispiele aus seinem Alltag und Tipps mitgebracht.

Digitale Sicherheit fange schon damit an, keine Fotos der Kinder in den Sozialen Medien zu teilen, um diese vor Missbrauch Dritter zu schützen. Ganz banal ist das „Recht am eigenen Bild“. Wenn beispielsweise ein/e Schüler/in ungefragt ein Foto von einer Lehrkraft macht, kann schon ganz schnell eine Anklageschrift ins Haus flattern.

Sexting und Cybergrooming

Beim sogenannten Sexting tauschen Verliebte einvernehmlich erotische Bilder aus – zunächst harmlos, später können diese ins Pornographische gehen. So weit nicht strafbar. Kommt es aber irgendwann zum Liebes-Aus und werden die Fotos verbreitet, wird es schnell schmutzig. Beispiel: Teilt ein Mindest-14-Jähriger, der in diesem Alter bereits strafmündig ist, Bilder seiner Ex-Freundin, die jünger ist, begeht er ein Verbrechen.

Beim Cybergrooming geben sich oft Pädophile im Erwachsenen-Alter als Jugendliche aus und täuschen in Messaging-Diensten wie Snapchat meistens minderjährige Mädchen. „Oft kommt es dann zu einem Treffen im echten Leben und auch zu Missbrauch“, schilderte Paul Chmara die Fallstatistik in Deutschland.

Happy Slapping und Cyberbaiting

Glücklicherweise auf dem Rückzug seien die Phänomene Happy Slapping und Cyberbaiting, so der Kriminalhauptkommissar weiter. Beim Erstgenannten verabreden sich zwei, drei Täter, um ein ausgewähltes Opfer zu verprügeln. Das wird dann gefilmt und verbreitet. Unter Cyberbaiting versteht man das ständige Provozieren einer Lehrkraft. „Dreht diese dann irgendwann durch, wird ein Video gemacht. Nur diese Szene wird gezeigt und aus dem Kontext gerissen.“

Cybermobbing

Ein breites Feld und den Lehrkräften an allen Schulformen bekannt, ist das Phänomen des Cybermobbings. „Mobbing gab es auch schon früher, doch dann hatte das Opfer immerhin zuhause Ruhe. In Zeiten der Smartphones wird 24 Stunden an sieben Tagen beleidigt oder gehetzt“, so der Kriminalbeamte, der Mediennutzungszeiten empfiehlt: „Es gibt keine totale Kontrolle, aber achten Sie darauf! Vertrauen ist gut, Kontrolle notwendig.“ Genau wie im „echten Leben“ solle man Stellung beziehen und Zivilcourage beweisen. Selbst eine spaßig gemeinte Begrüßung wie „Hey, du Hurensohn“ könne schnell als Beleidigung ausgelegt werden und zur Anzeige gebracht werden.

Und zum Schluss ging es um Extremismus, Gewaltverherrlichung und Pornographie. „Leitet man Bilder oder Videos dieser Art weiter, begeht man eine Straftat“, machte Chmara klar: „Entdecken Sie etwas, gehen Sie umgehend zur Polizei. Löschen reicht nicht! Und sensibiliseren Sie ihre Kinder für derartige Inhalte, trainieren Sie den Umgang.“

In der abschließenden Diskussion bekräftigte Rita Lefering: „Wir als Schule sind nicht raus aus der Verantwortung, wollen mit den Eltern Hand in Hand arbeiten und haben immer offene Ohren.“ Schulsozialarbeiter Leif Kortländer erwähnte das Engagement der Medienscouts, die präventiv Probleme wie Cybermobbing, Cybergrooming, Datenmissbrauch und exzessive Mediennutzung im schulischen Alltag aufzugreifen und zu bearbeiten versuchen. „Die Kids sind bei diesen Themen leider oft angenervt.“

Schulpflegschaftsvorsitzende Bianca Behrens, die den Info-Abend zu diesem Thema angeregt hatte, wäre über eine größere Resonanz seitens der Eltern glücklicher gewesen. Denn rund 70 Anwesende machten gerade einmal zehn Prozent bezogen auf die MSS-Schüler/innen-Zahl aus. Rita Lefering entgegnete: „Ich bin sehr zufrieden. An anderen Schulen im Kreisgebiet sitzen die Kollegen vor gerade einmal acht Eltern.“

Die nächste Elternrunde an der Marga-Spiegel-Schule – dann zum Thema „Drogen: Prävention und Sucht“ – ist für den 2. Mai terminiert.

Weitere Informationen und Tipps unter: https://www.klicksafe.de/ oder https://www.internet-abc.de/.

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