Münsterland-Serie „Haus Kummerveldt“ gewinnt Grimme-Preis

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Herbern. Regisseur Mark Lorei und Produzentin Lotte Ruf, die Goldstoff Filme gegründet haben und deren Sitz Schloss Itlingen ist, haben es geschafft. Sie sind mit einem Grimme-Preis für ihr Debüt „Haus Kummerveldt“ ausgezeichnet worden. Die im Münsterland gedrehte und produzierte Serie hat einen der beliebten Sonderpreise bekommen. Die Jury lobte die Einzigkartigkeit der Nachwuchs-Produktion.

Aus über 750 Einsendungen hatte das Marler Grimme-Institut 64 Produktionen und Einzelleistungen nominiert. 14 Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise werden am 26. April im Marler Theater verliehen. „Haus Kummerveldt“ erhält den Grimme-Preis Spezial „für die experimentierfreudige Verknüpfung von Historie, Pop und Politik“, so die Begründung der Jury. Geehrt werden Mark Lorei (Idee/Regie), Charlotte Krafft (Buch), Cécil Joyce Röski (Buch), Lotte Ruf (Produktion) und Milena Straube (Darstellung). Der 1964 erstmals vergebene Grimme-Preis gilt als Deutschlands wichtigster Medienpreis.

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„Haus Kummerveldt“ handelt von der Rebellion der jungen Adligen Luise (gespielt von Milena Straube) gegen die Konventionen im wilhelminischen Kaiserreich. Luise sehnt sich danach, Schriftstellerin zu sein wie ihr Vorbild Annette von Droste-Hülshoff. Nach dem Tod des Vaters nutzt ihr Bruder Veit (Marcel Becker-Neu) seine Macht als Vormund – und verfolgt ganz andere Pläne. „Mit Blick auf das 19. Jahrhundert haben uns vor allem die Gegenwartsbezüge interessiert“, erläutert Regisseur Mark Lorei die Idee zur fiktiven Serie. „Denn es gibt starke Kontinuitäten besonders zwischen sozialen und sexistischen Mustern der damaligen und der heutigen Gesellschaft.“

Zusammen mit Crewmitgliedern in Münster: Regisseur Mark Lorei (links) und Produzentin Lotte Ruf (Dritte von links).
Zusammen mit Crewmitgliedern in Münster: Regisseur Mark Lorei (links) und Produzentin Lotte Ruf (Dritte von links).

Bislang umfasst „Haus Kummerveldt“ sechs Folgen à rund 20 Minuten. Nach einer vom Münsterland e.V. organisierten Filmtour durch die Region sowie Premieren auf mehreren Filmfestivals ist die Serie online in den Mediatheken von ARD und Arte zu sehen. Hunderttausende Videoabrufe wurden seit dem Sommer 2023 erzielt. In der Welt der Luise von Kummerveldt entdecken ortskundige Zuschauerinnen und Zuschauer laufend vertraute Stätten. So wurde das Haus Welbergen in Ochtrup zum Stammsitz der Adelsfamilie. Weitere Drehorte waren die Bibliothek auf Burg Hülshoff in Havixbeck, die Häuser Rüschhaus in Münster und Runde in Billerbeck, die Burg Vischering in Lüdinghausen und das LWL-Museum Textilwerk in Bocholt.

Vor der Kulisse der Wasserburg in Ochtrup-Welbergen, die zum Stammsitz der Familie von Kummerveldt wurde, erlebte das Publikum „Haus Kummerveldt“ auf großer Leinwand.

Die 28-Jährige Lotte Ruf kann ihr Glück auch ein paar Stunden nach der Preisbekanntgabe nicht fassen. „Wir sind so glücklich. Ich kann das gar nicht glauben.“ Dass es einen Grimme-Preis für das Haus Kummerveldt-Team gibt hat sie mit Hinblick auf die Konkurrenz nicht wirklich geglaubt. Das sind ja Multimillionen-Produktionen“, sagt Ruf mit Blick auf ihre Low-Budget-Serie.

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