Unterwegs sein: Kleine Wunder auf dem Jakobsweg

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Werne. Kleine Wunder der Begegnungen erlebten neun Frauen und Männer, die ihre Rucksäcke packten und vom 8. bis 11. Juni auf dem Westfälischen Jakobsweg von Osnabrück nach Münster pilgerten.

Unter der Führung von Gabriele Kranemann, der Vorsitzenden des Fördervereins Jakobsweg Werne, meisterten die Teilnehmer die rund 80 Kilometer lange Tour mit Bravour. Doch nicht die sportliche Leistung stand im Mittelpunkt der dreieinhalbtägigen Wanderung, sondern vielmehr spirituelle und religiöse Themen begleiteten die Gruppe Schritt für Schritt.

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„Beim Pilgern geht es nicht nur um den äußeren Weg, also die Strecke. Der ínnere Weg in unseren Köpfen spielt eine ebenso große Rolle“, sprach Gabriele Kranemann die Vielschichtigkeit des Projektes an. In einfühlsamen Texten, Gebeten und Liedern lenkte sie stets die Gedanken auf die Wichtigkeit des Miteinanders.

Die Pilger, die sich zum Teil vorher nicht kannten, ließen sich allesamt auf die womöglich ungewohnten Erfahrungen in einer Gruppe ein und genossen auch die Anstrengungen der Strecke. Selbst den Dauerregen am dritten Tag nahmen sie mit einem gelassenen Lächeln hin.

Einen Unterschlupf fanden die Jakobsweg-Pilgerer während des Dauerregens am dritten Tag an einer
Bushaltestelle in Fuestrup. Sie nutzten die Gelegenheit zu einem Ess- und Trinkpause. Fotos: Kramer
Einen Unterschlupf fanden die Jakobsweg-Pilgerer während des Dauerregens am dritten Tag an einer Bushaltestelle in Fuestrup. Sie nutzten die Gelegenheit zu einem Ess- und Trinkpause. Fotos: Kramer

„Unterwegs sein“ – dieses Motto der Aktion schrieb viele schöne Geschichten. Anne Schulz, die zusammen mit Gabriele Kranemann die Tour vorbereitet hatte, schenkte jedem Teilnehmer zum Start eine Jakobsmuschel, die sie aus Santiago de Compostela mitgebracht hatte. So ausgerüstet fielen die knapp 24 Kilometer von Osnabrück nach Leeden nicht schwer.

Hier geht´s lang: Die Jakobsmuschel als Symbol für den Jakobsweg gab die Richtung vor.
Hier geht´s lang: Die Jakobsmuschel als Symbol für den Jakobsweg gab die Richtung vor. Foto: Kramer

Unterwegs fanden die Pilger viel Zuspruch. Sei es der ältere Radfahrer, der einer Teilnehmerin die bei einer kurzen Rast versehentlich zurückgelassenen Laufstöcke hinterher brachte, sei es der Heimatverein Lengerich, der gerade sein 100-jähriges Bestehen feierte und vor der versammelten Festgemeinde die Werner Gruppe freundlich begrüßte, oder sei es der venezuelanische Blumenfreund Dr. Norman Sinclair, der den Pilgern die Schönheit der speziell gezüchteten Pilgerrose zeigte (die übrigens auch vor dem Werner Kapuzinerkloster gedeiht): Den Frauen und Männern schlug auf den Spuren des Heiligen Jakobus eine Herzlichkeit entgegen, die Freude machte und wohl jeden berührte.

Im Wintergarten von Andrea Poleratzki und Jörg Blankenstein (links am Herd) in Schmedehausen wurden die Pilger aufs Herzlichste empfangen und bewirtet. Foto: Kramer
Im Wintergarten von Andrea Poleratzki und Jörg Blankenstein (links am Herd) in Schmedehausen wurden die Pilger aufs Herzlichste empfangen und bewirtet. Foto: Kramer

„Solche kleinen Wunder geschehen auf dem Jakobsweg“, meinte Anne Schulz, die mehrere Monate schon auf vielen Abschnitten des Camino de Santiago gepilgert ist. Ganz sicher dazu gehört auch die Gastfreundschaft von Andrea Poleratzki und Jörg Blankenstein, die die Werner Gruppe spontan an ihrer Bett & Bike-Station (www.am-dom-gaestezimmer.de) in Schmedehausen mit duftendem Kaffee und selbst gebackenem schwedischen Schoko-Kuchen bewirteten. „Da hätte ich
länger bleiben können“, gestand eine der Teilnehmerinnen.

Durch Wald und Feld führte der Westfälische Jakobsweg die Werner Gruppe. Hier ein Schnappsachuss, der in der Nähe Leeden entstand. Foto: Kramer
Durch Wald und Feld führte der Westfälische Jakobsweg die Werner Gruppe. Hier ein Schnappsachuss, der in der Nähe Leeden entstand. Foto: Kramer

Die letzte Übernachtungsstation in Handorf war trotz (oder wegen?) des Regens schnell erreicht. Von dort aus führte am nächsten Morgen der vergleichsweise kurze Abschnitt nach Münster, wo ein buntes Meer von Fahnen anlässlich der dortigen Europatage die Pilger begrüßte. Besuche im St. Paulus-Dom und in der Lamberti-Kirche (sowie in einer Eisdiele…) beschlossen das offizielle Programm, bevor es schließlich ganz entspannt mit dem Zug nach Werne ging. Dort empfing Paul-Heinz Kranemann die glücklichen Pilger. Er hatte während der gesamten Tour für den Transport der Koffer von Unterkunft zu Unterkunft gesorgt.

Dann hieß es Abschied nehmen. „Der Weg liegt nun hinter uns, wir sind angekommen“, könnte ein Fazit lauten. kra-

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