Donnerstag, Juli 25, 2024

Weg für Anbau der Wiehagenschule frei – Turnhallenabriss später

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Werne. In der Sitzung für den Ausschuss des Kommunalbetriebs Werne (KBW) wollte Vorsitzender Lars Hübchen am Donnerstag (13.06.2024) keine großen Diskussionen mehr zulassen und nach langen Diskussionen „grünes Licht“ für die erforderliche Erweiterung der Wiehagenschule geben. Das gelang.

Im jüngsten Schul- und Sportabschuss hatten sich die Fraktionen noch einmal einen Schlagabtausch über Für und Wider des Anbaus der demnächst komplett fünfzügigen Grundschule geliefert. Mit den Enthaltungen der CDU fiel die Empfehlung des Fachausschusses schließlich einstimmig aus. Das gleiche Ergebnis brachte jetzt das Votum im KBW-Gremium.

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„Bei jedem weiteren Monat Verzug steigen die Kosten um jeweils rund 45.000 Euro“, führte Lars Hübchen (SPD) den Baupreisindex ins Feld: „Wir tun gut daran, den Deckel jetzt drauf zu machen.“ Die CDU um Fraktionschefin Uta Leisentritt gab ihren Widerstand letztlich auf: „Den Anbau wird es geben – eine fünfzügige Schule auf einem viel zu kleinen Gelände. Wir hätten es gerne anders gemacht, werden uns daher enthalten. Wir regen an, dass so wirtschaftlich wie möglich gebaut wird.“

Klaus Schlüter (Bündnis 90 / Die Grünen) entgegnete: „Wir hatten einen einstimmigen Beschluss, die Schule dort zu bauen. Zeit ist Geld. Wir stimmen dafür.“

Die Turnhalle an der Stockumer Straße (Standort Wiehagenschule) soll nun doch nicht saniert und mittelfristig abgerissen werden. Grund sind Neuplanungen im Zuge der Einrichtung eines fünften Zuges an der Grundschule ab 2022/23. Foto: Wagner
Die Turnhalle an der Stockumer Straße (Standort Wiehagenschule) soll Anfang 2025 abgerissen werden. Archivfoto: Wagner

Alte Turnhalle wird erst später abgerissen

Unter dem Bericht der Betriebsleitung stand die Wiehagenschule dann erneut auf der Tagesordnung. Philipp Cramer, Leiter des Gebäudemanagements, berichtete, dass sich der Abriss der alten Turnhalle an der Stockumer Straße verzögere. Statt in den Herbstferien 2024 werde nun Anfang 2025 anvisiert.

Geplanter Baustart für den Erweiterungsbau ist April 2025, ein Jahr später soll der Einzug erfolgen und die Arbeiten zur Mensaerweiterung beginnen, deren Fertigstellung dann im November 2026 angepeilt wird.

„Für die neue Zweifachturnhalle an der Klöcknerstraße samt der Parkplätze stellen wir am 24. September in der nächsten Sitzung das Lösungspaket vor“, so Cramer weiter. Baubeginn soll im Frühjahr 2025 sein.

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach einer langen Zeit der Diskussion, des Abwägens und auch des, in der momentanen Finanzlage der Stadt Werne, durchaus berechtigte Ringen um Kosten scheint nunmehr der Weg frei für den Erweiterungsbau an der neuen Wiehagenschule, samt neuer Turnhalle an der Klöcknerstrasse. Somit scheint alles auf dem Weg. Aber irgendwann sollte man die Frage stellen, ob das was da angedacht und geplant ist, wirklich auf weitere Sicht sinnig bleibt.

    Der Erweiterungsbau an der neuen Wiehagenschule (Weihbachschule alt) soll den momentanen und kurzfristig erhöhten Platzbedarf auffangen. Hierfür soll wegen des für den Erweiterungsbau notwendigen Platzbedarf, die dortige Turnhalle weichen. Hierfür wiederum soll an der Klöcknerstrasse ein Turnhallenneubau entstehen. Bisherige Neubaukosten kumuliert: 13,52 Mio. Euro. (Erweiterung Schule 6,62 Mio/€ + Neubau Turnhalle 6,9 Mio/€)

    Hiermit sollte der momentane und kurzfristige Bedarf an Grundschulplätzen gedeckt werden können.

    Aber:
    Wie bekannt, wird gerade das Baugebiet Bellingholz-Süd (Bebauungsplanverfahrens 12E) mit 180 Wohneinheiten entwickelt. Zählt man noch weitere mittelfristig anstehende Bauvorhaben (Tecklenborg; Höttcke; Sperrmann; etc.) und den Anstieg der Bevölkerung durch Einwanderung und Zuzug (Siehe Prognose Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)) hinzu, wird schnell deutlich, dass die dann vorhandenen Bestände, die Bedarfe an Grundschulplätzen ebenso mittelfristig nicht decken können. Also wird man nochmals ebenso mittelfristig vor der Entscheidung stehen, wohin mit den dann neu hinzugezogenen Grundschülern!? Wie bereits jetzt zu erkennen birgt ein weiterer Anbau an einer bestehenden Schule recht großes Konfliktpotenzial. Befindlichkeiten und Wünsche sind zu berücksichtigen und werden doch meist nicht erfüllt.

    Verwegener Gedanke:

    Setzen wir voraus, dass die Bedarfe (früher einmal errechnet über die in Teilen fehlgeschlagene Pestel-Studie und Anderen) an Grundschulplätzen steigen werden und die Kapazitäten absehbar nicht ausreichen werden und ein wie auch immer gearteter Anbau im Bestand eine eher unzufrieden stellende Lösung darstellt, bleibt eigentlich nur eine einzige wirtschaftliche Lösung: Der Neubau einer weiteren Grundschule. Natürlich, Kosten!! Schaut man sich die Gestehungskosten der neuen Wiehagenschule von 10,5 Mio/€ in 2019 einmal an, so kann man für die Streichung der beiden BVHen., Anbau neue Wiehagenschule u. neue Turnhalle Klöcknerstr. (13,52 Mio/€), einschl. marktüblicher Preissteigerung einen Grundschulneubau realisieren. Dieser Neubau sollten natürlich sinniger Weise im fußläufig erreichbaren Bereich einer Turnhalle stehen, um diese Synergien zu heben und den Neubau der TH Klöcknerstr. hiermit vermeidbar zu machen. Hierfür bietet sich geradezu die aktuell kernsanierte TH Wiehagenschule alt/Eick an. (Siehe Foto). Als sicherlich große Lösung könnte man den gekennzeichneten Bereich, und darüber hinaus in Richtung Osten, im FNP von Landwirtschaftliche Fläche in Wohnbauflächen umwidmen. Als kleinere Lösung in einem ersten Schritt nur die für einen Schulneubau notwendigen Flächen, einschließlich Erschließungsflächen. Eine Erschließung könnte über die Goerdeler Str. erfolgen. Wie bekannt, waren diese Flächen vor Jahren schon mal als mögliche Potenzialflächen für ein weiteres Wohnbaugebiet ins Auge gefasst worden. Finanzierung über einen Verkauf der bisher für den Neubau der TH Klöcknerstr. vorgesehenen Fläche.

    Was haben wir gewonnen?

    Als positives Hauptargument sticht hier sicherlich die auf Jahre gewonnene Kapazitätssteigerung an Grundschulplätzen ins Auge. Weitere Grundschüler können berechenbar untergebracht werden. Es sind keine Kompromisse, wie bei dem angedachten Neubau an der Wiehagenschule neu notwendig. Der Schulbetrieb an der Wiehagenschule neu wird durch die notwendigen Störungen durch den Bau des Anbaues nicht gestört. Die Schulkinder der Wiehagenschule neu haben keinen Fußmarsch über die stark befahrene Stockumer Str. zum bisher geplanten Neubau der TH Klöcknerstr. in Kauf zu nehmen. Durch den Verkauf der Fläche Klöcknerstr. kann die Finanzierung der Flächen Eick erfolgen, Kosten für Pflege und Instandhaltung der Fläche Klöcknerstr. entfallen. Möglicher Weise löst der Verkauf der Fläche an ein dortiges Unternehmen das Parkproblem an der Klöcknerstrasse. Durch die, mögliche, Weiterentwicklung der bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen „Eick“ generiert die Stadt schon jetzt ein eigenes mögliches Neubaugebiet. Unter dem Strich bleibt die Anzahl der Turnhallenkapazitäten gleich, da der Abriss der TH Wiehagenschule neu und ein Neubau TH Klöcknerstr. nicht erfolgen muss.

    Dies alles sind Gedanken, die sicherlich die ein, oder andere Komponente unberücksichtigt lassen. Auch wird es Argumente geben, die dagegen sprechen. Und natürlich würde eine solche Realisierung Zeit kosten. Aber weitere Kostensteigerung durch einen weiteren Anstieg der Baukosten sind nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil. (Siehe https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/bauen/bauwirtschaft/baupreisprognose/baupreisprognose.html#:~:text=Die%20Baupreisdynamik%20hat%20daher%20im,%2C%20Preisindizes%20f%C3%BCr%20die%20Bauwirtschaft).

    Aber, und ich denke hier ist das so, verwegene Gedanken halten dazu an, scheinbar auf Schienen fahrende, sich als unumkehrbar darstellende Projekte und Dinge neu zu überdenken. Das Ziel, die beste, auch die beste pädagogische Lösung in der Schullandschaft, gerade in Zeiten knapper Kassen hinzubekommen, sollte uns Ansporn sein, darüber nachzudenken.

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