AFG wünscht sich Clusterschule – Politik beschließt Prüfung der neuen Variante

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Werne. Neubau oder Sanierung in einem Zug, Flurschule oder Clusterschule – die Planungen für die Zukunft des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) schreiten voran. Ende September 2026 sollen die Entscheidungen in den politischen Gremien fallen.

Der Schul- und Sportausschuss beschloss am Mittwoch (17.06.2026), das Raumprogramm für eine Clusterschule als zusätzliche Variante in die Wirtschaftslichkeitsberachtung zum Neubau oder zur Sanierung des AFG miteinzubeziehen. Der Haken: eine satte Kostensteigerung gegenüber den bislang dargestellten Alternativen.

Bei einer Sondersitzung Ende April dieses Jahres kam der Wunsch nach einer moderneren Raumgestaltung des städtischen Gymnasiums auf, verstärkt durch den anschließenden Besuch des Bert-Brecht-Gymnasiums in Dortmund. Am 28. Mai 2026 verständigten sich Verwaltung und Schulleitung über ein Raumprogramm für die sogenannte Clusterschule. Sowohl der zuständige Dezernent Frank Gründken als auch Schulleiter Marcel Damberg hoben die gute Zusammenarbeit hervor.

Im Vergleich zum Raumprogramm von 2023 (Flurschule mit Erweiterungsbau aufgrund der Rückkehr zu G9) ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf bei der Clusterschule von knapp über 1.500 Quadratmetern (Bruttogrundfläche). Unter Berücksichtigung von Baukosten in Höhe von 4.000 Euro/m² ergibt sich demnach gegenüber den bislang dargestellten Varianten eine Kostensteigerung von ca. 6,15 Millionen Euro, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Egal für welche Ausbau-Variante sich die Politik letztlich entscheidet, die rund 6 Millionen kämen für die Clusterschule „on top“, bestätigte Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebs Werne (KBW).

Für die CDU-Fraktion beantragte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Philipp Gärtner eine gemeinsame Sondersitzung der beiden Ausschüsse (Schulausschuss, KBW) im Vorfeld der regulären Zusammenkunft am 30. September 2026. Dieser Vorschlag fand einheitliche Zustimmung.

Hintergrund Flurschule und Clusterschule

Eine Flurschule sowie eine Clusterschule unterscheiden sich im Wesentlichen darin, wie Lernräume organisiert sind und wie Unterricht pädagogisch gedacht wird.

Die klassische Flurschule ist gekennzeichnet durch (lange) Flure, von denen rechts und links abgeschlossene Klassenräume abgehen. Dabei ist jeder Klasse ein Klassenraum zugeordnet. Der Unterricht erfolgt meist frontal und jahrgangsgebunden. Der Flur dient primär der Erschließung der Räume und wird pädagogisch kaum genutzt.

Bei der Clusterschule bilden mehrere Lernräume ein „Cluster“, in dem es einen zentralen gemeinsamen Bereich in Form eines offenen „Marktplatzes“ oder offenen Lernforums gibt. Zusätzlich werden Differenzierungsräume und Teamstationen für Lehrkräfte berücksichtigt. Die Möblierung erfolgt flexibel und lässt multifunktionale Nutzungen zu. Die Lernsettings sind offen oder halb-offen. Flure werden dabei zum Lernraum. Diese Raumgestaltung fördert individualisiertes und selbständiges Lernen, verbessert jahrgangsübergreifendes Lernen und lässt flexible Gruppengrößen zu.

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