Horst/Stockum/Werne. Die Sperrung der Mühlenstraße in Stockum und die damit verbundene Umleitung des Busverkehrs der VKU sorgen bei Eltern aus den Werner Außenbezirken für Unmut.
Dabei richtet sich die Kritik nicht gegen die notwendige Baumaßnahme, sondern gegen die Art und Weise, wie die Änderungen der Streckenführung kommuniziert wurden. Eltern und Schulkinder seien erst am Morgen der Sperrung an den betroffenen Haltestellen per Aushang darüber informiert worden, dass die Busse umgeleitet werden und einzelne Haltestellen entfallen. Das teilte Regina Bäumer, Vorsitzende der UWW, im Gespräch mit WERNEplus mit. Problematisch sei vor allem die Schulbusverbindung zwischen Horst, Stockum und der Kardinal-von-Galen-Grundschule.
„Eine Bekannte hat mir erzählt, sie habe bereits Tage zuvor regelmäßig in der VKU-App nachgeschaut, ob Informationen zu alternativen Routen bereitgestellt worden seien“, sagte Bäumer. „Es kam gar nichts. Und dann stand sie morgens an ihrer Haltestelle und las, dass diese aktuell nicht mehr angefahren wird.“ Besonders betroffen sind Familien aus Horst und Wessel, deren Kinder mit dem Bus zur Grundschule nach Stockum fahren. Die gewählte Umleitungsstrecke über Werne führe dazu, dass die Schülerinnen und Schüler teilweise verspätet zum Unterricht kämen. „Es haben mich deswegen schon Eltern angesprochen“, sagt Bäumer, die selbst in Wessel wohnt.
Für viele Anwohner ist die aktuelle Situation nur der jüngste Anlass für Kritik. Die betroffenen Busverbindungen seien in den vergangenen Jahren „extrem unzuverlässig“ gewesen, wie Bäumer sagt. „Gerade die Eltern aus Horst haben da schon einen Streifen mitgemacht“: Ausfälle, Verspätungen bis hin zu Busfahrern, die die Route nicht kannten. Bäumer weiß von einem Vater, der hinter dem Bus herfuhr, bis er den Fahrer darauf aufmerksam machen konnte, dass dieser eine falsche Richtung eingeschlagen hatte. „Diese Probleme haben dann dazu geführt, dass Eltern Fahrgemeinschaften gebildet haben, um ihre Kinder zur Schule zu fahren.“ Dabei seien Elterntaxis andererseits ja gar nicht gewünscht.

Nach Beschwerden der Eltern hatten im vergangenen Jahr Gespräche zwischen Vertretern der Stadt Werne, der VKU und betroffenen Familien stattgefunden. Die Zuverlässigkeit der Verbindung habe sich danach zunächst verbessert. Umso größer ist nun die Enttäuschung über den Umgang mit der aktuellen Umleitung. „Es geht nicht darum, dass eine Straße gesperrt wird. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber wenn bekannt ist, dass eine betroffene Busverbindung seit Jahren Probleme macht, dann hätten wir erwartet, frühzeitiger informiert zu werden.“ Stattdessen mache sich einmal mehr das Gefühl breit, als Anwohner der Außenbezirke der Politik, der Verwaltung und der Verkehrsgesellschaft egal zu sein. „Wenn ich das Problem im Ausschuss anspreche und von der Verwaltung höre, dass die Stadt darauf wenig Einfluss hat, sehe ich nicht das Bestreben, an der Situation etwas zu ändern.“
Die Menschen in den Außenbezirken seien durchaus daran gewöhnt, bestimmte Angelegenheiten selbst zu regeln. Aber sie seien darauf angewiesen, dass der öffentliche Nahverkehr funktioniere. Anders als in der Innenstadt fehlen in den Bauerschaften alternative Verbindungen. „Und in der aktuellen Situation geht es um Grundschulkinder, die allein in der Pampa stehen“, fügt Bäumer hinzu.
Die Kritik richtet sich sowohl an die Verkehrsgesellschaft als auch an die Stadtverwaltung. Letztere habe zwar keinen Einfluss auf den Fahrplan der VKU, trotzdem bleibe die Frage, ob die Verwaltung angesichts der bekannten Probleme nicht stärker auf frühzeitige Informationen hätte drängen können. Die WERNEplus-Redaktion hat der VKU und der Stadtverwaltung am vergangenen Donnerstag (25.06.2026) die Vorwürfe geschildert und um Stellungnahme gebeten. Bislang liegt keine Antwort vor.





















