Werne. Die Entscheidung über die Zukunft des Anne-Frank-Gymnasiums ist noch nicht gefallen, doch nach der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der verschiedenen Varianten liegen nun Zahlen auf dem Tisch. Die Unternehmensberater Tim Neuvians und Fabio Koster von der bpr Mittelstandsberatung GmbH präsentierten die Ergebnisse in einem 45-minütigen Vortrag.
„Wir befinden uns heute in der ‚ersten Lesung‘. Die Ergebnisse werden vorgestellt und erläutert. Rückfragen sind möglich. Danach beginnen die Beratungen in den Fraktionen“, hatte Bürgermeister Lars Hübchen schnell die Erwartungen auf eine (Vor-)Entscheidung gedämpft.
Die beiden Unternehmensberater beleuchteten intensiv, vor allem aus monetärer Sicht, die bereits erarbeiteten Varianten. Schließlich setzten sie die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und die Nutzwertanalyse ins Verhältnis.

Nach bekannten und schon mehrfach durchgeführten Uneinigkeiten über die zugrunde gelegten Raumprogramme, wunderte sich Tanja Schätz (FDP) über den späten Beginn der Planungen – nämlich 2029. „Das ist ein fiktives Datum, wir wünschen uns natürlich einen früheren Start“, entgegnete Dr. Tobias Gehrke, Leiter des Kommunalbetriebs Werne (KBW). Die einheitliche Vergleichbarkeit sei dennoch gegeben.
Am besten vorbereitet auf die erst einen Tag vorher ins Ratsinformationssystem eingestellte Präsentation schien Stefan Böhm, Schulpflegschaftsvorsitzender am AFG. Er hatte eine Fülle an Nachfragen, die schließlich vertagt wurden. Unter anderem schlug er vor, mit einer offenen Ausschreibung fortzufahren und die Pläne der Anbieter zu vergleichen. „Dann haben Angebote und Zahlen, die wir nicht mehr hinterfragen müssen“, meinte Böhm.
Dann hätte man einen Blumenstrauß an Varianten, das sei zu komplex, antwortete Dr. Thomas Gehrke. Dann verwies er auf die Variante C2. „Die liegt vorne, sie eleminiert eine Containerlösung und verwendet Module. Hier bekommen wir am meisten Wert für den Euro“, betonte der KBW-Chef.

Die Variante sieht den Abriss des übrigen Bestandes nach Bezug der nördlich neu gebauten Klassenhäuser vor, der Naturwissenschaftstrakt mit 3.125 m² Bruttogrundfläche (BGF) wird saniert. Die Klassenhäuser mit 3.916 m² BGF entstehen in Modulbauweise.
Schulleiter Marcel Damberg verwies auf den rechtlichen Rahmen, dass der naturwissenschaftliche Unterricht zwingend in Fachräumen stattfinden müsse. „Daran führt kein Weg vorbei.“ Es bestehe außerdem keine Möglichkeit, vorübergehend ins Gymnasium St. Christophorus auszuweichen. Und schließlich bezweifelte der AFG-Direktor die veranschlagte Sanierungsdauer von sechs Wochen. „Halten Sie Rücksprache und lassen Sie sich beraten“, lautete seine Appell in Richtung der Verwaltung.
Für Aufregung sorgte am Ende noch Benedikt Striepens (Bündnis 90/Die Grünen), der Kritik am Zeitpunkt der Verkündung der Haushaltssperre – nämlich einen Tag vor dem Sitzungstermin – übte. Diesem Vorwurf widersprach Bürgermeister Lars Hübchen vehement: „Das ist nicht in Ordnung und darf man auch nicht so stehen lassen. Das hat nichts mehr mit dem AFG zu tun.“
Striepens nahm seine Worte nicht zurück, sorgte dann aber mit seinem Statement für ein passendes Ende der ersten entscheidenden Sitzung: „Die Präsentation der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist eine wichtige Entscheidungshilfe. Jetzt müssen wir Politiker unsere Hausaufgaben machen und die Nutzwerte ins Kalkül ziehen, die für unsere Kinder wichtig sind.“

Die komplette Präsentation ist im Ratsinformationssystem hier einzusehen: https://buergerinfo.werne.de/sessionnet/buergerinfo/si0057.asp?__ksinr=3514
So geht’s weiter:
30. September und 6. Oktober 2026: Vorberatung und Beschlussempfehlung in den Fachausschüssen – Ausschuss Schule und Sport (30.09.2026) und Betriebsausschuss KBW (06.10.2026)
14. Oktober 2026: Beschlussfassung im Rat der Stadt Werne




















