„Turbo“ zündet an ehemaliger Post (noch) nicht – Baustart am Südring

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Werne. „Es ist zum Kotzen. Wir haben auf kommunaler Ebene alles gemacht. Es liegt nicht an uns“, sagte Ralf Bülte zum immer noch nicht gestarteten Baustart an der ehemaligen Post in Werne.

Der Dezernent machte so seinem Ärger im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung Luft. „Das darf man keinem erzählen“, echauffierte er sich. Wie berichtet hatte die Verwaltung für das Projekt den „Bauturbo“ gezündet. Ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) und eine Praxis für Physiotherapie im Erdgeschoss sowie 25 Wohneinheiten in den Obergeschossen sollen in der Neubebauung auf dem ehemaligen Postgelände entstehen.

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Mit dem sogenannten Bauturbo (Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung vom 30. Oktober 2025) wird der Planungs- und Genehmigungsprozess beschleunigt. Aber warum rollen dort noch nicht die Bagger?

„Die Baugenehmigung liegt vor (seit dem 18. Juni, Anm. der Red.). Wir warten auf den Bewilligungsbescheid. Die Gelder sind noch nicht freigebenen worden, die Fördertöpfe sind überzeichnet. Wann es los geht, ist schwer zu sagen. Da wird auf der Bremse gestanden, das ist schlimm“, so Ralf Bülte sichtlich ungehalten weiter.

Bei der Bewilligungsbehörde hieß es, „demnächst“ stehe die Prüfung an. Dies könne mehrere Monate dauern. „Wir dachten, dass alles schon läuft“, berichtete der Stadtplaner den Ausschussmitgliedern. 2027 könnte es demnach zu einer Förderung kommen.

Lothar Steinhoff begegnete der Nachfrage nach einem Plan B bei ausbleibender Unterstützung optimistisch. „Der Bedarf in Werne ist groß. Die Förderung wird kommen – die Frage ist nur, wann“, meinte der zuständige Architekt.

Philipp Gärtner (CDU) verwies auf das hochsubventionierte Programm. „Alle Investoren wollen bauen. Das ist kein Problem der Bürokratie, sondern es ist kein Geld da“, bemerkte der Ratsherr der Christdemokraten. Artur Reichert (FDP) kritisierte die nicht auskömmliche Ausstattung des Programms mit finanziellen Mitteln. 16,1 Millionen für den gesamten Kreis Unna seien nicht viel. „Das reicht nicht“, so der Liberale. Ulrich Höltmann (SPD) verwies auf die „Verzögerungstaktik“ der Landesregierung, die zu wenig Geld zur Verfügung gestellt hätte.

Bagger stehen am Südring in den Startlöchern

Gute Nachrichten hatten Ralf Bülte und Lothar Steinhoff aber auch im Gepäck. Am Südring rollen in Kürze die Bagger. Nach einer internen Veranstaltung mit den Versorgern sei der Auftrag für die Tiefbauarbeiten erteilt. Ende Oktober 2026 gehe es los. Der Hochbau schließe sich im März oder April 2027 – auch in Abhängigkeit vom Winter – an.

„Der Startschuss steht bevor. Die Erschließung wird über den Südring erfolgen, nicht über die Straße ‚An den 12 Bäumen'“, versicherte der Architekt abschließend auf Nachfrage aus dem Plenum.

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