Dienstag, März 24, 2026

Transformation im Ev. Kirchenkreis Hamm: Umbau geht weiter

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Werne/Hamm/Herbern. Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Hamm hat am Freitag, 20. März 2026, in einer Sondersitzung im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde St. Victor Herringen über die nächsten Schritte im Transformationsprozess „Wegen Umbau geöffnet“ beraten.

Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse und einer umfassenden Bestandsaufnahme hat das kirchenleitende Gremium für rund 68.000 Evangelische im Bereich Ahlen, Ascheberg-Herbern, Bönen, Drensteinfurt-Walstedde, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne eine Prozessplanung bis Ende 2027 beschlossen.

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Bis dahin wollen die Regionen und Arbeitsbereiche gemeinsam klären, in welchen Strukturen und mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten der Kirchenkreis bis 2050 zukunftsfähig aufgestellt werden kann. „Die Synode hat gezeigt, dass sie zu tiefgreifenden Veränderungen bereit ist“, fasst die leitende Theologin des Kirchenkreises, Superintendentin Kerstin Goldbeck, das Ergebnis zusammen. „Das Ziel ist und bleibt, die Botschaft von der Liebe Gottes so in die Welt zu tragen, dass sie Menschen in ihrer Lebenswelt erreicht.“

Gebäudekonzeption als Grundlage für eine strukturierte Reduzierung des Bestands

„Evangelisch sein heißt, gemeinsam zu Lösungen zu kommen, und das gelingt uns, auch wenn es Zeit braucht. Das ist für so einen ‚Umbau‘ aber auch angemessen“, blickt Kerstin Goldbeck zufrieden auf das bisher Erreichte. So haben alle zwölf Kirchengemeinden und der Kreissynodalvorstand im vergangenen Jahr umfangreiche Gebäudekonzeptionen erstellt. Diese sollen nun zur weiteren Beratung gebündelt an die Kirchenaufsicht im Landeskirchenamt übergeben werden. Sie enthalten eine strukturierte Detailanalyse und Bewertung der relevanten 124 Gebäude ohne die Kitas, die gesondert betrachtet werden.

Die Presbyterien und der Kirchenkreis haben auf dieser Grundlage Vorentscheidungen über Zukunftsgebäude und Trennungsgebäude getroffen. Demnach sollen im Rahmen der Konzeptionen 50 Gebäude aufgegeben werden. „Es zeigt sich, dass viele Gemeinden sich deutlich konzentrieren, erhebliche Einschnitte vornehmen und einen weiten Weg gegangen sind“, würdigt Verwaltungsleiter Burkhard Feige das Ergebnis und fügt hinzu: „Das ist ein Meilenstein für die weitere Entwicklung unseres Kirchenkreises.“ Zwar werde die Zielmarke: ein Minus von ca. 50 Prozent, das die Kreissynode vor einem Jahr gesetzt hatte, noch nicht erreicht. Dennoch sei bereits in dieser ersten Phase eine Reduktion der Gebäude um rund 40 Prozent absehbar. „Die Konzeptionen bieten zudem eine hervorragende Arbeitsgrundlage für weitere voraussichtlich notwendige Veränderungen im Gebäudebestand“, so Verwaltungsleiter Feige.

Abschied vom bisherigen Modell der flächendeckenden pastoralen Versorgung

Bis zur regulären Sommersynode Ende Juni 2026 sollen nun in den Regionen und Arbeitsbereichen des Kirchenkreises Gespräche darüber geführt werden, in welchen Strukturen und mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten der Kirchenkreis bis 2050 zukunftsfähig aufgestellt werden könnte. Grundlage dafür ist einerseits der zu erwartende Rückgang der Gemeindemitglieder. Gegenüber aktuell noch 68.000 werden schon 2035 voraussichtlich nur noch ca. 48.000 Evangelische zum Kirchenkreis gehören.

Andererseits wird auch das pastorale Personal in den nächsten acht Jahren durch Ruhestand und Nachwuchsmangel dramatisch abnehmen. Aktuell gibt es 22,5 Stellen im Interprofessionellen Pastoraldienst, davon 18,75 Pfarrstellen in den zwölf Kirchengemeinden. 2035 werden es nur noch rund 9,5 Pfarrpersonen und 6,5 Pastoralkräfte mit anderen Professionen sein. „Das bisherige Modell der flächendeckenden pastoralen Versorgung in allen Gemeinden des Kirchenkreises ist schon jetzt nur noch bedingt möglich“, stellt Superintendentin Goldbeck fest. Vor diesem Hintergrund habe die Synode einmütig den Anstoß gegeben, sich bis Ende 2026 auf ein Rahmenkonzept für die Kirche der Zukunft zu verständigen, das dann bis Ende 2027 inhaltlich gefüllt und ab 2028 schrittweise umgesetzt werden kann. „Das einzige, worauf wir uns derzeit verlassen können, ist die Veränderung“, so die Superintendentin, „und auf Gottes Mitgehen!“

Transformationsprozess begann 2023: Alle Zwischenergebnisse sind online verfügbar

Nach drei Jahren intensiver Beratungen unter großer Beteiligung von Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Interessierten innerhalb und auch außerhalb der Kirche wird der Transformationsprozess „Wegen Umbau geöffnet“ im Ev. Kirchenkreis Hamm immer konkreter. Dieser Prozess war am 15. März 2023 einstimmig von der Synode auf den Weg gebracht worden. Der gesamte Prozess ist dokumentiert unter www.kirchenkreis-hamm.de/wirbauenum.

Kirchenleitendes Gremium für die Region Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst und Werne

Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium für rund 68.000 Evangelische in den zwölf Kirchengemeinden in Ahlen, Ascheberg-Herbern, Bönen, Drensteinfurt-Walstedde, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne. Sie besteht aus 81 gewählten Vertreter/innen der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Theologen) und berufenen Mitgliedern.

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